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Umjubelte Premiere des Musicals "Shooting Star" zeigt hässliche Seiten der Glitzerwelt

"Entweder ein Star oder ein Mensch"

Hilpoltstein
erstellt am 14.05.2018 um 17:12 Uhr
aktualisiert am 18.05.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Hilpoltstein (HK) Ein Musical zum 50-jährigen Bestehen der Musikschule Hilpoltstein - das war der Traum von Schulleiter Burkhard Freimuth. Daraus wurde jetzt Wirklichkeit, als Gemeinschaftsproduktion mit den beiden Gymnasien in Hilpoltstein und Roth. Zur Premiere des Musicals "Shooting Star" im Auhof gab es am Sonntagabend minutenlangen Applaus.
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Fotos: Leykamm
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Im großen Saal des Auhofs ist die Erwartung groß. Schon eine halbe Stunde vor dem Beginn sind die meisten Plätze belegt. Als es losgeht, sind es dann fast 250 Besucher, die gespannt sind auf das Ergebnis der intensiven Vorbereitungen.

In dem Stück "Shooting Star" dreht sich alles um den Weg einer jungen Frau zum Popstar - und zurück. Dass der Aufstieg in den Charthimmel aber oft alles andere als glamourös ist, macht das Stück mehr als deutlich. Beim Casting für das Musical der Musikschule sollte das natürlich ganz anders sein. Hier wurde niemand zur Schnecke gemacht, stattdessen bekam jeder eine Rolle. So lautete die Zielsetzung, "und das haben wir auch geschafft", sagt Freimuth. Teilweise wechseln die Besetzungen deshalb auch ab.

Für den schnellen Weg in die Sternchenwelt wollen Tanja (gespielt von Doreen Lea Altmeyer) und Stefanie (Elena Lolis, alternativ spielt Peter Freimuth den Stefan) ihre Freundin Christine (Thalia Hellfritsch, Laura Möckel) davon überzeugen, eine selbstgebaute Verwandlungsmaschine zu besteigen. Da "Chris", wie sie wider Willen genannt wird, tatsächlich ein Popstar werden will, willigt sie ein.

Zuerst schäumt sie über vor Faszination: Denn sie trifft Stars wie Leona Lewis (Florentine Lindner), Alice Merton (Annkathrin Goeckel) oder Mark Forster (Finn Geyer). Doch dann beginnen die Mühlen des Musikbusiness zu mahlen. Die Sängerin gerät in die Fänge von Produzent Dieter Kohle (Leonie Kerl, Luis Bernreuther) und Model-Macherin Heidi Klümchen - die Parallelen zu real existierenden Personen sind ebenso bewusst wie unübersehbar.

"Rosie Chris", wie der neue Star genannt wird, bekommt von einer Stylistin einen neuen Look verpasst und Bodyguards an die Seite gestellt. Sie muss sich mit Fotografen ebenso herumärgern wie mit Interviewern, die ihr die Antworten vorgeben. Der Briefträger erschlägt sie förmlich mit Fanpost, Tontechniker machen aus ihren Liedern Popnummern, in denen sich Chris nicht mehr wiederfindet.
In der Verwandlungsmaschine: Christine (gespielt von Thalia Hellfritsch und Laura Möckel) wird in diesem Moment zum Popsternchen ?Rosie Chris? und erlebt anschließend die häßlichen Seiten der Glitzerwelt. Großen Jubel gibt es bei der Premiere am Sonntagabend für alle Darsteller.
In der Verwandlungsmaschine: Christine (gespielt von Thalia Hellfritsch und Laura Möckel) wird in diesem Moment zum Popsternchen "Rosie Chris" und erlebt anschließend die häßlichen Seiten der Glitzerwelt. Großen Jubel gibt es bei der Premiere am Sonntagabend für alle Darsteller.
Fotos: Leykamm
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Gespielt werden diese Rollen (in alphabetischer Reihenfolge) von Roisin Cummins, Peter Freimuth, Carmen Grimm, Florentine Lindner, Elena Lolis, Luis Noflaner, Ben Reiter, Alexander Ruder und Sophie Schreiner. Die vielen Doppelrollen erfordern dabei auch ein gewisses Geschick beim Umziehen hinter den Kulissen.

"Es geht nicht ums Singen, Du willst doch ein Star werden!" heißt die neue Parole von Dieter Kohle. Als Chris dann zur Quotenbringerin für Fernsehboss Gunnar Glotze (Nils Knitter) wird und Doktor Frankstone (Rosa Buchner) sie nach dem aktuellen Publikumsgeschmack operieren will, bricht der vermeintliche Star zusammen. Kunstnebel taucht die Szene in ein mystisches Licht, als sich das Popsternchen auf dem OP-Tisch wiederfindet und die Glitzerwelt ihre wahre Fratze zeigt: "Deine Seele schneiden wir heraus", tönen die Vampire, als die sich die Popwelt-Strategen entpuppen.

Jetzt muss sich Christine entscheiden: "Entweder Star oder Mensch!" hallt ihr es entgegen. Sie entscheidet sich für letzteres, bricht zusammen und singt weinend, dass sie das Starsein leid ist. Zurück im vorigen Leben lässt sie mit ihren Freundinnen die Freundschaft und das Bekenntnis zum eigenen Ich-Sein in Liedern hochleben, bevor der große Schlussapplaus im Auhof-Saal gar nicht mehr enden will.

Belohnt mit diesem Jubel werden neben den Darstellern auch Technik, Chor und Musikgruppe. Auch die Band der Musikschule sowie deren Orchester, die gemeinsam mit dem Hilpoltsteiner Gymnasium bestückt werden, leisten in "Shooting Star" ebenso ganze Arbeit wie der Projektchor aus der fünften bis neunten Jahrgangsstufe des Rother Gymnasiums. Die jungen Sänger und Sängerinnen untermalen während des Abends zudem mit Mimik, Gestik und Tanzeinlagen gekonnt die Handlung.

Weitere Vorstellungen des Musicals "Shooting Star" gibt es an diesem Mittwoch und Donnerstag im Rother Gymnaisum. Weitere Aufführungen sind im Juni und Juli geplant.
Jürgen Leykamm
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