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Wertvollstes Mappenwerk

erstellt am 16.11.2005 um 19:51 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 14:28 Uhr | x gelesen
Eichstätt (klf) Nicht zum ersten mal fand sich unter den Gästen einer Ausstellungsvernissage in der Eichstätter Lithographiewerkstatt auch die Witwe des Bildhauers und Malers Alois Wünsche-Mitterecker. Diesmal freilich war ihre Anwesenheit von größter Bedeutung, denn sie erhielt am Samstagabend aus den Händen von Werkstattleiterin Li Portenlänger vor zahlreichen Gästen das erste Exemplar der neuesten Künstlermappe, die in den vergangenen Monaten in der Lithographiewerkstatt entstanden ist. In der Tat handelt es sich bei der in eine schwarze Kassette eingelegten Künstlermappe wohl um die wertvollste Mappe, die bislang von der Lithographiewerkstatt editiert wurde und die mit der Hilfe der Sponsoren Kräck+Demler Mediengestaltung und der Sozietät Spiegel bibliophil realisiert und publiziert werden konnte.
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Insgesamt nur 30 Exemplare umfasst die Auflage dieser Mappe mit dem Titel "Figurenfeld – Erfahren, Erinnern", der Gedichte des Aachener Dichters Andreas Weiland und je zwei Original-Lithographien von Luc Piron, Angelo Evelyn und Li Portenlänger beiliegen. Die Lithographien wurden zum Teil vor Ort in Eichstätt nach einem intensiven Besuch des Figurenfeldes geschaffen oder in den Ateliers der beteiligten Künstler erinnert und in Belgien bei Rudolf Broulim von der Steinpresse gezogen. Die von Trauer und Entsetzen starren und doch auch wieder aufregend bildhaft klingenden Gedichte von Andreas Weiland wurden in Eichstätt von Kräck+Demler mit den künstlerischen Beiträgen von Evelyn, Piron und Portenlänger zur Mappe "Figurenfeld – Erfahren, Erinnern" zusammengeführt.

Andreas Weiland las am Samstagabend aus diesen ergreifenden Wort-, Sinn- und Satz-Formungen, die sich zum Teil gewaltig und fast gewaltsam, zum Teil assoziativ und dissoziierend an das Figurenfeld annähern. In der dritten Strophe seines auch dem Bildhauer Alois Wünsche-Mitterecker gewidmeten Gedichtes "Fleischortknochengesang Windlanderinnerung" schreibt Weiland "Die kreatur gesehen, eingeholt, gefangen, festgefroren im moment des vergehens. Überm tal stand der wächter. Die stelen drohlich hielten fest: ein bild. Gaukler des todes machtvoll spottend des leids."

Angelo Evelyn, Luc Piron und Li Portenlänger hatten vor der Lesung zunächst kurz ihre künstlerischen und gedanklichen wie ethischen Zugänge zu Wünsche-Mittereckers Figurenfeld erläutert. Auch diese Texte sind in der Mappe publiziert. Schließlich finden sich alle Blätter aus der Mappe und weitere Arbeiten der drei Künstler zum Thema des Figurenfeldes in der aktuellen Ausstellung in der Lithographiewerkstat der Stadt Eichstätt in der Pfahlstraße 25. Die Ausstellung kann bis 30. Dezember besucht werden. Sie ist Mittwoch bis Freitag jeweils von 16 bis 18 Uhr geöffnet und am Samstag und Sonntag jeweils von 11 bis 13 Uhr.

Ruediger Klein
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