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30.11.2002 00:00 Uhr | x gelesen
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Handys nur im Notfall benutzen


Zum Bericht "Regierung erlaubt Antenne auf dem Telekomgebäude" (EK vom 25.


Juli 2002):

Seit November 2001 warnt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) vor möglicher gesundheitlicher Gefährdung durch Mobilfunk und empfiehlt, in Häusern mit Festanschluss lieber schnurgebundene Telefone zu verwenden.

Am 26. Februar dieses Jahres berichtete die ARD-Sendung plusminus über einen zehnjährigen Buben im bayerischen Haibach, der durch einen Mobilfunksendemast auf dem Nachbarhaus schwer psychisch erkrankte und nicht mehr lesen konnte. Nach teurer Abschirmung des Hauses ist der Junge inzwischen gesund; auf Beschluss des Umweltausschusses des Bayerischen Landtages verhandelt die Staatsregierung mit der Telekom über die "vorübergehende" Abschaltung des Sendemastes.

In Spanien befahl ein Richter die Abschaltung von Sendeantennen neben einer Schule in Valladolid (inzwischen elf Fälle von Leukämie und Lymphknotenkrebs in der direkten Umgebung der Schule). Daraufhin wurden von den Kommunen in Spanien über 2000 Sendeanlagen zwangsweise stillgelegt. Wie die Tageszeitung "El Pais" am 22. Juli 2002 berichtete, befürchten die Betreiber in Spanien, dass in einem Jahr schon 5000 Sendeanlagen durch Druck der Kommunen ausgeschaltet werden und dadurch in Spanien große Gebiete mit Funklöchern entstehen.

Diese Probleme würden alle nicht entstehen, wenn man Handys wirklich nur für das benutzen würde, wozu sie notwendig sind: im Notfall unterwegs erreichbar zu sein und eben nicht in Häusern und sogar in Kellergeschossen und metallisch abgeschirmten Aufzügen.

Dann könnte man den größeren Teil der Sendemasten abschalten und bei den restlichen Sendern die Sendeleistung so drosseln, dass keine große dauernde Belastung der Menschen notwendig wäre. Die Verwendung von Handys als Spielzeug bei Kindern und Jugendlichen wird langfristig zu Schäden wie Konzentrationsstörungen, Tinnitus und letztendlich auch Tumoren führen. Ebenso stellt die Uni Gießen bei der Schnaitseestudie fest, dass bei Mobilfunkbelastung Hinweise für Chromosomenschäden nachzuweisen waren.

Beschämend ist das Verhalten der Politiker: Sowohl Staats- als auch Bundesregierung sehen angeblich keinen Handlungsbedarf, bei 50 Milliarden € Einnahmen (UMTS-Lizenzen) fallen gesundheitliche Bedenken unter den Tisch. Selbst ein Grünen-Umweltminister wagt es nicht, sich gegen den Druck der Mobilfunklobby zu wehren.

Allerdings hat die Bundesregierung beim Verzicht auf die Senkung der Grenzwerte im vergangenen Herbst eine freiwillige Selbstbeschränkung der Mobilfunkbetreiber erreicht: Am 6. Dezember 2001 erklärten diese, sensible Bereiche wie Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser auszusparen. Danach dürfte die Antenne auf dem Telekomgebäude vom Tisch sein. Ob sich dieser "freiwilligen" Erklärung ein Rechtsanspruch ableiten lässt, bleibt abzuwarten. Dr. Martin Gailhofer Arbeitskreis Umwelt und Gesundheit ÖDP Eichstätt Pappenberger Straße 21 85072 Eichstätt


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