Montag, 20. August 2018
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Schwabacher Bäckermeister startet mit seinem Straubinger Kollegen Markus Steinleitner bei der deutschen Meisterschaft

Gerd Distler will in die Nationalmannschaft

Schwabach
erstellt am 10.08.2018 um 17:13 Uhr
aktualisiert am 15.08.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Schwabach/Roth (HK) Auch als Chef von 70 Mitarbeitern steht der Schwabacher Bäckermeister Gerd Distler selbst noch vier Mal pro Woche ab halb zwei Uhr morgens in der Backstube. Seit einiger Zeit kommt der 47-Jährige aber noch einmal öfter pro Woche vor dem Ofen ins Schwitzen. Denn Distler, der auch in Roth eine Filiale betreibt, trainiert für die Deutsche Meisterschaft der Bäcker. "Das wird der Hammer. Ich freu mich total."
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Gemeinsam gebacken wird einmal pro Woche. Am 18. September wollen dann Gerd Distler aus Schwabach (links) und Markus Steinleitner aus Straubing die Jury mit ihren Kreationen überzeugen.
Gemeinsam gebacken wird einmal pro Woche. Am 18. September wollen dann Gerd Distler aus Schwabach (links) und Markus Steinleitner aus Straubing die Jury mit ihren Kreationen überzeugen.
Foto: Schmitt
Schwabach
Am 18. September wird er mit seinem Straubinger Kollegen Markus Steinleitner in München gegen drei weitere Teams antreten. "Bis dahin wollen wir unser Programm noch zehn Mal durchbacken", erklärt Distler, den der Ehrgeiz gepackt hat. Als Preis winkt nämlich nicht nur ein Pokal, sondern auch die Mitgliedschaft in der Deutschen Bäckernationalmannschaft.

Der Wettbewerb um die deutsche Meisterschaft findet nur alle drei Jahre statt. Heuer wird er erst zum dritten Mal ausgetragen. Distler ist der erste Mittelfranke, der sich beteiligt. Die Aufgaben innerhalb des mittelfränkisch-niederbayerischen Teams sind längst klar verteilt. "Ich bin der Teigflüsterer und Markus besorgt das Filigrane", sagt Gerd Distler.

Seinen Partner kennt der Schwabacher schon lange. Vor 25 Jahren haben er und Steinleitner gemeinsam die Meisterprüfung absolviert. "Wir haben uns sehr gut verstanden", sagte Distler. Dennoch habe man sich aus den Augen verloren. Die eigene Entwicklung stand im Vordergrund. Distler und Steinleitner haben seither zwei ähnlich strukturierte Betriebe aufgebaut. Die Ehefrauen sind ebenfalls Bäckerinnen. Wie es der Zufall aber will, trafen sich die beiden vor zwei Jahren wieder. "Wir hatten den selben Lehrgang zum Brotsommelier belegt." Die alte Vertrautheit sei dann schnell wieder spürbar gewesen.

Als gute Freunde entwickelten sie daraufhin die Idee zur Teilnahme an der deutschen Meisterschaft. Was in ihrem Alter durchaus ungewöhnlich ist. Die anderen Teilnehmer sind wesentlich jünger. "Sie kommen alle direkt von der Meisterprüfung", weiß Distler. Denn es hat sich viel geändert im Bäckerhandwerk. Insbesondere die Präsentation der Produkte hat eine enorme Bedeutung bekommen. "Mit unserer Prüfung vor 25 Jahren ist das gar nicht mehr zu vergleichen."

In der Qualifikation war ein Schaustück zum Thema "Europa" zu fertigen. Zwölf Teams beteiligten sich. Bei drei Runden qualifizierte sich jeweils der Erste von Vieren für München. Der beste Zweite komplettierte das Quartett. Das waren Distler und Steinleitner. "Wir haben es als Lucky Loser geschafft", sagt Distler. Für Markus Steinleitner durchaus ein bekanntes Gefühl. In der ZDF-Sendung "Deutschlands beste Bäcker" hatte er ebenfalls Platz Zwei belegt.

In München will das Duo aber besser abschneiden. Deshalb trifft man sich seit Juli einmal pro Woche in der Straubinger oder der Schwabacher Backstube. "Übung macht den deutschen Meister", scherzt Distler.

Um sich mit den Neuerungen bei den Teilchen vertraut zu machen, haben sie sogar ein Seminar beim Plunder-Weltmeister in Hannover belegt. Eine süße Köstlichkeit in Schwarz-Rot-Gold gefüllt mit Donauwelle und Pudding war eines der Ergebnisse. "Espanada" haben sie ihre Spanische Schnecke mit Nussfüllung genannt. Eine andere Kreation heißt nicht zufällig "Surf and Turf". Ein salziger Hefeteig aus Rindertalg bildet das Gerüst, dessen Füllung aus Gambas, Lauch und Zwiebeln besteht. Gekrönt von einem Gemüsefonds ähnelt die Fleisch-Fisch-Kombination durchaus einem kleinen Kuchen mit Vanille-Glasur.

Als erste Jury probierten stets die Ehefrauen. "Sie waren die idealen Geschmackstester", sagt Distler. Es folgten ausführliche Gebäckbesprechungen. An diesen war im Hause Distler auch stets der 19-jährige Sohn Xaver beteiligt. Schließlich hat er erst kürzlich seine Bäckerlehre als Innungsbester in Oberbayern mit einem Notenschnitt von 1,1 abgeschlossen. Eigentlich könnte er nun mit seinem Vater trainieren. Denn Xaver Distler wird beim landesweiten Leistungswettbewerb aller Innungsbesten im Freistaat gewissermaßen bald um die bayerische Meisterschaft kämpfen.



Robert Schmitt
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