Mit ihrem Leserbrief reichte Kerstin Merkel ein Bild ein, ?in dem zu sehen ist, dass der betroffene Teil entgegen der Argumentation der Stadt ein historischer Garten ist?, wie sie schreibt.
Mit ihrem Leserbrief reichte Kerstin Merkel ein Bild ein, "in dem zu sehen ist, dass der betroffene Teil entgegen der Argumentation der Stadt ein historischer Garten ist", wie sie schreibt.
Foto: KUE/Archiv
Vor Jahren wollte man ein Parkhaus in den Kapuzinergarten bauen, der aktuell wegen der Bauarbeiten am Krankenhaus außerordentlich gerupft aussieht. Dann errichtete man die Berufsschule in den Grüngürtel der Willibaldsburg und jetzt sollen im Hofgarten Container aufgestellt werden. Ausgerechnet im Hofgarten, dem Juwel unter allen Grünanlagen in Eichstätt!

Das Argument, der betroffene Teil des Gartens sei nicht historisch, ist schlichtweg falsch. Auf zeitgenössischen Bildern ist eindeutig zu sehen, dass der Teil als geometrischer Garten der nördlich anschließenden Orangerie (heute Rechenzentrum) vorgelagert war. Durch ein Portal war er mit dem großen Hauptteil des Hofgartens verbunden.

Der Hofgarten und die Sommerresidenz gehören zu den Sehenswürdigkeiten von Eichstätt. Touristen dürften sich über den respektlosen Umgang mit Kulturgut sehr wundern. In anderen Städten werden historische Gärten liebevoll gepflegt, geschickt vermarktet und als Aushängeschild für Touristen genutzt - in Eichstätt wird abgeholzt und gesplittet.

Das eigentliche Problem, vor dem die Stadt und der Kreis seit Jahrzehnten die Augen verschließen, ist die Tatsache, dass Eichstätt definitiv an seine Grenzen gestoßen ist. Eine weitsichtige, zukunftsorientiert Stadtplanung wird nicht gewagt, immer wieder sucht man den letzten Quadratmeter, den man noch zubauen kann, und immer wieder riskiert man Verkehrs- und Parkplatzchaos.

Auch für Eltern ist es ein Ärgernis, dass man offenbar die Existenz der Kleinkinder in der Stadt ignoriert, bis man im Schnellverfahren auf eine solche Notlösung kommt. Kinder sollten es uns wert sein, rechtzeitig qualitätvolle Betreuungseinrichtungen zu schaffen. Es würde sich anbieten, die Kindergärten in Wohnortnähe zu platzieren, also in den Neubaugebieten Landershofen und Weinleite West, denn dort sind die jungen Familien. Hat man diese Standorte überhaupt in Erwägung gezogen?

Professorin Dr. Kerstin Merkel,

Nassenfels