Dienstag, 16. Oktober 2018
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Caritas prangert ungenügende Gleichstellung mit anderen Pflegeberufen an

Heilerziehung kämpft mit Fachkräftemangel

Eichstätt
erstellt am 11.10.2018 um 18:44 Uhr
aktualisiert am 14.10.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Eichstätt (pde) Mehr Engagement der Politik für die Ausbildung und Arbeit in der Heilerziehungspflege, das ist die Forderung des Caritasverbandes für die Diözese Eichstätt.
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"Dieser Beruf zum Wohl von Menschen mit Behinderung ist bei jungen Menschen immer weniger nachgefragt und die Folgen sind bereits jetzt spürbar", erklärt Markus Pflüger, Leiter des Caritas-Zentrums St. Vinzenz in Ingolstadt und Caritas-Sprecher für Behindertenhilfe. Pflüger verweist auf eine Mitteilung des Fachverbandes Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie (CBP), dass im Münchner Raum derzeit "keine dringend benötigten heilpädagogischen Tagesstätten eröffnet werden, weil es an Personal fehlt". Gemeinsam mit anderen Fachverbänden für Menschen mit Behinderung hat der CBP einen offenen Brief zu diesem Fachkräftemangel an die Bundeskanzlerin geschrieben. Darin begrüßen die Verbände, dass mit dem geplanten Gesetz zur Pflegepersonalstärkung zum 1. Januar 2019 die Lage von Mitarbeitern in der Pflege verbessert werden soll. Sie machen gleichzeitig deutlich, "dass auch für die Eingliederungshilfe ähnliche Impulse dringend notwendig sind". In solchen Diensten und Einrichtungen werden Menschen mit Handicap oder psychischer Erkrankung unterstützt, damit sie am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Man erhoffe sich eine Angleichung an das Gesetz der Pflegepersonalstärkung, "das die Heilerziehungspflege bisher ausgeklammert und sogar im Vergleich mit anderen Pflegeberufen schlechter gestellt und damit unattraktiver gemacht hat", wie in der Mitteilung des CBP bedauert wird. Die Verbände fordern, dass auch für die Heilerziehungspflege zum Beispiel die Vereinbarkeit von Pflege, Familie und Beruf und die Bedingungen zur Schaffung von Ausbildungsplätzen verbessert werden sollen.

Ludwig Wittmann, Verwaltungsleiter von St. Vinzenz, ist mit der aktuellen Lage unzufrieden: "Im Gegensatz zu vergleichbaren Ausbildungen im gesundheitlichen und sozialen Bereich ist die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger nicht einheitlich geregelt, auch nicht die Vergütung. Das sorgt für Unsicherheit und Unzufriedenheit. " Selbst wenn die Zahl der Auszubildenden in diesem Bereich in St. Vinzenz dieses Jahr, zur Freude der Verantwortlichen, höher ist als im Vorjahr, zeigten sich Probleme bei der Nachwuchsgewinnung. Bereits in den vergangenen fünf Jahren ist die Anzahl der Bewerber um einen Ausbildungsplatz in der Heilpädagogischen Tagesstätte für seelisch behinderte Kinder deutlich zurückgegangen, informiert deren Leiterin Christine Mirbeth. "Die Bewerberlage lässt eine Auswahl kaum mehr zu, teilweise hatten wir nur eine Bewerbung vorliegen. " Daher fordert Markus Pflüger: "Menschen mit Behinderung brauchen eine Initiative wie das Pflegepersonalstärkungsgesetz, damit qualifizierte Hilfe auch in Zukunft gesichert ist! "

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