Samstag, 21. Juli 2018
Lade Login-Box.

Röttenbachs Bürgermeister Thomas Schneider will für die Freien Wähler in den Landtag einziehen

"Ich sehe mich nicht als Zählkandidat"

Hilpoltstein
erstellt am 12.01.2018 um 19:09 Uhr
aktualisiert am 17.01.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Hilpoltstein (HK) Thomas Schneider will nach 20 Jahren als Röttenbacher Bürgermeister in den bayerischen Landtag einziehen. Am Donnerstagabend ist er von der Kreisvereinigung der Freien Wähler (FW) einstimmig als Direktkandidat für die Wahlen am 14. Oktober nominiert worden.
Textgröße
Drucken
Hilpoltstein: "Ich sehe mich nicht als Zählkandidat"
"Wertkonservativ, aber nicht verbohrt." Unter diesem Motto will Thomas Schneider (2. von links) in den Landtag einziehen, Listenkandidat ist Hermann Kratzer (links). FW-Landtagsabgeordneter Peter Bauer (2. von rechts) sieht gute Chancen für eine Regierungsbeteiligung. Helmut Bauz (rechts) ist Listenkandidat für den Bezirkstag. - Foto: Kofer
Hilpoltstein

"Ich sehe mich nicht als Zählkandidat. Ich strebe das Mandat auch an", sagte Schneider bei seiner Nominierung in Sindersdorf. Er sei in einer günstigen Ausgangsposition. Seine Arbeit als Bürgermeister gefalle ihm, aber auch eine neue Herausforderung würde ihn freuen. "Ich kann also nur gewinnen", sagte der 52-Jährige. Er will sich im Falle der Wahl vor allem für den ländlichen Raum starkmachen. "Wir alle leben im ländlichen Raum, egal ob in Röttenbach mit seinen 3200 oder in Roth mit 25 000 Einwohnern." Doch solche Kommunen stünden bei der Politik nicht im Fokus. In 20 Jahren als Bürgermeister habe er so viel Weltfremdes erlebt, was aus München komme, dass er sich gedacht habe, etwas kommunalpolitische Erfahrung könne im Landtag nicht schaden.

Der Freistaat habe sich komplett aus der Förderung für Wasserleitungen und Abwasserbeseitigung herausgezogen, kritisierte Schneider. Ein Problem, das vor allem den ländlichen Raum betreffe, ebenso wie die umstrittene Straßenausbaubeitragssatzung, die Anwohner bei der Straßensanierung zur Kasse bittet. Er selbst habe einen Freund in Neumarkt, der mehr als 100 000 Euro für den Straßenausbau vor seinem Hof zahlen soll. "In der Stadt gibt es solche Härtefälle nicht."

Deswegen habe er sich zur Kandidatur entschieden, erklärte Schneider. Am 22. Januar soll ihn der FW-Kreisverband in Rednitzhembach endgültig nominieren. Da er auf der mittelfränkischen FW-Liste für den guten Platz vier vorgeschlagen ist, habe er reelle Chancen. Dazu müssten die Freien Wähler aber bei den Landtagswahlen ein zweistelliges Ergebnis einfahren, nach dem jüngsten Bayerntrend liegen sie derzeit bei sieben Prozent. Stimmen will Schneider vor allem aus dem bürgerlichen Lager gewinnen. Von der FDP und von der AfD. Die liegt in Umfragen bei rund zehn Prozent. Nicht alle AfD-Wähler seien rechtsradikal, sagte Schneider. Ihnen müsse man vernünftige Argumente anbieten, aber keine plumpen Angebote machen. "Wir müssen den Menschen klarmachen, dass es keine Alternative ist, sich an den rechten Rand zu begeben." Die Position der Freien Wähler beschrieb Schneider so: "Wertkonservativ, aber nicht verbohrt."

Kein Geheimnis macht FW-Landtagsabgeordneter Peter Bauer aus Ansbach aus dem Ziel der Freien Wähler. Mitregieren wolle man, in einer Koalition mit der CSU. Die Voraussetzungen dafür seien so gut wie nie zuvor. Es wäre die erste Regierungsbeteiligung der Freien Wähler im Freistaat.

Große Ziele hat auch Thomas Schneider. "Ich würde mich freuen, wenn wir am 14. Oktober richtig Grund zum Feiern haben würden und der Landkreis Roth endlich wieder einen zweiten Abgeordneten im Landtag haben würde", sagte er unter dem Beifall der 13 Delegierten. Der letzte Nicht-CSU-Abgeordnete war der Hilpoltsteiner Peter Hufe (SPD), der bis 2008 im Landtag saß.

Listenkandidat für den Landtag ist Hermann Kratzer aus Greding. "Ich unterstütze den Thomas, wo ich nur kann", versprach Schneiders Vorgänger als Direktkandidat. "Meine Zeit erlaubt mir momentan nicht mehr", sagte der selbstständige Schreiner, der in Greding einen eigenen Betrieb hat. Auch Kratzer erhielt alle 13 Stimmen der Delegierten.

Mit dem gleichen Ergebnis nominierten sie Walter Schnell als Direktkandidaten für die Bezirkstagswahl. Der Kammersteiner Bürgermeister, Bezirksrat und FW-Urgestein war wegen des Todes seiner Frau zwar nicht selbst in Sindersdorf, erklärte sich aber schriftlich zur Kandidatur bereit. Schnell habe sich eine Auszeit bis Ende Januar erbeten, um sich zu sortieren, richtete Thomas Schneider in dessen Namen aus. Listenkandidat für den Bezirkstag wird Helmut Bauz, 48, Bürgermeister aus Büchenbach.

Von Robert Kofer
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!