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Liedermachergruppe Lyneste begeistert Hilpoltsteiner Fans Nächstes Jahr beim Heidecker Heimatfest

Wenn im Kreuzwirtskeller der Boden bebt

Hilpoltstein
erstellt am 20.11.2017 um 19:35 Uhr
aktualisiert am 24.11.2017 um 03:33 Uhr | x gelesen
Hilpoltstein (HK) Wieder für ein volles Haus hat die Liedermachergruppe Lyneste bei ihrem schon sechsten Gastspiel im Hilpoltsteiner Kreuzwirtskeller gesorgt. Der treue Stamm an Fans, die die gehaltvollen Songs, Lieder und Chansons zu schätzen wissen, ist auch diesmal nicht enttäuscht worden.
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Hilpoltstein: Wenn im Kreuzwirtskeller der Boden bebt
Groß ist die Vielfalt und prächtig die Stimmung beim Gastspiel von Lyneste im Hilpoltsteiner Kreuzwirtskeller. - Foto: Klier
Hilpoltstein

"Wir lieben den Kreuzwirtskeller", sagt Cathy Dangel gleich zu Beginn. Sie stammt aus der französischen Schweiz und ist die Sängerin der Gruppe. Verheiratet ist sie mit dem Gitarristen und Sänger von Lyneste, Andy, der aus Nordengland kommt. Komplettiert wird die Band von Flötist Peter Weigele und Percussionist Andi Karg, beide sind Deutsche. Passend zu den verschiedenen Herkunftsländern machen Lyneste ein internationales Musikprogramm. Diesmal sind auch etliche neue Lieder dabei, darunter mitreißende irische Rhythmen. Der harmonische Gesang von Cathy und Andy, die stimmig begleitende Querflöte und die rhythmischen Cajonklänge lassen den Abend zu einem musikalischen Leckerbissen werden.

"Wie sitzt man neben einem Toaster", fragt Andy von Treuberg in die Runde. Er meint den Holzofen im Kreuzwirtskeller, der vor allem den Akteuren auf der Hilpoltsteiner Kleinkunstbühne ordentlich einheizt. Mit dem Song "Blue Skies" will das Quartett ausdrücken, wie gut es uns geht. Das wurde ihnen vor allem klar, als sie jüngst im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses den Bericht einer Geflüchteten hörten. Neben den schwungvollen und heiteren Melodien sind auch immer wieder nachdenkliche Stücke eingestreut.

Überhaupt ist die Vielfalt groß bei Lyneste. Den Gästen aus Frankreich ist ein bretonisches Chanson gewidmet. Peter Weigele hat sich überlegt, wie ein Cellosolo von Johann Sebastian Bach in der Wüste klingen könnte. Mit einleitenden und abschließenden arabischen Anklängen setzt er im Mittelteil die Barockkomposition virtuos auf der Querflöte um.

Das "Leben auf dem Eis" ist vielen Zuhörern schon bekannt. Nachts um 3 Uhr soll es in der Küche entstanden sein. Dazu greift Andi Karg zum Akkordeon, um den Song musettá †artig zu begleiten. Das Kinderfoto seiner Frau Cathy hat Andy zur lyrischen Weise "The Photograph" inspiriert. Andys Großvater war Bergmann. Ihm ist das Lied "Durham County Miners" gewidmet. Unter den rhythmisch mitstampfenden Füßen der Zuhörer erbebt förmlich der Dielenboden im Kreuzwirtskeller. "Mélusine" ist anschließend der elegisch ergreifende Nachgesang auf einen kleinen Engel, ein verstorbenes Kind.

In der Pause gibt es die zuletzt erschienene CD "for free", also kostenlos. So etwas gibt es wohl nur im Kreuzwirtskeller bei Lyneste. An einer neuen CD wird übrigens gerade gearbeitet. Joe Dassins "Taka takata kata kata kata" bringt dann wieder volles Leben ins Lokal. Der Titel "Rendezvous" spielt auf das erste Verliebtsein an. Den ganzen Abend über dauert die Spielfreude des Quartetts an und reißt die Zuhörer mit. Besonders beim "Mountain Dew", dem Bergtau, der von den irischen Whiskeybrennern erzählt, die nachts auf einem Berg bei Nebel illegal das "Lebenswasser" brauen. Spontan nutzt ein erstes Tanzpaar den spärlichen Platz für einen flotten Squaredance. Nicht minder rhythmisch ist der "Travelling Man". Der Song handelt von einem Iren, der auf der Straße einer hübschen Frau begegnet.

Jetzt braucht Andy ein Handtuch, denn der besagte Ofen und sein engagiertes Musizieren lassen ihn ordentlich schwitzen. Der Percussionist Andi Karg hilft aus. Aber es geht auch etwa geruhsamer, etwa beim Thema Freundschaft, das sowohl Lachen als auch Weinen einschließt.

Natürlich gibt das begeistert applaudierende Publikum keine Ruhe, bevor nicht Zugaben versprochen werden. Die letzte davon ist traditionell "Northumberland", das Cathy und Andy auf Französisch und Englisch interpretieren und damit eine gute Nacht wünschen. Gerne wollen sie wiederkommen. Fest steht schon jetzt, dass Lyneste beim Heidecker Heimatfest am Samstag, 14. Juli 2018, zur Ausstellungseröffnung des Künstlerkreises zu hören sein werden.

Von Manfred Klier
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