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Übernachtungszahlen in Greding knacken erstmals die Marke von 70000 - Trachtenmarkt feiert heuer Jubiläum

Beeindruckende Wachstumsraten

Greding
erstellt am 17.05.2018 um 15:50 Uhr
aktualisiert am 21.05.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Greding (HK) Das touristische Jahr in Greding ist 2017 bombig gelaufen. Blickt man auf das Jahr 2018, ist weit und breit kein Grund zu sehen, warum es wieder abwärts gehen sollte, im Gegenteil. So zeigte sich Bürgermeister Manfred Preischl (FW) in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Kultur und Tourismus sehr zufrieden.
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Trachten locken Menschenmassen an: Der alljährliche Trachtenmarkt im September, der heuer ein Jubiläum feiert, tut dem Tourismus in Greding gut. Er ist ein Pfund, mit dem die Stadt demnächst auch außerhalb des ersten Septemberwochenendes wuchern könnte.
Trachten locken Menschenmassen an: Der alljährliche Trachtenmarkt im September, der heuer ein Jubiläum feiert, tut dem Tourismus in Greding gut. Er ist ein Pfund, mit dem die Stadt demnächst auch außerhalb des ersten Septemberwochenendes wuchern könnte.
Luff
Greding
Zuwachsraten im zweistelligen Bereich sind auch in Greding nicht in der Tagesordnung, obwohl der Fremdenverkehr seit Jahren kontinuierlich wächst. Die Zahlen, die die Tourismusreferentin Samantha Thimm diesmal vorstellte, hatten es jedoch in sich: Die Zahl der Gästeankünfte stieg um 15,5 Prozent auf über 54000 an, die Zahl der Übernachtungen wuchs um 12,6 Prozent auf 70500. "Wir haben die Marke von 70000 geknackt", freute sich Preischl. Die sehr positive Entwicklung im Süden sei von Landkreis Roth im Kreistag schon gelobt worden. "Im Naturpark Altmühltal (NPA) noch nicht - weil wir da die Sitzung noch nicht gehabt haben". In der Nachbarschaft sind die Übernachtungszahlen zwar auch gestiegen, jedoch in weit geringerem Maß (NPA: 1,8 Prozent, Fränkisches Seenland: 7,5 Prozent).

Der Bürgermeister freute sich umso mehr, weil ein Blick ins Datenmaterial zeigte, dass das gute Ergebnis an der Spitze eines stetigen Wachstums steht. Vor zehn Jahren verzeichnete Greding noch rund 15000 Übernachtungen weniger. Im Wesentlichen machte Preischl drei Gründe für das gute vergangene Jahr verantwortlich: So habe es - erstens - 2017 endlich einmal keine Baustelle auf der Autobahn gegeben. Zweitens liege es in einer unsicheren Welt im Trend, dass die Deutschen verstärkt in Deutschland Urlaub machen. Und nicht zuletzt seien die Wachstumsraten auf dem Campingplatz des Bauer-Kellers seit der Sanierung der Sanitäranlagen 2012 beeindruckend gestiegen - auf mehr als 23000 Übernachtungen. Die Wohnmobile am Altstadtparkplatz würden in der Statistik nicht erfasst, so Preischl, "aber auch von ihnen profitiert unsere Gastronomie".

Die Stadt bemühe sich, mit ihren Messeauftritten - teils auch im Verbund mit dem Naturpark Altmühltal oder dem Landkreis Roth -, Gäste aus der Ferne für sich einzunehmen. Andererseits will sie mit Veranstaltungen bei Touristen und Einheimischen gleichermaßen punkten. "Der Frühlingsmarkt heuer war ein großer Erfolg", bilanzierte Preischl. Etwa 20 Fieranten mehr als im vergangenen Jahr sprächen eine deutliche Sprache und "auch die Autoschau war voll".

Heuer stehen dem Stadtchef zufolge auch Dorf- und Vereinsjubiläum in außergewöhnlich großer Zahl an, zudem das viertägige Fest der Feuerwehr zu ihrem 150-jährigen Bestehen Ende Mai. Aus Sicht der Stadt stehen vor allem zwei Veranstaltungen im Blickpunkt: Das Altstadtfest, das am 25. und 26. August erstmals zwei Tage lang gefeiert wird, und der Trachtenmarkt, der ein Jubiläum feiert: Zum 25. Mal ist die Stadt im September das Mekka der Trachtenfreunde Deutschlands und darüber hinaus.

Die Jugend sei dabei, für den Altstadtfestsamstag ein Programm auszuarbeiten, sagte Preischl. Es starte wohl gegen 16 oder 17 Uhr, mehrere Vereine packten schon hier mit an. Wie auch am Sonntag, der vor allem durch Gredinger Gruppierungen gestemmt wird - mit gewohntem Programmablauf. Der Samstag sei für diejenigen Jungen und Junggebliebenen gedacht, die im Sommer abends bis in die Nacht kräftig feiern wollten.

Das Trachtenmarktjubiläum sollte eigentlich durch dem bayerischen Kultusminister Ludwig Spaenle besonderen Glanz bekommen, er hatte auch schon längst zugesagt. Doch Spaenle verlor im Kabinett von Markus Söder seinen Posten - und sagte deshalb ab. Weil laut Preischl auch seine Nachfolgerin Marion Kiechle nicht zu bekommen war, wird das Jubiläum ohne Staatsminister gefeiert. Dafür aber wohl mit Ruzmira Tihic-Kadric, Generalkonsulin von Bosnien und Herzegowina, der Gastregion in diesem Jahr.

Apropos Gastregion: Das französische Limousin eröffnete 1998 den Reigen der Landstriche, die am Trachtenmarkt ihre althergebrachte Kleidung präsentieren durften, danach waren unter anderem das andalusische Los Vélez, ebenso Gruppen aus Südtirol, Tschechien Finnland und Slowenien hier, zudem viele Trachtenbegeisterte aus allen Ecken Deutschlands. Das nationale wie internationale Renommee, das sich die Stadt durch den Trachtenmarkt erworben hat, will Preischl auch außerhalb des ersten Septemberwochenendes nutzen - etwa durch eine Dauerausstellung. Die Mitglieder des Ausschusses sollten sich bis zur nächsten Sitzung im Herbst Gedanken machen, wie derartige Pläne am besten umgesetzt werden können, trug er ihnen als Hausaufgabe auf.

Die Stadt wolle sich überdies überlegen, welche kommunalen Flächen in Zukunft seltener gemäht werden könnten. Laut Preischl sollen ausgewählte Parzellen als Blühflächen dienen, um Insekten Nahrung zu bieten. Das LAG-Management von Altmühl-Jura wolle sich nämlich der Initiative "Deutschland summt! Wir tun was für Bienen" anschließen.
 
Volker Luff
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