Ich erachte es als außerordentlich bedauerlich, dass die Bemühungen von Bürgermeister Mittl um die Verwirklichung des geplanten "Haus des Steins" im alten Schulhaus von Mörnsheim von vielen Gemeinderäten nur sehr zurückhaltend unterstützt werden. Sie scheinen die Bedeutung einer Einrichtung dieser Art für unsere Heimatgemeinde, die neben Solnhofen und Langenaltheim zu den drei Hauptorten im Kerngebiet des Solnhofer Steins zählt, nicht erkannt zu haben.

Ihrer Zeit weit voraus schauende Persönlichkeiten aus Eichstätt und Solnhofen, dort insbesondere der rührige Bürgermeister Müller, haben schon in frühen Jahren erkannt, welch außergewöhnliche Schätze uns die Natur damit geschenkt hat, haben sie gesammelt, präpariert und dokumentiert und sie in musealen Einrichtungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Ein eher stiefmütterliches Dasein fristeten dagegen die bisher als wertlos erachteten so genannten "Mörnsheimer Schichten", wissenschaftlich seit langem unter diesem Namen bekannt, jedoch mangels wirtschaftlichen Nutzens von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet.

Mit der Eröffnung des Besuchersteinbruchs in Mühlheim im vergangenen Jahr, der sich ausschließlich den "Mörnsheimer Schichten" erschließt, wurde offenkundig, welch unschätzbaren Fossilienreichtum diese Schichten bergen. Dem Markt Mörnsheim bietet sich nun die einmalige Gelegenheit, in Zusammenarbeit mit den Betreibern des Mühlheimer Fossilienbruchs, die eng mit wissenschaftlichen Einrichtungen kooperieren, mit einem "Haus des Steins" als Ausstellungs- und Dokumentationsstätte, die aus der Erforschung der "Mörnsheimer Schichten" resultierenden Erkenntnisse der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Nachdem erhebliche finanzielle Zuschüsse von den Fossiliensteinbruchbetreibern, über das Förderprogramm "Monheimer Alb/AltmühlJura" sowie anderer Geldgeber zu erwarten sind, wäre es unverantwortlich, die Gunst der Stunde nicht zu nutzen. Wenn wir nicht zugreifen, tun es andere. Die Zeit läuft!

Natürlich darf die Gemeinde darüber ihre Pflichtaufgaben nicht vernachlässigen. Aber wann bietet sich wieder eine Gelegenheit wie diese, Gemeindeinteressen mit denen der Wissenschaft und des in unserem Ort so dringend benötigten Tourismus zu verbinden?

Mörnsheims Bevölkerungszahlen sind seit Jahren rückläufig, denn Bauland steht in der Enge das Tals nur beschränkt zur Verfügung, Industrieansiedlungen sind nicht zu erwarten. Die einzige Möglichkeit, Gemeinde, Gastronomie und Einzelhandel wirtschaftlich zu stärken ist der Ausbau des Tourismus. Ihn zu fördern, sollte im Vordergrund der Bemühungen um den Erhalt unseres Marktes stehen.

Der Einrichtung eines "Haus des Steins" in Mörnsheim messe ich hierbei eine besondere Bedeutung zu. Die Gelegenheit, dem Stein in Mörnsheim mit einem "Haus des Steins" eine würdige Heimat zu geben, sollten wir nicht ungenutzt verstreichen lassen.

Fritz Opitsch

Mörnsheim