Dienstag, 13. November 2018
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Erneuerbare Energie soll bald den gesamten Hilpoltsteiner Stromverbrauch decken

Neuer Solarpark bei Solar

Hilpoltstein
erstellt am 14.09.2018 um 16:30 Uhr
aktualisiert am 19.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Hilpoltstein (HK) Von den vier Photovoltaikanlagen, die rund um Hilpoltstein entstehen sollen, könnte in naher Zukunft der Strombedarf der ganzen Stadt gedeckt werden. Auf mehr als 30 Hektar sind derzeit Solarparks geplant. Für drei Flächen bei Pierheim, Mindorf und Solar hat der Stadtrat am Donnerstag den jeweils nächsten Schritt zur Verwirklichung der Pläne gebilligt.
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Aus Windkraft und Solarzellen könnte bald mehr Strom kommen, als im gesamten Hilpoltsteiner Stadtgebiet verbraucht wird. Mit den aktuellen Projekten, die sich auf mehr als 30 Hektar erstrecken sollen, ist Hilpoltstein aber längst nicht die Nummer 1 im Landkreis, was die erneuerbaren Energien angeht. In der Großgemeinde Greding summieren sich die Solarparks inzwischen schon auf mehr als 120 Hektar.
Luff
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Schaut man allein auf das Hilpoltsteiner Stadtgebiet, scheint die Sache mit der Energiewende ganz ordentlich voranzukommen. Innerhalb von sieben Jahren stieg der Anteil der erneuerbaren Energie, was die Stromerzeugung betrifft, von rund 30 auf über 70 Prozent. Das Wasserkraftwerk am Rothsee, die beiden Windräder an der Autobahn und die vielen Photovoltaikanlagen auf den Hausdächern machen es möglich. Mit den aktuellen Projekten für sogenannte Freiflächen-Photovoltaikanlagen könnte es nun so weit kommen, dass mehr als 100 Prozent des Hilpoltsteiner Stromverbrauchs umweltfreundlich im Stadtgebiet erzeugt werden.

Ging es in den vergangenen Monaten im Stadtrat immer wieder mal um die geplanten Freiflächen-Photovoltaikanlagen bei Mindorf, Pierheim und Lay, so taucht jetzt eine neue Fläche zwischen Solar und Jahrsdorf auf der Hilpoltsteiner Solarstrom-Karte auf. Schon vor der Sommerpause war der Bauausschuss des Stadtrats unterwegs, um nach möglichen Flächen für Freiflächen-Photovoltaikanlagen Ausschau zu halten. In der ersten Stadtratssitzung nach der Sommerpause folgte nun der einstimmige Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans für einen zehn bis zwölf Hektar großen Solarpark bei Solar. Die Fläche rechts der Straße nach Jahrsdorf gilt im Stadtrat als gut geeignet, weil ein Solarpark an dieser Stelle nicht das Landschaftsbild verschandelt.
 
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Bis hier jedoch die Solarmodule aufgestellt werden, wird wohl schon an mehreren anderen Stellen im Stadtgebiet großflächig Solarstrom erzeugt. Bereits im Oktober soll der Bau eines ebenfalls rund zehn Hektar großen Solarparks bei Mindorf beginnen. Dem vom Stadtrat jetzt gebilligten Durchführungsvertrag soll in der nächsten Sitzung in zwei Wochen der Satzungsbeschluss folgen und Ende des Jahres bereits die Inbetriebnahme. Schon vor acht Jahren hätte bei Mindorf eine Photovoltaikanlage entstehen sollen. Die kräftig gesenkte Einspeisevergütung machte das Projekt damals nicht mehr rentabel. Inzwischen ist die Solarenergie aber wieder interessant für Investoren wegen der stark gesunkenen Preise für Solarmodule.

Schnell mit dem Bau beginnen könnten die Investoren auch entlang der A9 bei Lay. Allerdings fehlt für dieses Projekt, das sich ebenfalls auf rund zehn Hektar erstrecken soll, noch der erforderliche Zuschlag der Bundesnetzagentur. Kein solcher Zuschlag ist dagegen für die nur rund 1,5 Hektar große Fläche an der A9 bei Pierheim nötig. Hier rechnet Bürgermeister Markus Mahl (SPD) damit, dass die Umsetzung der Pläne "zügig erfolgt".

Beim Blick auf die vier Standorte für Photovoltaik monierte Michael Greiner von den Freien Wählern, dass ein "Fleckerlteppich" entstehe. Christine Rodarius von der SPD entgegnete, dass es allesamt keine Flächen seien, "die auf dem Präsentierteller liegen". Lebensqualität und Landschaftsbild würden von den aktuellen Projekten nicht eingeschränkt. Und Bürgermeister Mahl betonte, dass für alle Projekte gelte, dass es der Stadtrat ganz allein selbst in der Hand hätte, was genehmigt werde und was nicht.

Auf der Tatsache, dass die erneuerbaren Energien bald den gesamten Hilpoltsteiner Stromverbrauch decken sollen, dürfe man sich aber nicht ausruhen, so Mahl. Schließlich betrage der Strom nur rund zehn Prozent des gesamten Energiebedarfs. Die Mobilität und das Heizen der Häuser verschlinge den Großteil. Deshalb sei die Energiewende insgesamt gesehen mitnichten so weit, wie es jetzt die Solarstromprojekte in Hilpoltstein erahnen ließen.
Jochen Münch
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