Sonntag, 21. Oktober 2018
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Verbot von Abschlussfeiern beschlossen - Massive Probleme vor allem bei Pleinfeld

Zweckverband Brombachsee verbietet Schulpartys am Strand

Landkreis Roth
erstellt am 09.10.2018 um 10:26 Uhr
aktualisiert am 13.10.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Pleinfeld (ste) Der Zweckverband Brombachsee (ZVB) hat sich in seiner jüngsten Sitzung einstimmig für ein Verbot von Abschlussfeiern auf öffentlichen Strandanlagen und Freiflächen rund um die Seen verständigt.
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So sehen die Strände rund um den Brombachsee oft nach Abschlusspartys von Schülern aus. Der Zweckverband Brombachsee verbietet künftig Schulpartys und Abschlusspartys an den Seen. In Zukunft können Zuwiderhandlungen so auch polizeilich verfolgt und mit Geldbußen in Höhe von bis zu 1000 Euro belegt werden.
So sehen die Strände rund um den Brombachsee oft nach Abschlusspartys von Schülern aus. Der Zweckverband Brombachsee verbietet künftig Schulpartys und Abschlusspartys an den Seen. In Zukunft können Zuwiderhandlungen so auch polizeilich verfolgt und mit Geldbußen in Höhe von bis zu 1000 Euro belegt werden.
Zweckverband Brombachsee
Landkreis Roth
Die Satzung wird entsprechend geändert. Explizit heißt es in der neuen Fassung dann: "In den Strandanlagen und auf den Freiflächen ist den Benutzern insbesondere untersagt: Schulklassen-/Schulfeiern, insbesondere Abschlussfeiern, abzuhalten oder daran teilzunehmen."

Der ZVB reagiert damit auf einen Zustand, der Geschäftsführer Dieter Hofer zufolge in den vergangenen Jahren "immer mehr aus dem Ruder" gelaufen sei. Hofer klagte über "massive Probleme", vor allem am Strand in Pleinfeld, der von Schülern bei deren privaten Abschlusspartys regelrecht verwüstet werde. Neben Müll und zerbrochenen Flaschen, die teilweise sogar im Sand vergraben würden, werden die Toiletten grob verunreinigt, teilweise seien sogar Wände mit Kot verschmiert worden, berichtete der Geschäftsführer den erstaunt lauschenden Verbandsräten.

Diese wollen sich die Zustände aus mehreren Gründen nicht mehr bieten lassen: Zum einen werde durch die verunreinigten Strände das Image des gesamten Seenlandes beschädigt. Zum anderen entstehe ein nicht unerhebliches Sicherheitsrisiko, wenn sich beispielsweise im Sand spielende Kinder durch Glasscherben verletzen.

Die Kontaktaufnahme zu den Schulleitungen habe aus Sicht des ZVB in den vergangenen Jahren "nur kurzfristigen Erfolg" gebracht. Aufgrund des außerschulischen Charakters der Feiern habe die jeweilige Schule keinen Einfluss mehr auf die Absolventen. "Somit bleibt als letztes Mittel ein entsprechendes Verbot derartiger Veranstaltungen", lautet das Fazit des Zweckverbandes, der durch die Änderung seiner Satzung auch eine "entsprechende Rechtswirksamkeit" erreichen möchte. Zuwiderhandlungen und Verstöße können künftig mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 1000 Euro belegt werden.

In der Diskussion vor der Abstimmung wurde deutlich, dass die Verbandsräte allesamt nicht als Spielverderber dastehen wollen und nichts gegen "normale" Feiern einzuwenden gehabt hätten. "Wir haben es lange im Guten versucht", fasste Hofer für alle noch einmal zusammen. In den seltensten Fällen sei der Großmut des ZVB aber belohnt worden. Das Abkommen, dass am Tag nach der Feier die Strände bis spätestens 10 Uhr morgens vom Unrat befreit sein müssen, sei selten eingehalten worden.

Nach Rücksprache mit dem Freizeitzentrum "Kratzmühle" bei Kinding im Landkreis Eichstätt sei man auf die Idee gekommen, auch am Brombachsee ein Verbot für Abschlussfeiern zu verhängen. "Die Erfahrung zeigt, dass es leider nicht anders geht", sagte der ZVB-Vorsitzende, Landrat Gerhard Wägemann. Solange kein Verbot bestehe, könne man auch die Polizei nicht einschalten und habe somit keine Handhabe. Dass durch das Feierverbot künftig alle Probleme der Vergangenheit angehören, glaubt aber selbst Wägemann nicht. Doch immerhin sei das Verbot aus seiner Sicht "ein Schritt in die richtige Richtung". Seine Bedenken meldete auch der Rother Landratstellvertreter Walter Schnell an: "Ich verstehe die Argumente, aber solche Feiern werden auch künftig stattfinden. Dann halt vermutlich bloß woanders."
 

Am Rothsee ist ein Verbot"kein Thema"


Während der Zweckverband Brombachsee ein Verbot von Abschlussfeiern auf öffentlichen Strandanlagen und Freiflächen rund um die Seen beschlossen hat, herrscht beim Zweckverband Rothsee derzeit große Gelassenheit in Sachen Strandpartys. "Für uns ist ein Verbot kein Thema", sagte Thomas Gruber, Geschäftsleiter des Zweckverbandes Rothsee, auf Nachfrage unserer Zeitung. "Ein bissel was gibt's zwar immer. Aber im Großen und Ganzen haben wir keine Veranlassung, um hier irgendwie tätig zu werden. "

Warum die Lage am Rothsee im Vergleich zum Brombachsee nicht dramatisch ist, kann Gruber erklären. So gebe es die Bemühungen, dass Schülerpartys vor allem auf der Hasenbrucker Insel stattfinden. Diese fällt in den Zuständigkeitsbereich des Wasserwirtschaftsamts, das eine einfache, aber wirksame Methode im Umgang mit Schülerpartys entwickelt hat: Um eine Feier auf der Hasenbrucker Insel genehmigt zu bekommen, braucht es eine schriftliche Vereinbarung zwischen dem Wasserwirtschaftsamt und einem oder auch mehreren Schülersprechern. Damit ist gewährleistet, dass das Amt einen direkten Ansprechpartner hat, falls eine Feier aus dem Ruder gelaufen ist. Langfristig habe die Pflicht einer solchen Vereinbarung dazu geführt, dass von Verwüstungen, wie sie vom Zweckverband Brombachsee beklagt wurden, am Rothsee nicht die Rede sein könne.
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