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Beworfen mit einer Bierdose und schikaniert an der rumänischen Grenze

erstellt am 14.09.2018 um 17:08 Uhr
aktualisiert am 17.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
In der dritten Woche seiner Weltreise mit dem Rad ist Marc Bernreuther in Cluj/Rumänien angekommen.
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Nach 450 strapaziösen Kilometern mit einigen Schreckmomenten will sich der 25-Jährige ein paar Tage Entspannung in der WG einer guten Freundin gönnen.

Losgefahren nach drei Tagen in Budapest ist Marc Bernreuther mit etwas Verspätung: "Ich habe mit meinem Freund Ungi einige Stamperl typisch ungarischen Kräuterschnaps getrunken und bin heute dementsprechend etwas später losgefahren und auch nur leidlich kraftvoll unterwegs gewesen. Ich war hauptsächlich auf schlechten und vielbefahrenen Landstraßen unterwegs, was sehr anstrengend war. Gipfel des Ganzen war, dass nach 95 Kilometern jemand eine Bierdose aus einem fahrenden Auto auf mich geschmissen und mich angehupt hat. Zum Glück war die Dose leer. Erschrocken bin ich trotzdem und es hat mir dann auch die restliche Fahrt lang, ziemlich die Stimmung versaut. Jetzt zelte ich im Wald. "

Der nächste durchwachsener Tag ließ aber nicht lange auf sich warten: "Erst musste ich gegen Mittag etwa eine Stunde lang die Halterung meiner Packtasche reparieren, die leider leicht kaputt gegangen ist. Danach bin ich recht lange auf schlechten Wegen unterwegs gewesen. Und am Abend, als es schon gedämmert hat und ich noch keine Unterkunft gefunden hatte, haben mich die Grenzbeamten an der Rumänischen Grenze noch so richtig schikaniert, was mich nochmal anderthalb Stunden gekostet hat. So bin ich erst um 21 Uhr in meiner Unterkunft in Oradea angekommen und war heute insgesamt über zwölf Stunden on Tour. Morgen muss ich nochmal genauso weit fahren, bis ich in Cluj bin. Hoffentlich verläuft das reibungsloser. "

Doch diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Der Weg nach Cluj geriet für Bernreuther zur Zwei-Tages-Tour. "Zwischendurch musste ich notgedrungen auf einem Feld campen. Ich hatte nur noch 35 Kilometer bis zu meinem Zielort, als es dunkel wurde. Rumänische Straßen bei Nacht sind aber viel zu gefährlich. Weiterfahren hätte überhaupt keinen Sinn gemacht. Aufgrund von Schotterpisten, Trampelpfaden, Hitze, Gegenwind (der wenigstens die Hitze erträglicher gemacht hat) und Bergen bin ich einfach nicht schnell genug vorangekommen, um es in einem Zug nach Cluj zu schaffen. Hinzu kam der psychische Terror der vorbeiheizenden Lastwagen, als ich dann wieder auf befestigten Wegen unterwegs war. Entschädigt wurde ich jedoch definitiv durch die schöne Landschaft in Rumänien. Das, was ich bislang von diesem Land gesehen habe, gefällt mir sehr. "
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