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Das Kraftwerk Sonne nutzen

Hilpoltstein
erstellt am 06.12.2018 um 18:12 Uhr
aktualisiert am 09.12.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Hilpoltstein (HK) Die Vorteile der Sonne als Energiequelle sind vielfältig.
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Sie ist kostenfrei verfügbar, zuverlässig und krisensicher. Darüber hinaus ist die vergleichsweise einfache Technik zur Energiegewinnung geräusch- und geruchlos.

Rund um den Ansatz der Eigenversorgung mit Strom in Wohngebäuden drehte sich kürzlich ein Informationsabend im Haus des Gastes in Hilpoltstein. Als Referent fungierte der unabhängige Fachberater Michael Vogtmann von der deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS). Organisiert wurde die Veranstaltung vom Fachbereich Klimaschutz am Landratsamt. Die große Zahl der Besucher, der Saal war über den letzten Platz hinaus belegt, zeigte die Aktualität des Themas.

Die Stromerzeugung mit einer Photovoltaik-Anlage sei nichts Neues mehr, sagte Vogtmann, sondern mittlerweile eine seit Jahren bewährte Technologie der Energiegewinnung. Mit Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) Anfang der 2000er-Jahre, versuchte man, die Installation der damals noch verhältnismäßig teuren Photovoltaik-Anlagen für Hauseigentümer wirtschaftlich interessant zu machen.

Bei Einspeisevergütungen von anfangs über 50 Cent pro Kilowattstunde sei es über Jahre hinweg lukrativ gewesen, den erzeugten Strom vollständig in das öffentliche Netz einzuspeisen. Mittlerweile seien die Anschaffungskosten einer PV-Anlage bei weitem nicht mehr so hoch wie noch vor 10 oder 15 Jahren. "Betrachtet man nur die letzten zwei Jahre, so stellt man fest, dass die Anschaffungspreise für eine PV-Anlage um 20 Prozent gesunken und zugleich die Strompreise um bis zu vier Prozent gestiegen sind", so Vogtmann zu aktuellen Entwicklungen. Je nach Installationsaufwand und Anlagentechnik würden sich die Kosten auf 1300 bis 1700 Euro je Kilowatt installierter Leistung belaufen. Dabei gelte: je größer die Anlage, desto günstiger das Kilowatt Leistung. Allerdings werde die Kilowattstunde an eingespeistem Strom aktuell nur noch mit 11,83 Cent vergütet und weitere Absenkungen der EEG-Vergütung seien angekündigt.

Gehe man nun im Privathausbereich von Strombezugskosten von 26 Cent und mehr pro Kilowattstunde aus, sei es rentabler, einen möglichst hohen Anteil des selbst erzeugten Stroms direkt im Gebäude zu verbrauchen anstatt ins öffentliche Netz einzuspeisen. Der Eigenverbrauch sei ein interessanter und zukunftsfähiger Ansatz, über den es sich nachzudenken lohne, so Vogtmann.

Um einen möglichst hohen Anteil des benötigten Stroms durch die eigene PV-Anlage zu decken, sei die Zwischenspeicherung des Stroms in einem Batteriespeicher hilfreich. So könne ein Autarkiegrad von 80 Prozent und mehr erreicht werden. In den vergangenen Jahren sei zu beobachten gewesen, dass die Anschaffungskosten für Batteriespeicher jährlich um etwa zehn Prozent gesunken seien. Bei der Anschaffung sollte aber darauf geachtet werden, dass eine angemessene Garantie auf die Lebensdauer der Batterie gewährleistet wird. Mindestens 10 Jahre gelten als aktueller Stand.

Mehr und mehr würden auch Elektroautos als emissionsfreie Alternative gegenüber Verbrennungsmotoren in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Damit sei auch die Frage naheliegend, wie der selbst erzeugte Strom vom Dach auch für ein Elektroauto genutzt werden könne. "Alleine durch die Dachfläche eines Carports kann bereits die Menge an Strom erzeugt werden, die für mehr als 10 000 Kilometer Fahrleistung im Jahr ausreicht", erläuterte Vogtmann anhand von Berechnungen. Aufgrund des großen Interesses plant das Landratsamt Roth Anfang des nächsten Jahres eine weitere Veranstaltung zum Thema.

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