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Große ökologische Ausgleichsfläche für Gewerbegebiet nötig - Neun Parzellen in Untermässing

Die Feldlerche bietet ein Déjà-vu

Greding
erstellt am 14.09.2018 um 17:08 Uhr
aktualisiert am 19.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Greding (HK) Ein Gewerbegebiet in Greding, ein Wohnbaugebiet in Untermässing: Es soll gebaut werden in der Großgemeinde. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend die Entwicklung wieder ein Stück vorangetrieben. Die entsprechenden Pläne sollen nun ausgelegt werden. Bis die ersten Spatenstiche erfolgen, müssen aber noch ein paar Steine aus dem Weg geräumt werden.
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Dass die Feldlerche die Erschließung eines Baugebiets stören kann, haben die Pumpernickel schon 2015 im Fasching aufs Korn genommen. Die Geschichte des Distelfeldes wiederholt sich nun im Gewerbegebiet ?Kreuzfeld?.
Dass die Feldlerche die Erschließung eines Baugebiets stören kann, haben die Pumpernickel schon 2015 im Fasching aufs Korn genommen. Die Geschichte des Distelfeldes wiederholt sich nun im Gewerbegebiet "Kreuzfeld".
Karch
Greding
Es ist die Lerche, nicht die Nachtigall - und die ist den Ratsmitgliedern in Greding schon einmal begegnet. Denn auch beim Baugebiet "Distelfeld" musste die Feldlerche erst vergrämt werden, bevor die Bagger anrücken durften - ein Umstand, der es 2015 sogar geschafft hat, im Fasching durch den Kakao gezogen zu werden, die Pumpernickel holten sich mit ihren Vogelkostümen den Sieg bei der Maskenprämierung am Unsinnigen Donnerstag. Auch im "Kreuzfeld" - so soll das Gewerbegebiet gegenüber der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD) 81 heißen - sind Brutpaare der Feldlerche gefunden worden. Auch deshalb sei das Areal als Biotop kartiert, erläuterte Christian Klos vom gleichnamigen Spalter Planungsbüro.

Die Konsequenz: Die Ausgleichsfläche, die die Stadt für die Schaffung des Gewerbegebiets benötigt, dürfte groß werden, was mit entsprechend hohen Kosten verbunden ist. "Ich gehe davon aus, dass die Naturschutzbehörde einen Ausgleich von 1:1 fordern wird", sagte Klos. Heißt: Greding muss eine Fläche biologisch wertvoll herrichten, die 5,7 Hektar groß ist, genauso groß wie der erste Bauabschnitt des später einmal rund 16 Hektar großen Areals. Die Fläche habe mittlerweile zehn Jahre brachgelegen, erläuterte Klos, in dieser Zeit hätten sich Flora und Fauna prächtig entwickelt.

Ein anderes Problem ist die Entwässerung: "Das Niederschlagswasser ist auf den Grundstücken zu versickern", sagte Klos. Sein Vater, den er in der jetzigen Sitzung vertrat, hatte im Juli noch davon gesprochen, dass diese Variante die Gewerbeflächen unattraktiver mache. Jetzt soll sie die erste Stufe einer Entwässerung auch für Starkregen sein. Versickert das Wasser nicht mehr, soll es in ein noch zu schaffendes Regenüberlaufbecken fließen, zur Not müsse auch der Schmutzwasserkanal Wasser aufnehmen.

Die Erschließung folgt im ersten Bauabschnitt über die Straße nach Herrnsberg. Bis später das Gewerbegebiet erweitert wird, enden die Straßen. "Das wird dann im ersten Bauabschnitt schwierig für größere Lkw und Sattelzüge", gab Klos zu bedenken.

Ebenfalls nicht erfreut sein dürften die Bewohner des künftigen Baugebiets "Pfaffenleiten" in Untermässing, zumindest so lange, bis es auch hier eine Erweiterung ansteht. Denn hier ist eine abknickende Stichstraße geplant - mit Wendehammer am Ende, der einen Durchmesser von zwölf Metern hat. Zu klein für die Müllabfuhr. Deshalb ist ein zentraler Stellplatz vorgesehen, zu dem die Mülltonnen gebracht werden müssen. Für die hintersten Anlieger bedeute dies einen Weg von rund 100 Metern, so Klos. Falls das Baugebiet erweitert wird, könnte der Wendehammer aufgelöst werden, die Müllabfuhr könnte dann durchfahren. "Vielleicht geht es ja weiter", wollte Bürgermeister Manfred Preischl (FW) keine allzu forsche Prognose abgeben.

Jedenfalls sollen im Baugebiet neun Parzellen entstehen mit einer Größe zwischen 500 und 600 Quadratmetern. Ein Haus darf bis zu zwei Geschosse hoch werden, vorgeschrieben wird ein Satteldach, um den dörflichen Charakter nicht zu beeinträchtigen. Künftige Bauherren werden überdies verpflichtet, Zisternen zu bauen. Und bevor die Frage aufkam, sagte Planer Christoph Klos: "Ich kann Sie beruhigen - hier wurde keine Feldlerche gefunden."
 

Kein Eventcenter

Das Gredinger Hallenbad bekommt kein "Familien-Eventcenter". In nicht öffentlicher Sitzung hat sich der Stadtrat am Donnerstag dagegen ausgesprochen, einen Vertrag mit der Firma GIG abzuschließen. Diese hatte angeboten, ein Konzept inklusive Alleinstellungsmerkmal zu erarbeiten; 100000 Besucher mehr als jetzt sollten dann kommen, aus dem bisherigen Defizit sollte ein sattes Plus werden. So zumindest das Versprechen des GIG-Geschäftsführers Ludwig Lüllepop. 60000 Euro sollte die Stadt fürs Konzept bezahlen, ohne vorab überhaupt eine Ahnung zu haben, was sich dahinter verbirgt. Auf dieses Spiel ließ sich der Rat nicht ein. Der Beschluss, keinen Vertrag abzuschließen, fiel einstimmig.
Volker Luff
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