Montag, 19. November 2018
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Wolfgang Krebs brilliert beim Rother Kabarettherbst mit einem politischen Rundumschlag

Für eine kräftige „Watschen“ nominiert

Roth
erstellt am 25.09.2017 um 16:05 Uhr
aktualisiert am 29.09.2017 um 03:33 Uhr | x gelesen
Roth (HK) Nicht nur bei Bundestagswahl wurde die CSU ordentlich gerupft. Zwei Tage zuvor machte das auch schon Wolfgang Krebs, der mit seinem neuen Programm „Die Watschenbaum-Gala“ den 13. Rother Kabarettherbst der Rother Kulturfabrik eröffnete.
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Verbale ?Watschen? verteilt Edmund Stoiber alias Wolfgang Krebs beim 13. Kabarettherbst der Kulturfabrik.
Verbale „Watschen“ verteilt Edmund Stoiber alias Wolfgang Krebs beim 13. Kabarettherbst der Kulturfabrik.
Tschapka
Roth

Dabei schlüpfte der grandiose Verwandler nicht nur in die Rollen von ehemaligen und amtierenden bayerischen Ministerpräsidenten samt diverser Parteigenossen, sondern hatte auch noch einige andere skurrile Persönlichkeiten im Gepäck. Dreh- und Angelpunkt waren jedoch die CSU-Größen, die Krebs eine Laudatio hielten ließ auf diejenigen Kandidaten, die ihrer Meinung nach den „goldenen Watschenbaum“ verdient hätten.

Allen voran Edmund Stoiber, der alle „Rotharier und Rothkäppchen“, die in diesem „gemauerten Bierzelt in der Strippenzieherfabrik“ zusammengekommen waren, herzlich begrüßte. Gewohnt wirr lobte er in seiner Ansprache das Frankenvolk, von dem in grauer Vorzeit sowohl Wikinger als auch Ägypter schon vor Furcht geschlottert haben.

Ein ganz großer Franke war dann auch – nein, nicht Markus Söder, sondern „Adam Einstein“, laut Stoiber ein „begnadeter Mathematiker und Physiker“, bei dessen Relativitätstheorie er schließlich landete. Zwar konnte Stoiber dieses Wort nicht aussprechen, aber dafür die physikalische Theorie erklären. Dabei spielten Züge des Hauptbahnhofs, die berühmten stoiberischen „10 Minuten“ und kaputte bayerische Bahnhofsuhren eine wichtige Rolle – verstanden hat es trotzdem keiner.

Wen Stoiber nominiert hatte, wurde nicht wirklich klar. Für Markus Söder standen seine Kandidaten jedoch fest: „Ilse Aigner und dieser Reimport aus Amerika mit den vielen Vornamen“. Kein Wunder, schließlich sei er, und nur er, das Alphatier und „kein Beta-Blocker“. Das sieht Horst Seehofer bekanntlich anders, der standesgemäß eine Schärpe trug und sowohl die anwesenden CSU-Wähler als auch alle anderen Nicht-Bayern begrüßte und letztendlich seinen Generalsekretär Andreas Scheuer nominierte. Schließlich stand Wolfgang Krebs auch als Innenminister Joachim Herrmann auf der Bühne, der über „Hägger“, dem „Seiber-Raum“ und über einen Impfstoff für Computerviren referierte.

Schließlich stand ein Mann mit Glatze auf der Bühne. Wer war denn das? Wolfgang Krebs höchstpersönlich, der dann außer Konkurrenz und völlig unmaskiert bei der „Watschenbaum-Gala“ noch ein paar verbal auftretende Ehrengäste begrüßte. Darunter „die sprechende untere Zahnreihe“ Joachim Gauck, das „A und O der bayerischen Politik“ Hubert Aiwanger und „den größten O-Zapfer seit der Aushärtung der Erdkruste“ Christian Ude. Wenn die Watschenbaum-Gala nicht nur aus einer Person bestanden hätte, wäre es an diesem Abend auf der Bühne ziemlich voll geworden.

Tobias Tschapka
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