Das ist wichtig und richtig und sollte in jedem Fall umgesetzt werden.

Allerdings ist damit nur ein Teil der Gefahr gebannt - zumindest für die Kinder, die zum Schulzentrum Schottenau fahren. Die müssen nämlich an der Römerstraße beim Kelz aussteigen und die Straße überqueren. Und das zu einer Zeit, zu der der Berufsverkehr dort seinen Höhepunkt erreicht.

Ich stehe seit Anfang Oktober jeden Tag um dreiviertel acht an der Bushaltestelle und beobachte die Dramen - anders kann man es fast nicht nennen -, die sich dort abspielen: Oft nutzen die Kinder die Gelegenheit, vor dem noch stehenden Bus über die Straße zu kommen. Der wird aber regelmäßig von Autos oder Lkw einfach in unverminderter Geschwindigkeit überholt. Auch der Gegenverkehr hält sich selten an die eigentlich vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit beim Passieren des Busses. An vielen Tagen ist der Verkehr aber auch einfach so dicht, dass fast kein Durchkommen ist. Dann heißt es: schnell zwischen zwei Autos drüberhuschen! Und das jetzt, wenn es noch düster ist und die Kinder meistens auch noch dunkel angezogen sind. Manchmal erbarmt sich auch der ein oder andere Autofahrer und opfert drei Sekunden seiner wertvollen Zeit, um die Kinder rüber zu lassen. Aber wehe, wenn der Gegenverkehr das nicht überreißt und einfach durchbrettert!

Um 13 Uhr geht es dann auf der gegenüberliegenden Seite hoch her. Da stehen die Kinder dicht gedrängt auf dem Gehsteig und warten auf den Bus. Kein Wunder, dass da mal einer unvermittelt auf die Straße tritt. Wie viele Heerscharen an Schutzengeln da wohl jeden Tag am Werk sein müssen, damit nicht (mehr) passiert?

Ich frage mich, warum die Kelz-Haltestelle überhaupt eine Schulbushaltestelle ist. Schließlich gibt es dafür ja keine 100 Meter entfernt einen zum Schulzentrum gehörenden Busbahnhof. Und wenn diese Stelle - aus welchen Gründen auch immer - schon als Schulbus-Haltestelle genutzt werden muss: Warum pinselt man dann nur ein paar Kinder auf die Straße, die bei dem Verkehr eh keiner sieht, geschweige denn, beachtet?

Wie wäre es mit Tempo 30? Und regelmäßigen Polizeikontrollen, auch und vor allem wegen der Bus-Überholer? Oder vielleicht sogar einem Zebrastreifen? Ja liebe Verantwortlichen der Stadt, wir Eichstätter wissen tatsächlich, was das ist und wir könnten alle damit umgehen. Wirklich! Und kommen Sie bitte nicht wieder mit dem Totschlag-Argument "trügerische Sicherheit". Das trifft ja letztendlich auf jede Verkehrsregel zu: dass diese nur so viel an Sicherheit bietet, wie sie auch Beachtung findet.

Klar ist, dass hier was passieren muss, bevor etwas passiert! Und bis dahin auch der Appell an die Autofahrer: bitte an dieser Stelle um ein bisschen mehr Rücksicht und Geduld. Die paar Sekunden Wartezeit reißen's doch wirklich nicht raus, oder?

Martina Koderer
Eichstätt