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Brechts "Dreigroschenoper" feiert als "Die.Drei.Groschen.Oper" Premiere in Hilpoltstein

Brandaktueller Klassiker

Hilpoltstein
erstellt am 14.03.2018 um 17:59 Uhr
aktualisiert am 18.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Hilpoltstein (HK) Das Profilfach Theater der 11. und 12. Jahrgangsstufe des Hilpoltsteiner Gymnasiums hat sich eines der erfolgreichsten Werke der deutschen Theatergeschichte vorgenommen: "Die Dreigroschenoper" von Bertolt Brecht und der Musik von Kurt Weill und nennt sie "Die.Drei.Groschen.Oper".
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Hilpoltstein: Brandaktueller Klassiker
"Die. Drei.Groschen.Oper" aus der Feder von Bertolt Brecht und Kurt Weill hat sich das Profilfach Theater in diesem Jahr ausgesucht. - Foto: Tschapka
Hilpoltstein

Im Zentrum des Stücks, welches im Jahr 1928 uraufgeführt wurde, steht sowohl der Konflikt zwischen Mann und Frau als auch das soziale Gefüge der bürgerlichen Gesellschaft. In dieser lebt der Mensch davon, dass er seine Mitbürger ständig "peinigt, auszieht, anfällt, abwürgt und frisst" - so ein Zitat aus der sozialkritischen Dreigroschenoper. Wobei der Begriff "Oper" verfremdend und ironisch gemeint ist. Im Untertitel heißt es "Stück mit Musik". Brecht sprach gar von einer "Opernreform": Keine Arien, sondern Songs, keine schauspielernden Sänger, sondern singende Schauspieler, kein Orchester, sondern (im Original) eine Jazz-Combo.

Der Bettlerkönig Peachum (Jonas Gmelch) betreibt in London eine Firma, die Betteln zum durchorganisierten Geschäftsmodell erhoben hat. Dieses scheint bedroht, als dessen Tochter Polly (Anja Lanz) den legendären Gangster Mackie Messer (Daniel Kaloczi) heiratet. Bei der Hochzeit ist auch Londons oberster Polizist Tiger Brown (Niklas Wieland) dabei, der Mackie von der gemeinsamen Soldatenzeit in Indien kennt. Peachum will unbedingt den das Geschäft bedrohenden Mackie beseitigen. Dieser flieht vor dieser Gefahr und Polly übernimmt dessen Geschäfte.

Aber Mackie kann es nicht lassen, wie jeden Donnerstag seine Huren zu besuchen, die ihn an die Polizei verraten. Doch eine andere seiner Geliebten - ausgerechnet Lucy, die Tochter des Polizeichefs (Elisa Eitel) - verhilft ihm zur Flucht. Sehr zum Ärger von Peachum, der der Polizei deshalb droht, mit seinen Bettlern die bevorstehenden Krönungsfeierlichkeiten zu stören. Mackie, der erneut seine Huren aufsucht, wird wieder verhaftet und in die Todeszelle verfrachtet. In Kürze soll er hingerichtet werden . . .

Wie die Geschichte weitergeht kann man bei der Premiere am Freitag um 19.30 Uhr (Einlass ab 19 Uhr) in der neuen Aula des Gymnasiums erfahren. Am Samstag erfolgt eine weitere Vorstellung zur gleichen Zeit. Der Eintritt für Schüler beträgt drei, Erwachsene zahlen fünf Euro für die Vorstellung, in der Intrigen, Korruption, Gewalt und ganz allgemein die Käuflichkeit des Menschen immer präsent sind. Themen, die heute aktueller sind denn je.

Die Motivation, sich Bertolt Brechts Klassiker vorzunehmen, kommt zum einen von der großen Bekanntheit des Stückes, aber auch die Abiturrelevanz von Brechts "epischen Theater" spielte eine Rolle. Dazu gehört zum Beispiel das Wegrücken vom klassischen Emotionstheater. Das heißt, der Zuschauer soll mit den Protagonisten nicht etwa mitleiden, sondern stattdessen die Rolle des kritischen Beobachters aus der Distanz übernehmen. Dazu kommen erzählerische Elemente, zu denen sowohl das direkte Ansprechen des Publikums durch die Schauspieler gehört als auch das Singen von kommentierenden Liedern.

Letzteres ermöglichte Musiklehrer Reinhard Weber, der ein eigenständiges Vokalterzett sowie Probenarbeit bei den Songs der Dreigroschenoper einbringt. Das epische Theater zeichnet sich außerdem durch das Fehlen von so genannten "Blacks" aus, so dass der Zuschauer immer Einblick auf die Bühne hat, selbst bei Umbauarbeiten. Schließlich spielen auch plakative Schilder mit eindeutigen Botschaften eine wichtige Rolle.

Unterstützt wurde das Ensemble des Profilfachs "Theater" durch den Wahlkurs "Bühne und Kostüm" unter der Leitung der Kunstlehrerin Yvonne Jakob. Aber auch der Ausschuss "Beleuchtung und Technik" der SMV beteiligt sich am Gelingen der aktuellen Theaterproduktion. Regie führt einmal mehr der Deutsch- und Geschichtelehrer Matthias Müller.

Von Tobias Tschapka
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