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Nostalgische Frühlingsreise mit Christoph Potzler und Sabine Maria Zwörner

Humor, Charme und Stimme

Roth
erstellt am 17.05.2018 um 18:11 Uhr
aktualisiert am 21.05.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Roth (ub) "Eine kleine Frühlingsreise" zum Muttertag haben der Tenor Christoph Potzler und die Pianistin Sabine Maria Zwörner in der gut besuchten Villa Augusta in Roth geboten - unterstützt von Moderatorin und Sängerin Lydia Mühlbauer.
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Mit Schlagern aus vier Jahrzehnten berühren Christoph Potzler und Sabine Maria Zwörner die Seelen ihrer Zuhörer.
Mit Schlagern aus vier Jahrzehnten berühren Christoph Potzler und Sabine Maria Zwörner die Seelen ihrer Zuhörer.
Foto: Unterburger
Roth
Im Mittelpunkt standen deutsche Schlager und Evergreens der 1920er- bis 1950er-Jahre.

In gewohnt charmanter Weise verzauberte Christoph Potzler, der in den letzten Jahren schon mehrfach mit der Pianistin Katja Lobenwein hier aufgetreten war, das Publikum. Sabine Maria Zwörner als seine neue Pianistin gab einen hervorragenden Einstand und es schien, als hätte Christoph Potzler schon immer mit Zwörner zusammengearbeitet. Sie hat am Konservatorium in Nürnberg studiert und ist freiberufliche Musiklehrerin.

Christoph Potzler, der sich schon seit 1994 auf die Evergreens vergangener Jahrzehnte spezialisiert hat, verstand es einmal mehr, mühelos einen ganzen Saal mit seiner wunderbaren Stimme, seinem Humor und seinem Charme zu verzaubern. Schon beim Eröffnungslied "Liebling, mein Herz lässt dich grüßen", eine Melodie aus dem Film "Die Drei von der Tankstelle" (1930) sang er sich in die Herzen der Zuhörer. Dann riet er dem Publikum "Kauf dir einen bunten Luftballon! " (1944) und sang das schmachtende Liebeslied "Es führt kein anderer Weg zur Seligkeit als über deinen Mund" (1932).

Passend zur Jahres- und Spargelzeit verkündete der Tenor: "Veronika, der Lenz ist da. " Dass in den 20ern und 30ern die Schlagertexte nicht nur witzig, sondern auch durchaus frivol sein konnten, bewiesen die beiden Lieder "Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt'" (1930) und "Ich hab das Fräu'n Helen baden sehn" (1925).

1945 schrieb der französische Chansonnier Charles Trenet den Song "La mer". Christoph Potzler verstand es, dem poetischen Text Leben einzuhauchen. Natürlich durfte auch Marlene Dietrichs Lied "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" nicht fehlen. Christoph Potzler sang es im Duett mit Lydia Mühlbauer, bevor er "Ein Freund, ein guter Freund" aus dem Film "Die Drei von der Tankstelle" präsentierte.

1919 setzte Robert Stolz dem "Fräulein vom Amt" mit dem Lied "Hallo, du süße Klingelfee" ein musikalisches Denkmal. Im Handy-Zeitalter ist das "Fräulein vom Amt" verschwunden, doch der Schlager hat das Jahrhundert überdauert. Das Motto des Konzerts kam mit Dvoracks Lied "Eine kleine Frühlingsweise nimmt mein Herz mit auf die Reise" zum Ausdruck.

"Ich bin so scharf auf Erika wie Kolumbus auf Amerika", "Wenn die Sonja russisch tanzt, ist man gleich verliebt, weil es keine schönere Frau als die Sonja gibt" und auch der Zungenbrecher "Ich steh mit Ruth gut, weil mir das gut tut, denn wer bei Ruth ruht, der hat es gut" kamen bei den Zuhörern sehr gut an. Frappierend und originell auch der Schlager "Ich lass mir meinen Körper schwarz bepinseln und fahre nach den Fidschi-Inseln" aus dem Jahre 1932.

"Oh, mein Papa! ", eine herrliche, wenn auch sprachlich nicht ganz korrekte Hommage an "eine wunderbare Clown und eine wunderbare Kienstler", bildete die Überleitung der im Duett gesungenen Liebeslieder "Ich tanze mit dir in den Himmel hinein, in den siebenten Himmel der Liebe" und "Plaisir d'amour".

Herrlich das Mutmacher-Lied der Comedian Harmonists: "Irgendwo auf der Welt gibt's ein kleines bisschen Glück und ich träum davon in jedem Augenblick". Es durfte geträumt werden in der Villa Augusta. Dass auch "Fremde in der Nacht" ("Strangers In The Night") mit ihren Träumen sehr einsam sein können, bewies Potzler mit dem Song von Frank Sinatra.

Höhepunkt des Muttertagskonzerts war das berührend-ergreifende Lied "Unter dem Sternenzelt", das der früh verstorbene Fritz Wunderlich unsterblich gemacht hat. Christoph Potzler erreichte es auf exzellente Weise, die Zuhörer mit diesem Lied zu packen. Als heitere Zugabe sang er das Liedchen vom kleinen grünen Kaktus von den Comedian Harmonists.

Musik ist der direkte Weg in die Herzen der Menschen. Christoph Potzler konnte die Seele der Zuhörer berühren mit Liedern, die man nicht mehr oft hört. Sein Konzert war mehr als "eine kleine Frühlingsweise". Es nahm die Menschen mit auf eine Traumreise. Man hörte ihm sehr gerne zu. Der stürmische Applaus war herzlich.
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