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Bundesstraße 131 neu wird im Verkehrswegeplan in die niedrigste Kategorie zurückgestuft Erleichterung bei Gegnern

Baubeginn ist am St. Nimmerleinstag

Greding
erstellt am 05.08.2016 um 19:29 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 19:32 Uhr | x gelesen
Greding/Thalmässing (HK) Die Würfel sind gefallen: Das Schreckgespenst einer neuen Bundesstraße durch den Landkreis Roth bis hin zu einer neuen Autobahnauffahrt bei Großhöbing hat sich verzogen - zumindest für lange Zeit.
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Greding: Baubeginn ist am St. Nimmerleinstag
Eine Petition gegen die B 131n, unterzeichnet von 3000 Menschen aus dem Landkreis Roth, hat Ursula Klobe (3. von rechts) dem SPD-Bundestagsabgeordneten Martin Burkert (4. von rechts) vor fast einem Jahr mit auf den Weg gegeben. Der stetige Protest hat Wirkung gezeigt, das Planungsrecht ist passé. ‹ŒArch - foto: Luff
Greding

Nach dem Kabinettsbeschluss vom Mittwoch steht die Bundesstraße 131 neu (B 131n) zwar noch immer im neuen Entwurf für den Bundesverkehrswegeplan (BVP) bis 2030, jedoch hat sie ihr Planungsrecht wieder verloren. Und ist damit in die niedrigste Kategorie eingruppiert, die es überhaupt in diesem Plan gibt, ihre Realisierung kann getrost als unmöglich bezeichnet werden.

"Ein bisschen Freude" empfinde sie, sagt Ursula Klobe, die Sprecherin der Bürgerinitiative gegen die B 131n. Erleichterung auch. Aber: "Es ist der Status quo, den wir hatten, als wir 2013 angefangen haben", sagt sie. Lieber wäre es ihr, die Trasse, die als leistungsfähige Anbindung des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen an die A 9 schon seit der Jahrtausendwende herumgeistert, wäre endgültig aus dem BVP verschwunden. Die Mitglieder der Bürgerinitiative würden sich nun "mit wachem Auge bis zum Ende des Jahres zurücklehnen", sagte Klobe. Vielleicht auch noch einen Brief an einzelne Bundestagsabgeordnete schreiben.

Denn bis zum Ende des Jahres wird wohl das parlamentarische Verfahren, das mit dem BVP einhergeht, abgeschlossen sein. Der Kabinettsbeschluss passiere nun erst einmal den Bundestag und werde dann im Verkehrsausschuss weiter ausgearbeitet, bis schließlich das Plenum die einzelnen Ausbaugesetze beschließt - "und die sind bindend". Einzelne Forderungen könnten bis dahin immer noch aufs Tableau kommen, doch "das ist bei der B 131n nicht zu erwarten", sagt selbst die ausgewiesene Gegnerin der Trasse. "Ich denke, der große Widerstand und unsere öffentlichen Aktionen haben schon etwas bewirkt", resümiert Klobe zufrieden.

Die Rückstufung der B 131n lässt den Blick auf die Bundesstraße 13 richten, die Straße, die Würzburg in Unterfranken mit Gunzenhausen und Weißenburg in Mittelfranken und Eichstätt, Ingolstadt und München in Oberbayern verbindet. Und somit eine andere Variante der Anbindung Weißenburgs an die A 9 sowie eine starke Verbindung zwischen Dinkelsbühl und dem Fränkischen Seenland darstellt. Zumindest auf dem Plan. Sieht man sich die Strecke in der Realität an, wird deutlich, dass für eine wirklich leistungsfähige Verbindung zu viele Nadelöhre existieren, die den Verkehr auf der B 13 immer wieder bremsen und obendrein die Anlieger in den Orten entlang der Straße stark belasten.

Und siehe da: Der Ausbau der B 13 hat nach dem Kabinettsbeschluss noch immer dasselbe Gewicht wie zuvor: Der vierspurige Ausbau zwischen Kreisel Gabel und Friedrichshofen kurz vor Ingolstadt ist ebenso in den vordringlichen Bedarf eingruppiert wie einige Ortsumfahrungen im Grenzgebiet der Landkreise Ansbach und Weißenburg-Gunzenhausen. Im weiteren Bedarf - allerdings mit Planungsrecht und damit eine Stufe über der B 131n angesiedelt - finden sich die Ortsumfahrungen von Rothenstein an der Grenze der Landkreise Weißenburg-Gunzenhausen und Eichstätt sowie von Rupertsbuch wieder. Und nicht zuletzt die Umfahrung von Eichstätt, die im Nachbarlandkreis allerdings höchst umstritten ist. Denn diese Umfahrung würde wohl durchs Hessental führen, das zwischen der Kreisstadt und Landershofen liegt. Von der Natur bliebe nicht mehr viel übrig.

Im Gegensatz zum Weiherbachtal zwischen Laibstadt und Aberzhausen und dem Schwimbachtal, die von der B 131n erst einmal nicht mehr bedroht werden. Stellt sich die Frage, wie es hier weitergehen soll. Denn eine neue Bundesstraße wurde im Landkreis Roth quer durch alle Parteien und Akteure abgelehnt, Befürworter gab es nur vereinzelt. Dass der eine oder andere Ort jedoch eine Umfahrung benötige, war bei vielen Leuten ebenso unbestritten. So plädierte nicht zuletzt der hiesige Landtagsabgeordnete Volker Bauer (CSU) vor zwei Jahren - als ihm Protestunterschriften gegen die B 131n übergeben wurden - für einen sanften Ausbau der Staatsstraße zwischen Aberzhausen und Thalmässing und damit für "eine kleine Lösung mit Ortsumgehungen da, wo es gewünscht ist". Jetzt kann er den Worten Taten folgen lassen, aus Laibstadt beispielsweise sind derlei Forderungen schon laut geworden. Die neue Bundesstraße kommt nicht, das bedeutet, dass es bei den bisherigen Staatsstraßen bleibt. Für die ist der Freistaat Bayern zuständig - und im Ernstfall auch als Geldgeber gefragt. Berlin hat entschieden, jetzt ist wieder München am Zug.

Von Volker Luff
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