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Vergaben gestalten sich zunehmend schwieriger - Angebote bleiben mitunter komplett aus

Bauen wird für den Landkreis teurer

Hilpoltstein
erstellt am 14.06.2018 um 16:52 Uhr
aktualisiert am 18.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Hilpoltstein (mes) Verzögerungen und Kosten, die weit über den Schätzungen liegen, hat es bei den großen Bauvorhaben des Landkreises Roth bisher nicht gegeben.
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Die Erweiterung des Hilpoltsteiner Gymnasium liegt knapp hinter dem Zeitplan und zudem etwas über den Kostenschätzungen.
Die Erweiterung des Hilpoltsteiner Gymnasium liegt knapp hinter dem Zeitplan und zudem etwas über den Kostenschätzungen.
Foto: Tschapka
Hilpoltstein
Ganz im Gegenteil, nicht selten wurde sogar weniger tief in die Tasche gegriffen als zuvor berechnet. Das könnte bald der Vergangenheit angehören. Denn bereits bei aktuellen Projekten wie dem Hilpoltsteiner Gymnasium liegt man laut Gebäudemanager Alexander Wernard knapp hinter dem Zeitplan - und ein wenig über den Kostenschätzungen. Wernard wollte am Mittwoch im Kreisausschuss eigentlich vier Vergaben absegnen lassen. Tatsächlich waren es aber nur drei.

"Teilweise haben wir noch günstige Angebote", sagte Wernard. Allerdings gebe es auch schon Fälle, in denen die Ingenieurbüros die Firmen extra motivieren müssen, doch bitte ein Angebot abzugeben - der Fachkräftemangel schlägt durch. Gewisse Gewerke seien in Deutschland mittlerweile verschwunden, so gebe es keine Firmen mehr, die Armierungen machen, auch für Schweißer im Heizungsbau müsse man weit in den Osten fahren, sagte Wernard. Ebenso hätten Firmen immer öfter Probleme Zusagen einzuhalten. Beispielsweise weil sie bestimmte Teile nicht bekommen.

Am deutlichsten treten die Schwierigkeiten bei der geplanten Vergabe der Lüftungsbauarbeiten zu Tage: 15 Firmen haben sich laut Wernard die Unterlagen runtergeladen. "Abgegeben hat keiner. " Dabei sei dies weder der "Oberriesenauftrag, noch ein zu kleiner". Es geht immerhin um rund eine halbe Million Euro. Nun wird das Ganze noch einmal versucht und etwas nach hinten verschoben. "Eigentlich sollten jetzt schon 80 Prozent der Gewerke vergeben sein, es sind aber nur 68 Prozent. " Trotzdem: "Es ist noch nicht kritisch. "

Vergeben wurden die Sanitärinstallationen und die Heizungsbauarbeiten. In beiden Fällen eine Punktlandung, zwischen Schätzung und Angebot gibt es nur geringe Abweichungen. Anders sieht es bei der Elektroinstallation aus - mit rund 970000 Euro Kostenschätzung kein kleiner Fisch. Trotzdem holten sich nur vier Unternehmen die Unterlagen, zwei gaben ab. Wobei der günstigere rund 175000 Euro über den Schätzungen liegt. Unter dem Strich liegt damit der zweite Bauabschnitt der Generalsanierung 200000 Euro über dem Plan.

Weit über dem Soll liegt der Landkreis dagegen bei der Versorgung seiner Schulen mit schnellem Internet. An den vier Standorten Greding, Hilpoltstein, Roth und Wendelstein hat man im schlechtesten Fall eine Bandbreite von 100 Mbit/s. Das ist in Greding der Fall, wo man an eine DSL-Leitung angeschlossen ist und in Wendelstein, das mit Richtfunk versorgt wird. Allerdings soll Wendelstein ebenso wie kürzlich Hilpoltstein einen Glasfaseranschluss bekommen, dann sind es wie dort 300 Mbit/s im Up- und Download. Die schnellste Verbindung haben die Rother Landkreisschulen, hier gibt es per Richtfunk immerhin bis zu 800 Mbit/s.

Genutzt wird die Verbindung laut dem IT-Chef des Landkreis, Herbert Hausmann, von Schülern, Lehrern und Verwaltung - mit steigender Frequenz. Zum Vergleich: 2011 waren im IT-Bereich knapp 1800 Geräte von PCs über Tafelsysteme bis Netzwerktechnik und Telefonie aktiv. Ende vergangenen Jahres waren es bereits über 4000. Vier Schulen hätten zudem schon digitale Klassenzimmer, so Hausmann: die Gymnasien in Wendelstein und Hilpoltstein, die Realschule in Hilpoltstein sowie die Wirtschaftsschule in Greding.

Es sollen noch mehr werden, dazu gibt es sogar einen Masterplan Bayern Digital II der Staatsregierung. Dazu muss jede Schule allerdings ein Konzept erstellen und bekommt nur die Erstinvestitionen gefördert. Auf die entsprechende Förderrichtlinie werde derzeit aber noch gewartet, so Hausmann.

Einen kleinen Vorausblick auf die Schülerzahlen des kommenden Jahres liefert bereits Bernd Krämer. Demnach können die Landkreisschulen insgesamt mit konstanten Zahlen rechnen: 615 Absolventen stehen 617 Anmeldungen gegenüber. Zwischen den Schulen gibt es allerdings Verschiebungen. Am auffälligsten ist dabei, dass das Hilpoltsteiner Gymnasium im Zuge von Neubauten und Leitungswechsel weiter kräftig zulegt. Waren es 2016/17 gerade noch 68 Anmeldungen, sind es für das kommende Schuljahr wieder stattliche 111.
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