Donnerstag, 24. Mai 2018
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Junge Menschen äußern bei der ersten Jugendzukunftswerkstatt Röttenbach ihre Vorstellungen für ihr Heimatdorf

Eine Eisdiele, ein Boxverein oder eine Kartbahn

Röttenbach
erstellt am 06.07.2017 um 13:50 Uhr
aktualisiert am 10.07.2017 um 03:33 Uhr | x gelesen
Röttenbach (HK) Was fehlt Euch? Was wünscht Ihr Euch? Diese Fragen sollten 20 Jugendliche zwischen zwölf und 15 In Röttenbach auf Einladung des Kreisjugendrings bei der Jugendzukunftswerkstatt 2017 beantworten.
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Bürgermeister Thomas Schneider im Zwiegespräch mit den Jugendlichen aus Röttenbach.
Schrenk
Röttenbach

Bürgermeister Thomas Schneider trat mit stolz geschwellter Brust vor die Gruppe und verkündete: „Wir sind zwar eine kleine Gemeinde, aber in bestimmten Angelegenheiten spielen wir in der ersten Liga – ganz so wie die Hoffenheimer im Fußballgeschehen der Republik“. Dabei spielte er auf die Zahl der Anmeldungen für diese erste Jugendzukunftswerkstatt in Röttenbach an, die im Vergleich zu anderen Orten in der Region überdurchschnittlich hoch war. Er versprach, die Wünsche und Anregungen der Jugendlichen ernst zu nehmen. Natürlich räumte er auch ein, dass die Gemeinde nicht jede Anregung der jungen Menschen umsetzen könne.

Simon Haagen eröffnete daraufhin das Tagesseminar: „Ihr seid heute die Fachleute, die die Kommunalpolitiker zu Rate ziehen, um über die Belange der Jugendlichen in Röttenbach zu entscheiden.“

Als dann die Jugendlichen unter sich waren, arbeiteten sie sich durch die drei Phasen des Werkstattkonzepts: Erst alles festhalten, was man nicht gut findet und dabei ordentlich Kritik üben, dann der Fantasie freien Raum lassen und alles aufschreiben, was man sich nur vorstellen könne. Hier sei alles erlaubt, also zum Beispiel auch fliegende Fahrräder für Röttenbach. Zuletzt müssen alle das Ganze so formulieren, dass es die Chance hat, von den Gemeindevertretern ernst genommen zu werden. Die über 20 Jugendlichen schlossen sich zu drei Workshopgruppen zusammen, die an den Themen „Freizeit“ (beinhaltete Hobbies und Freunde), „Schule“ und „Hin und weg“ (also Mobilität und auch Kommunikation) arbeiteten.

Später war dann wieder die Öffentlichkeit zu Gast, und die einzelnen Gruppen präsentierten zum Teil in spielerischer Form – mit Sketchen und Szenen – ihre Ergebnisse. Die Gruppe „Hin und weg“ begann mit der Vorstellung und forderte einen Jugendtreff für Röttenbach. Für diesen dürfe es kein vorab festgezurrtes Programm geben, die Jugendlichen möchten ihre Aktivitäten gerne selbst organisieren. Wichtig sei eine Ausstattung, die es den Jugendlichen ermöglichen würde, sich hier zu treffen und um zu chillen. Der Raum beziehungsweise das Haus sollte sich im Ortszentrum befinden und über einen angemessenen Außenbereich verfügen. Für die Ausstattung wünsche man sich neben einer kleinen Küche, mehreren Sofas und einem Fernsehbereich auch eine Play-Station, einen Billardtisch, einen Beamer, eine Tischtennisplatte, einen Kicker und kostenloses WLAN.

Die Linienbusse sollten im Halb-Stunden-Takt fahren und die Haltestellen dichter gestaltet werden, erklärten die Jugendlichen weiter. Nachts sollten mehr Laternen die Wege ausleuchten, die an einigen Stellen auch ausgebessert werden müssten.

Die Gruppe „Freizeit“ machte sich für einen Spielplatz stark, der in der Nähe der Schule sein sollte und der für die älteren Jugendlichen von 12 bis 18 Jahre interessant sei – dazu gehöre zum Beispiel ein Trampolin. Auch fehle es in Röttenbach an Gelegenheiten, bei denen die Jugendlichen gerne „ihr Geld ausgeben würden“, zum Beispiel eine Dönerbude, eine Pizzeria oder eine Eisdiele. Darüber hinaus wünsche man sich in und um Röttenbach einen Boxverein, eine Trampolinhalle, eine Kartbahn und ein Naturbad oder einen Schwimmweiher.

Die Gruppe „Schule“ bemängelte die zu kurze Mittagsbetreuung, fehlende Beschäftigungsmöglichkeiten in der Pause, zu wenig Freizeitangebote, zu lange Buswartezeiten und zu kurze Büchereiöffnungszeiten. Gefordert wurden bessere Essensangebote, mehr Klassenfahrten, eine Musikaula, ein Schülergemeinschaftsraum, monatlich wechselnde Workshops, ein Streichelzoo, bei dem die Kinder Patenschaften übernehmen könnten, und Sportkurse wie zum Beispiel Volleyball, Golf oder Tennis.

Thomas Schneider bestätigte den Jugendlichen, sie hätten gute Ideen zusammengetragen, wobei er sich vorstellen könne, dass die Forderung eines Jugendtreffs auf offene Ohren der Gemeinderäte stoßen würde. Da die Hitze groß war und es bekanntermaßen in Röttenbach keine Eisdiele gibt, ließ der Bürgermeister für alle Jugendlichen eine Portion Eis im Dorfladen besorgen.

Johann Schrenk
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