Donnerstag, 21. Juni 2018
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Hilpoltstein will zur ersten "Fairtrade-Town" des Landkreises werden - Feierliche Übergabe des Siegels im Oktober geplant

Alle Kriterien erfüllt

Hilpoltstein
erstellt am 12.06.2018 um 18:49 Uhr
aktualisiert am 16.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Hilpoltstein (lkm) Als erste Gemeinde im Landkreis Roth will die Stadt Hilpoltstein zur "Fairtrade-Town" werden.
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Die Steuerungsgruppe der Hilpoltsteiner Fairtrade-Kampagne um Bürgermeister Markus Mahl und Vorsitzendem Werner Geßler ist froh, den Kriterienkatalog erfolgreich abgearbeitet zu haben.
Die Steuerungsgruppe der Hilpoltsteiner Fairtrade-Kampagne um Bürgermeister Markus Mahl und Vorsitzendem Werner Geßler ist froh, den Kriterienkatalog erfolgreich abgearbeitet zu haben.
Foto: Leykamm
Hilpoltstein
Bei der letzten Sitzung der dazugehörigen Steuerungsgruppe gelang am Montagabend ein großer Schritt dem Ziel entgegen. Alle Punkte des Kriterienkatalogs sind abgehakt. Jetzt gilt es den Antrag zu stellen und auf die Anerkennung zu hoffen.

"Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir das schaffen werden", sagten Bürgermeister Markus Mahl und der Gruppenvorsitzende Werner Geßler, Chef des Hilpoltsteiner Eine-Welt-Ladens "Senfkorn", bei dem Treffen im Rathaus wie aus einem Munde. Die Erfolgsgewissheit zeigte sich auch darin, dass bei dem Treffen bereits darüber sinniert wurde, wann denn der beste Zeitpunkt für die feierliche Überreichung des Zertifikats sei. Möglicherweise wird es ein Freitag in der zweiten Oktoberhälfte. Bis dahin wird aber weiter die Werbetrommel für das Projekt gerührt. Eine Übererfüllung der Vorgaben kann schließlich nicht schaden und zeigt, wie ernst es der Stadt Hilpoltstein mit dem Fairtrade-Siegel ist.

Ein Kriterium dafür ist zum Beispiel ein Ratsbeschluss zur Unterstützung des fairen Handels. So wird in Hilpoltstein etwa bei Seminaren, Tagungen und Empfängen bereits fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt. Bei verschiedenen Veranstaltungen wird mit Infoständen auf das Thema Fairtrade aufmerksam gemacht und bei der Fußball-Stadtmeisterschaft gab es sechs fair gehandelte Bälle mit der Aufschrift "Hip spielt fair" als Geschenke für die Teams.

Ein zweites Kriterium ist die Bildung einer Steuerungsgruppe. Das dritte Kriterium bescherte deren Mitgliedern die meiste Arbeit. Denn in einer Fairtrade-Stadt sollen sich natürlich entsprechende Produkte in den Geschäften und Gasthäusern wiederfinden. Klinken putzen war deshalb angesagt, wobei es bei den Gasthäusern auch mal eher mühsam gewesen sei, wie Geßler eingestand. Das vierte Kriterium pocht auf fair gehandelte Ware als Angebot in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen. Hier habe man aber überall offene Türen eingerannt.

Hat man das Siegel erhalten, muss man aber am Ball bleiben. Nach zwei Jahren wird die Einhaltung der Vorgaben neu überprüft, der Standard sollte dann mindestens erhalten geblieben sein. Den Anstoß, sich überhaupt als Fairtrade-Stadt zu bewerben, hatte Geßler vor drei Jahren gegeben. Just bei der Feierstunde, bei der er selbst den Ehrenamtspreis der Stadt Hilpoltstein erhielt, packte er die Gelegenheit beim Schopf und erörterte dem Bürgermeister sein Anliegen. Dieses fiel zuerst bei einen Infoabend sowie im Kulturausschuss auf fruchtbaren Boden, dann ebnete ein Stadtratsbeschluss im September des vergangenen Jahres endgültig die Bahn. Seither arbeitet die kurz danach gegründete Steuerungsgruppe fieberhaft am Erreichen des Ziels.

Geßler nutzte die Sitzung am Montagabend auch gleich, um mit zwei hartnäckigen Vorurteilen in puncto Qualität und Preis aufzuräumen. Mit dem fair gehandelten Kaffee, der ein sehr gutes Röstverfahren durchlaufe, könne nur noch hochwertiger italienischer Kaffee mithalten. Zudem müsse man bei der fair gehandelten Variante nur marginal mehr bezahlen als für ein durchschnittliches Kaffeeprodukt. Die Palette an Fairtrade-Artikeln sei mittlerweile groß. So wie dies auch die Menge der Unterstützer in Hilpoltstein ist.

Bis jetzt sind mit dabei: Residenz, Haus des Gastes, Wollstube Buchmüller, Gärtnerei Altmann, DM-Markt, Aldi, Edeka, Penny Markt, Netto, Norma, OMV Tankstelle, Senfkorn Weltladen, Musikschule, die Grundschulen Hilpoltstein und Meckenhausen, Förderzentrum Comenius-Schule, Gymnasium Hilpoltstein, KLJB Jahrsdorf, DJK Weinsfeld, Lebenshilfe Hilpoltstein, Sportfreunde Hofstetten, VITAL-REHA-Sport, LBV samt Kindergarten, Katholischer Frauenbund Hilpoltstein, Katholische Pfarrei Hilpoltstein, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Hilpoltstein, Kindertageseinrichtung St. Jakob, BRK-Kita Räuberkiste, Regens Wagner Zell samt Berufsschule Hilpoltstein, Brauereigasthof "Zum Schwarzen Roß", Stadthallenrestaurant und Yo Yoga&Osteopathie Hilpoltstein.
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