Mit großer Freude habe ich am Samstag den Leserbrief meines Sohnes Stephan gelesen, hinter dem ich voll stehe. Zeile für Zeile, Wort für Wort.

Sehr stolz und dankbar bin ich, dass es in Eichstätt Menschen gibt, die in Eichstätt für Bayern und ganz Deutschland ein deutliches Zeichen setzen gegen die Missachtung der Grundwerte unserer Demokratie und für kommenden Montag am Residenzplatz ab 18 Uhr eine große Veranstaltung geplant haben und durchführen werden. Ich bewundere alle Mitglieder des Organisationsteams, das dieses friedliche und demokratische Großereignis in Eichstätt auf die Beine gestellt hat. Diesen überaus engagierten Frauen und Männern ist es gelungen, dass sich für den Montagabend eine Vielzahl von Eichstätter Gruppen aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Vereinen, Verbänden und Parteien und Organisationen angesagt haben, für Eichstätt Gesicht und Flagge zu zeigen gegen all diejenigen, die diese Werte der Menschlichkeit und Toleranz gegen über anderen mit Füßen treten.

Als Mitglied des oft, manchmal auch zu Unrecht gescholtenen Eichstätter Stadtrats bin ich stolz auf meine Kollegen aller Fraktionen, egal ob CSU, Freie Wähler, SPD, Grüne oder ÖDP, die sich parteiübergreifend an dieser Aktion beteiligen werden.

Auf die Straße zu gehen ist übrigens nicht nur eine Angelegenheit für junge Leute. Nein! Im Gegenteil. Ich bitte darum, dass Menschen aus unserer Region aller Altersklassen sich am Montag am Eichstätter Residenzplatz einfinden werden, um die Arbeit der Organisatoren zu unterstützen.

Vor allem bitte ich die Menschen meiner "Nachkriegsgeneration" (ich bin 1949 geboren) darum, den inneren Schweinehund zu überwinden, das bequeme Sofa zu verlassen, den Fernseher auszuschalten, das Abendessen zu verschieben, um Stellung für die Erhaltung unserer Grundwerte zu beziehen, die uns Eichstättern so wichtig sind: Toleranz, Menschlichkeit, Respekt vor Mitmenschen aller Arten gemäß dem Artikel 1 unseres Grundgesetzes.

"Die Würde des Menschen ist unantastbar! " Sie zu achten und zu schützen ist nicht nur Aufgabe der staatlichen Gewalt , wie es in der Bibel aller unserer Gesetze fest geschrieben steht, sondern die Aufgabe eines jeden freiheitsliebenden und demokratisch eingestellten Menschen. So kann es für Eichstätt gelingen, den "rassistischen Fliegenschiss" einer deutlichen Minderheit vom Tisch zu wischen und gar nicht erst wachsen zu lassen.

Adalbert Lina
Eichstätt