Mittwoch, 19. September 2018
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Im Stadtrat wird heftige Kritik an restriktiven Buchungszeiten des Hortes laut - Betreiber verweist auf Bildungsplan

"Das ist für mich Erpressung"

Greding
erstellt am 13.07.2018 um 15:58 Uhr
aktualisiert am 16.07.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Greding (luf) Es knirscht ein wenig in der Beziehung der Stadt Greding und den Verantwortlichen für den Kinderhort "Sonnenblume".
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Das ist in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend deutlich geworden, obwohl es eigentlich nur um einen neuen Raum für den Hort gehen sollte. Der Hort soll, um die bestehende Warteliste abzutragen, um 10 auf 40 Betreuungsplätze ausgeweitet werden. Wirklich Platz ist dafür nicht im Gebäude der Grund- und Mittelschule, weshalb der Bau eines Hauses für Kinder geplant ist. Bis das aber steht, muss eine Zwischenlösung gefunden werden. Die zunächst angedachte Lösung durch einen Container ist vom Tisch.

Stattdessen wird laut Ratsbeschluss nun ein Teil des Flures durch eine Trockenbauwand von der Treppe abgegrenzt. Auf diese Weise will man einen weiteren Raum gewinnen, der die bisherigen beiden Horträume ergänzt. Da die Garderobe sowie die Heizkörper versetzt werden müssen, kostet der Umbau insgesamt rund 22000 Euro. "Das ist eine gute Lösung", kommentierte Maria Deinhard (FW) den einstimmigen Beschluss.

Dann aber kam sie auf das "Manko" zu sprechen, das sie schon in der Sitzung des Sozialausschusses im April kritisiert hatte: "Man kann den Hort nicht buchen, wie man will. " Zum Teil brauchten Eltern einen Betreuungsplatz nur für zwei oder drei Tage, so dass sich Familien einen Hortplatz teilen könnten. In Greding aber würden sie gezwungen, die vollen fünf Tage die Woche zu buchen.

Markus Schweizer, Fachbereichsleiter für die Verwaltung von Kindertageseinrichtungen beim Bistum Eichstätt, hatte dies im April damit begründet, dass nur so das Bildungskonzept sinnvoll umgesetzt werden könne. Eine Begründung, die Oswald Brigl (CSU) sauer aufstieß, der Deinhard vehement unterstützte. Bildungsarbeit werde in erster Linie in der Familie und in der Schule geleistet, sagte er. Selbst bei der offenen Ganztagsschule gebe der Staat weit mehr Freiheiten als der Betreiber des Gredinger Hortes. "Warum tolerieren wir das? ", fragte Brigl. Die restriktiven Buchungsstrukturen, seien für ihn schlicht "Erpressung: Du musst fünf Tage buchen". Er forderte den Bürgermeister auf, noch einmal das Gespräch mit Schweizer zu suchen, um ein "familienfreundlicheres Konzept" zu schaffen. Manfred Preischl sagte zumindest zu, der Sozialausschuss werde das Thema noch einmal auf die Agenda setzen. "Vielleicht nächstes Jahr" könne sich etwas ändern.
 

Container für den Kindergarten

 
Der Gredinger Stadtrat kommt dem Wunsch des Johannes-Kindergartens nach, mittels zwei Containern mehr Platz zu schaffen. Durch sie entsteht im Norden neben dem Kindergartengebäude ein Bewegungsraum von 30 Quadratmetern, der bestehende Mehrzweckraum kann somit als weiterer Gruppenraum genutzt werden.

Das Ansinnen der Einrichtung hatte deren Geschäftsführer Klaus Neumann in der Sitzung des Sozialausschusses im April vorgebracht. Denn der Kindergarten ist auf 75 Regelkinder ausgelegt. Weil ihn aber auch solche mit Behinderung oder Migrationshintergrund besuchen, gilt er derzeit als "übervoll", wie Bürgermeister Manfred Preischl (FW) im April bereits attestiert hatte. Neuer Platz musste her - was nun auch geschieht. Der Schaffung von zwölf Kindergartenplätzen durch die Aufstellung der Container erteilte der Rat einstimmig sein Plazet. Ausgelegt ist das Vorhaben auf zwei Jahre, die Bruttokosten hierfür betragen 14000 Euro. Der Kauf der Container wäre teurer gewesen, so Preischl.
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