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Symposium zur Hexenverfolgung - 230 Hinrichtungen im Hochstift Eichstätt

Dunkles Kapitel im Bistum

Eichstätt
erstellt am 14.09.2018 um 18:03 Uhr
aktualisiert am 17.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Eichstätt (pde) Mit einem dunklen Kapitel seiner Geschichte setzt sich das Bistum Eichstätt bei einem zweitägigen Symposium am 12. und 13. Oktober auseinander: "Hexenverfolgung im Bistum Eichstätt" heißt die Tagung, zu der der Diözesangeschichtsverein Eichstätt in Kooperation mit dem Diözesanbildungswerk Eichstätt einlädt.
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Dabei werden namhafte Historiker die territoriale Ausbreitung der Hexenverfolgung differenziert betrachten und den Hexenglauben in den geschichtlichen Zusammenhang der damaligen Zeit einordnen.

Die Tagung beginnt am Freitag, 12. Oktober, um 14 Uhr mit einem Grußwort des Eichstätter Bischofs Gregor Maria Hanke. Im Anschluss daran folgen verschiedene Vorträge, die einen Überblick über die Hexenverfolgung geben. Am Samstag wird die Hexenverfolgung im Hochstift Eichstätt und in angrenzenden Regionen wie Ingolstadt, Ansbach oder Weißenburg aufgezeigt. Ort der Tagung unter der Leitung von Klaus Littger, stellvertretender Vorsitzender des Diözesangeschichtsvereins, ist der Marquadus-Saal des Bischöflichen Ordinariats, Luitpoldstraße 2, in Eichstätt.

Im Rahmen des Symposiums findet am Freitag, 12. Oktober, auch ein öffentlicher Vortrag zum Thema: "Hexenverfolgung in der Kultur- und Sozialgeschichte" statt. Referent ist Professor Johannes Dillinger aus Oxford. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr im Raiffeisensaal. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es bis 6. Oktober beim Eichstätter Diözesangeschichtsverein, Luitpoldstraße 1, 85072 Eichstätt, E-Mail: info@eidgv.de.

Hexenverfolgungen hat es in Europa zu verschiedenen Zeiten und Orten vom ausgehenden Mittelalter bis in die frühe Neuzeit gegeben. Mit schweren Folterungen sind Geständnisse erzielt und die so Geständigen oft bei lebendigem Leib verbrannt worden. Für Gesamteuropa rechnet man zwischen 1400 und 1800 mit etwa 60000 Hinrichtungen; die Zahl der Angeklagten, die in Gefangenschaft und bei Folterungen verstorben sind, ist unbekannt. Zu den Zentren der Verfolgung gehörten die drei fränkischen Hochstifte Würzburg, Bamberg und Eichstätt, die Fürstpropstei Ellwangen und die Deutschordenskommende mit Sitz in Ellingen. Allein im Hochstift Eichstätt sind von 1585 bis 1723 etwa 230 Menschen hingerichtet worden, die meisten in der Regierungszeit von Fürstbischof Johann Christoph von Westerstetten.
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