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Bürgermeister Markus Mahl (SPD) legt sich noch nicht auf erneute Kandidatur fest - Auch FW geben sich bedeckt - Grüne wollen in den nächsten Stadtrat

"Ich habe nicht vor, den Wahlkampf zu eröffnen"

Hilpoltstein
erstellt am 07.11.2018 um 15:22 Uhr
aktualisiert am 11.11.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Hilpoltstein (mmr/mes) Christoph Raithel (CSU) hat sich aus der Deckung gewagt: In eineinhalb Jahren will er den Kampf um den Bürgermeistersessel in Hilpoltstein für sich entscheiden. Er fordert damit den Amtsinhaber Markus Mahl (SPD) heraus. Der gibt sich in einer ersten Reaktion gelassen. "Es ist ganz legitim, wenn sich jemand um das Amt bemüht, das ist Demokratie. Allerdings habe ich nicht vor, bereits jetzt den Wahlkampf zu eröffnen", sagte Mahl heute auf Anfrage unserer Zeitung.
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Siegerfaust: Bürgermeister Markus Mahl am Abend der Kommunalwahl 2014, als seine erste Wiederwahl perfekt ist.
Siegerfaust: Bürgermeister Markus Mahl am Abend der Kommunalwahl 2014, als seine erste Wiederwahl perfekt ist.
Münch
Hilpoltstein


"Ich fühle mich wohl in meinem Amt, das habe ich schon immer gesagt", fügte er hinzu. "Wenn ich in guter körperlicher und geistiger Verfassung bin, um das Amt auszuüben, trete ich wieder an." Aber es sei noch viel zu früh, sich definitiv auf eine erneute Kandidatur festzulegen. Für die Nominierung sowohl des Bürgermeisterkandidaten als auch der Stadtratsliste gebe es bei der SPD noch gar keinen Fahrplan, aber man wolle sich am letzten Wahlkampf orientieren. Das bedeute konkret, dass die Nominierung etwa ein viertel bis ein halbes Jahr vor der Wahl im März 2020 stattfinden werde. "Bis dahin machen wir weiterhin Sachpolitik in Verwaltung und Stadtrat und wenn die Zeit gekommen ist, schalten wir in den Wahlkampfmodus um."

Keinen Bürgermeisterkandidaten wollen die Hilpoltsteiner Grünen aufstellen, kündigte deren Ortsverbandsvorsitzender Christoph Leikam an. "Aber wir wollen in den Stadtrat." Die Idee sei, in Hilpoltstein aktive Politik zu machen, "das haben wir bereits über unsere Präsenz im Ortsverband gezeigt, der vor zwei Jahren gegründet wurde", so Leikam. In dieser Zeit habe sich die Zahl der Mitglieder immerhin von fünf auf zehn verdoppelt.

Darüber hinaus gebe es noch eine Handvoll Sympathisanten, die sich regelmäßig mit den Parteimitglieder träfen, mit ihnen diskutierten und bei Aktionen hülfen. "Ich bin guter Dinge, dass wir eine Liste zusammenbekommen", sagte Leikam gestern. Ganz sicher wollen er selbst und auch der amtierende Stadtrat Felix Erbe darauf stehen. Dieser sitzt zwar schon im Stadtrat, aber aktuell für die SPD. Das soll sich nun ändern.

"Aber aktueller Stand ist, dass wir entschieden haben, nicht mit einem Bürgermeisterkandidaten in den Wahlkampf zu gehen, da wir noch ein sehr junger Ortsverband sind", erklärte Leikam. "Aber wenn wir erst einmal sechs Jahre im Stadtrat gearbeitet haben, können wir unseren Hut in den Ring schmeißen."

Leikam hält es für wichtig, dass auch die Grünen künftig im Hilpoltsteiner Kommunalparlament vertreten sind. "Die anderen Parteien haben zwar ökologische Aspekte auf der Agenda, aber im Zweifel entscheiden sie sich nicht dafür." Der Fahrradverkehr beispielsweise werde nur solange gefördert, solange der Autoverkehr nicht zurückstecken müsse. Leikam wünscht sich deshalb "mehr Konsequenz bei grünen Themen".

Schlicht zu früh ist für Michael Greiner von den Freien Wählern der Zeitpunkt der Nominierung. Seine Partei halte sich da an den bewährten Zeitplan. Sprich, die Kandidatenkür - so es einen geben wird, Greiner hält sich da bedeckt - findet erst im Herbst kommenden Jahres statt. Man wolle eine klaren Zeitplan, wenn ein Kandidat feststehe, dann solle er auch thematisch begleitet werden und der Wahlkampf beginnen. Für die CSU könne dieser Schritt nach vorne aber durchaus sinnvoll sein, sagt Greiner. "Der Kandidat kann sich Themen einarbeiten und auch welche benennen." Allerdings bestehe immer die Gefahr, dass man bei einen derart frühen Zeitpunkt den Kandidaten verbrenne.

Dass es Christoph Raithel sein wird, der für die CSU antreten will, kommt für Greiner nicht überraschend. Spätestens als Raithel zum Vorsitzenden des Museums- und Heimatvereins gewählt wurde, sei das bekannt gewesen. "Der Verein ist sehr CSU-nah und wenn die jemanden eine solche Bühne geben, dann ist das klar." Die Personalie Raithel selbst ist für Greiner, der für die Freien Wähler bei der Wahl 2014 Bürgermeisterkandidat war, "durchaus interessant". Raithel habe gute Arbeit geleistet und sei in den Themen drin. "Es wird interessant sein, welche Schwerpunkte er setzen wird."

Auch ein anderer Aspekt ist für die Freien Wähler von Belang. Welche Richtung wird die CSU mit Raithel als Kandidaten einschlagen? Bisher gibt es im Hilpoltsteiner Stadtrat eine Art Große Koalition von CSU und SPD. "Wir rechnen damit, dass die CSU dann einen eigenen Weg gehen wird", schätzt Greiner.
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