Sonntag, 18. November 2018
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Bei der ersten Bürgerversammlung der Stadt Eichstätt standen Verkehr und Straßen im Fokus

Mehr "Tempo 30" erwünscht

Eichstätt
erstellt am 08.11.2018 um 18:02 Uhr
aktualisiert am 14.11.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK) Zum Auftakt der Bürgerversammlungen für Eichstätt und die Stadtteile kamen am Mittwochabend rund 45 Interessierte ins Gasthaus Krone am Eichstätter Domplatz. Neben einigen Stadträten waren es vor allem ältere Bürger, viele von ihnen "Stammpublikum".
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Schon vor dem Ende der 30er-Zone beschleunigen viele Autofahrer in der Engstelle der Luitpoldstraße am Gabrieli-Gymnasium.
Schon vor dem Ende der 30er-Zone beschleunigen viele Autofahrer in der Engstelle der Luitpoldstraße am Gabrieli-Gymnasium.
Straßer
Eichstätt
Im also nur halbvollen Krone-saal informierte zunächst Oberbürgermeister Andreas Steppberger über die Situation der Stadt (siehe Kasten). Im Anschluss hatten die Bürger das Wort - wie schon oft in den vergangenen Jahren standen vor allem Fragen und Anmerkungen zu Verkehrsregelungen und zum Zustand der Straßen im Vordergrund.

Bezugnehmend auf die Neugestaltung der inneren Westenstraße und die bevorstehende Sanierung der oberen Luitpoldstraße kam zum Beispiel die Frage auf, ob Kopfsteinpflaster nachhaltig restauriert werden könne und ob das Stadtbauamt dabei berücksichtige, dass die Eichstätter Straßen auch von schweren Lkws befahren werden. Der Zustand der Straße vor dem Gabrieli-Gymnasium etwa sei "furchtbar". Stadtbaumeister Manfred Janner gab zunächst zu bedenken, dass die betroffenen Straßen teils 30 Jahre alt seien. Außerdem setze man in Eichstätt auf "eine völlig neue Ausbauart" mit Drainasphalt oder Drainbeton, durch die die Stabilität der Straßen deutlich erhöht werde.

Ein langer Redebeitrag, der in ähnlicher Form auch als "offener Brief" an die Stadt gehen wird, kam von Anwohnern des Bereichs Burgberg. Sie befürchten im Zuge der "Nachverdichtung" ihres Wohngebietes durch die Neubauten an der Berufsschule einen "Kollaps des Kanalsystems". Stadtwerkechef Wolfgang Brandl betonte, dass hier wie bei jedem anderen Bauvorhaben die Entwässerungssituation geprüft werde. Stelle man dabei Schwierigkeiten fest, müsse der Bauherr beispielsweise Rückhaltebecken auf seinem Grundstück einplanen.

Noch größere Sorgen bereitet den Anwohnern jedoch die geplante Zu- und Abfahrtsregelung im Bereich der Berufsschule - sie erwarten ein "Verkehrschaos" vor ihrer Haustüre. Der Stadtbaumeister verwies vergeblich auf das Verkehrsgutachten, das die gewählte Variante empfohlen habe, die seiner Meinung nach eher für eine Entspannung als für eine Verschärfung der Verkehrssituation am Burgberg sorgen werde. Das Misstrauen der Anlieger gegenüber Fachleuten, die "am grünen Tisch" entscheiden, konnte er nicht zerstreuen.
Mit rund 45 Interessierten sprach Oberbürgermeister Andreas Steppberger bei der ersten Bürgerversammlung des Jahres über aktuelle Themen aus Eichstätt.
Mit rund 45 Interessierten sprach Oberbürgermeister Andreas Steppberger bei der ersten Bürgerversammlung des Jahres über aktuelle Themen aus Eichstätt.
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Verkehrsregelung war überhaupt ein großes Thema. Auf Nachfrage erklärte Ordnungsamtschef Karl Ziegelmeier, dass sich die bereits vor einem Jahr geforderte Tempo-30-Regelung fürs Buchtal "in der Umsetzungsphase" befinde. Um das bereits bestehende Tempo-30-Gebot in der Luitpoldstraße, die sich laut einem Anwohner immer mehr zur "Rennstrecke" entwickelt, besser durchzusetzen, versprach Ziegelmeier, die Polizei um eine stärkere Überwachung dieses Bereichs zu bitten. Wenig ändern könne er dagegen an der Situation in der Webergasse, die völlig überlastet sei, "weil die Eltern ihre Kinder bis zur Schranke an St. Walburg mit dem Auto vorfahren", wie ein Bürger anmerkte. "Wir machen wirklich verdammt viel, damit Kinder sicher durch die Stadt kommen. Aber in diesem Fall kann ich nur immer wieder an die Vernunft der Eltern appellieren", betonte der Ordnungsamtschef.

Ein Gerücht konnte Stadtwerkechef Brandl entkräften: In der Stadt werde spekuliert, so eine Wortmeldung, dass die Stadtlinie auch nach der Wiederöffnung der Westenstraße weiterhin den Weg über die Pfahlstraße und den Residenzplatz nehmen werde. "Diesem Gedanken kann ich eine klare Absage erteilen", so Brandl. Der Marktplatz als zentraler Platz der Eichstätter Innenstadt werde so bald wie möglich wieder angefahren: "Diese Strecke fährt die Stadtlinie seit 1992 ohne größere Probleme, ich weiß nicht, warum wir das ändern sollten."

Der Zustand des Obdachlosenhauses in der Hindenburgstraße, insbesondere die schlechte Isolierung der Fenster, wurde von einem Bewohner moniert. "Die Zeit für dieses Haus ist abgelaufen", gab der Oberbürgermeister zu. Es entspreche aber durchaus noch den geforderten Mindeststandards für Obdachlosenunterkünfte, entgegnete Karl Ziegelmeier, "aber das mit den Fenstern schauen wir uns mal an".

Ein Anliegen, das wohl viele Eichstätter umtreibt, kam auch noch auf den Tisch: "Was wird aus dem Jura-Museum?", erging die Frage an Andreas Steppberger. Der bat um noch ein wenig Geduld: "Es laufen sehr intensive Gespräche und Verhandlungen auf verschiedensten Ebenen, die ich nicht gefährden möchte. Daher kann ich heute dazu nichts sagen."
 
Katrin Straßer
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