Dienstag, 19. Juni 2018
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Ingo Sparenberg will anderen Mukoviszidosekranken ein Vorbild sein

Ultramarathon gemeistert

Zell
erstellt am 17.08.2015 um 18:55 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 17:31 Uhr | x gelesen
Zell an der Speck/Magdeburg (pso) Es sollte der Lauf seines Lebens werden – und er wurde es auch. Ingo Sparenberg hat als erster Europäer mit Mukoviszidose einen Ultramarathon mit einer Länge von 60 Kilometern in Angriff genommen (wir berichteten) und erfolgreich bewältigt.
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Zell: Ultramarathon gemeistert
Ingo Sparenberg nutzte bei Kilometer 50 seinen unbändigen Willen für die letzten zehn Kilometer. - Foto: pso
Zell

So ganz glauben kann der gebürtige Magdeburger, der seit 16 Jahren in Zell an der Speck, einem Ortsteil von Nassenfels, wohnt, noch immer nicht, was er da am vergangenen Samstag in Wolmirstedt bei Magdeburg geleistet hat.

60 Kilometer, 88 888 Schritte in sieben Stunden, das war seine eigene Vorgabe. Geschafft hat er es in knapp siebendreiviertel Stunden, inklusive einer Unwetterpause von 50 Minuten mit Hagel- und Starkregenschauer. „Es war schon heftig, ich musste mich gerade auf den letzten 13 Kilometern ganz schön durchbeißen“, erinnert sich der selbst ernannte „CF-Europameister über 60 Kilometer“ (CF steht für Cystic Fibrosis, wie Mukoviszidose im internationalen Sprachgebrauch genannt wird) im Gespräch mit unserer Zeitung. Zwei der 14 Starter mussten aufgeben, Sparenberg dagegen kämpfte sich trotz Knie- und Muskelschmerzen, unterstützt von etlichen Helfern auf und unzähligen Fans an der Strecke ins Ziel. Rund 5000 Euro Spendengelder hat der Extremsportler mit der Teilnahme am Ultramarathon „erlaufen“, Geld, das Menschen mit Mukoviszidose direkt zugutekommt. Der 37-Jährige wolle andere CF-Patienten dazu motivieren, sich, soweit es das eigene Krankheitsbild zulässt, sportlich zu betätigen: „Dann kommt man leichter wieder aus einem Tief heraus.“

Zwei Tage nach dem Lauf hat Sparenberg zwar noch Muskelkater und leichte Beinschmerzen, insgesamt gehe es ihm aber gut, wie er selbst erzählt. Auf die Frage, welches Projekt als nächstes anstehe, antwortet Sparenberg mit einem gutgelaunten Lachen: „Jetzt muss ich erst einmal sacken lassen, was die vergangenen Tage und Wochen alles passiert ist. Dann werde ich genießen, mich ausruhen, den Kopf freimachen und viel Zeit mit meiner Frau verbringen.“

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