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Belastete Westenkreuzung soll nach schweren Unfällen möglicherweise entschärft werden

Nachdenken über eine Ampel

Eichstätt
erstellt am 16.05.2018 um 18:06 Uhr
aktualisiert am 20.05.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK) Die Westenkreuzung in Eichstätt war schon immer ein schwieriges Terrain. Seitdem aber der Bahnübergang an der Schlagbrücke umgebaut wird, hat sich die Lage nochmals verschärft. Zwei schwere Unfälle haben sich allein vergangene Woche an der Westenkreuzung ereignet. Nun wird über eine Entschärfung - eventuell durch eine Ampel - nachgedacht.
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Nun wird über eine Entschärfung nachgedacht. Eine Option wäre demnach, dort übergangsweise eine Ampel aufzustellen.
Fotos: Knopp
Eichstätt
Ursache für die Unfälle waren typische Vorfahrtsfehler: Am vergangenen Mittwoch wollte ein 75-Jähriger die Kreuzung von der Rebdorfer Straße in Richtung Westenstraße überqueren. Dabei krachte es. Bilanz des Unfalls, in den drei Autos verwickelt waren: 35000 Euro Schaden und ein Leichtverletzter. Folgenschwerer war der Unfall nur zwei Tage später: Beim Einbiegen in die B13 übersah eine Autofahrerin eine junge Motorradfahrerin. Die 19-Jährige musste mit dem Rettungshubschrauber ins Ingolstädter Klinikum geflogen werden. Die schwangere Unfallverursacherin kam mit einem Schock ins Eichstätter Krankenhaus.

Von einem Unfallschwerpunkt könne man noch nicht sprechen, aber es sei durchaus eine "merkliche Steigerung" dort zu registrieren, so der Eichstätter Polizeichef Heinz Rindlbacher auf Anfrage unserer Zeitung. Vier Unfälle mussten die Beamten seit dem 23. April an der Westenkreuzung aufnehmen. Seit diesem Zeitpunkt ist bekanntlich die Kreuzung an der nahe gelegenen Schlagbrücke wegen Umbauarbeiten gesperrt. Der Verkehr im Westen der Stadt läuft also momentan ausschließlich über die Westenkreuzung.

Zweifellos sei es schwieriger geworden, die B13 dort zu überqueren, betont Rindlbacher weiter, "gerade wenn der Verkehrsstrom nicht abreißt". Und das scheint genau eines der Probleme zu sein. Die Ampel an der einige hundert Meter weiter südlich gelegenen Freiwasserkreuzung (Bahnübergang) ist nämlich seit drei Wochen - also seit Beginn der Bauarbeiten an der Schlagbrücke - abgeschaltet. Von unten rollt der Verkehr auf der B13 demnach quasi ohne Unterbrechung. "Warum die Ampel nicht läuft, kann ich auch nicht sagen", zeigt sich Rindlbacher etwas verwundert.
Seitdem der Bahnübergang an der Schlagbrücke umgebaut wird, ist die Westenkreuzung (Bild oben) wegen des Umleitungsverkehrs hoch belastet. In den vergangenen drei Wochen ist es dort zu vier, teils schweren Unfällen gekommen. Beim bislang letzten am Freitag wurde eine 19-jährige Motorradfahrerin schwer verletzt (links). Nun wird über eine Entschärfung nachgedacht. Eine Option wäre demnach, dort übergangsweise eine Ampel aufzustellen.
Seitdem der Bahnübergang an der Schlagbrücke umgebaut wird, ist die Westenkreuzung (Bild oben) wegen des Umleitungsverkehrs hoch belastet. In den vergangenen drei Wochen ist es dort zu vier, teils schweren Unfällen gekommen. Beim bislang letzten am Freitag wurde eine 19-jährige Motorradfahrerin schwer verletzt (links).
Fotos: Knopp
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Licht ins Dunkel bringt Karl Ziegelmeier, Leiter der städtischen Verkehrsbehörde. Das Ausschalten der Ampel an der Freiwasserkreuzung sei das Ergebnis eines Abwägungsprozesses im Zuge der Baustellensituation gewesen. In erster Linie gehe es um die Busse, die von Rebdorf zum Zentralen Omnibusbahnhof fahren. Normalerweise queren sie die Kreuzung von der Äußeren Freiwasserstraße kommend. Aktuell müssen sie aber über die Westenkreuzung und dann an der Freiwasserkreuzung nach links zum ZOB abbiegen. "Mit Ampel bringen wir die wegen des Gegenverkehrs nicht flüssig weiter", erklärt Ziegelmeier gegenüber unserer Zeitung. Wäre die Ampel in Betrieb, sei ein langer Rückstau auf der B13 vorprogrammiert.

Die Ampel wieder anschalten will Ziegelmeier also nicht, dafür rücke aber die Westenkreuzung wegen der Unfälle in den Fokus: "Wir werden uns in der kommenden Woche nochmals mit der Polizei zusammensetzen und die Lage analysieren", kündigt er an und räumt ein, dass der Knotenpunkt zu den Stoßzeiten morgens, mittags und am frühen Abend an seine Belastungsgrenzen stoße. Eine Lösung könne möglicherweise eine mobile Ampel sein. Allerdings sei das sehr aufwendig, "und diese liefe eben dann auch zu den normalen Zeiten", schränkt Ziegelmeier ein. Außerdem müsse man schauen, ob solch eine Anlage überhaupt auf die Schnelle aufzutreiben sei.

Grundsätzlich appelliert Ziegelmeier an die Autofahrer, sich an der Westenkreuzung in Geduld zu üben. Das wird noch eine ganze Weile nötig sein. Die Bauarbeiten an der Schlagbrücke dauern voraussichtlich bis Ende Juli.
 
Jürgen Knopp
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