Samstag, 19. Januar 2019
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Arbeitskreis Shalom gab mit Roma-Seelsorger Józef Lankó den Preisträger 2019 bekannt

Unermüdlicher Einsatz für die Roma

Eichstätt
erstellt am 10.01.2019 um 15:08 Uhr
aktualisiert am 14.01.2019 um 03:33 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK) Pfarrer Józef Lankó aus Ungarn wird im Mai den hochdotierten Friedenspreis des Arbeitskreis Shalom für Gerechtigkeit und Frieden für seinen langjährigen Einsatz als Seelsorger für die Roma in Alsószentmárton in der Diözese Pécs entgegennehmen.
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Sie freuen sich auf die Shalom-Preisvergabe am 18. Mai 2019 in der Sommerresidenz der Universität an Pater Jozef Lankó: Das Team des Arbeitskreises Shalom Gerechtigkeit und Frieden mit Renovabis-Ungarn-Referentin Christiana Hägele (re.).
Sie freuen sich auf die Shalom-Preisvergabe am 18. Mai 2019 in der Sommerresidenz der Universität an Pater Jozef Lankó: Das Team des Arbeitskreises Shalom Gerechtigkeit und Frieden mit Renovabis-Ungarn-Referentin Christiana Hägele (re.).
Kusche
Eichstätt
Im Rahmen einer kleinen Feierstunde stellten die Mitglieder des Arbeitskreises und Christiana Hägele, Ungarn-Expertin des katholischen Osteuropa-Hilfswerks Renovabis, den außergewöhnlichen Preisträger und sein Engagement für Menschenwürde und Menschenrechte der vielfach marginalisierten Roma-Bevölkerung vor.

Die Begeisterung für Józef Lankó als Shalom-Preisträger 2019 stand Christiana Hägele, auf dem Gesicht geschrieben: "Ich freue mich unbändig, dass Sie am 18. Mai die Gelegenheit haben werden, diesen außergewöhnlichen Mann kennen zu lernen, der mit seinem Eintreten für die Roma ein großes Vorbild für uns alle sein kann", betonte Hägele zu Beginn ihrer Vorstellung des bereits seit den 1980er Jahre in Alsószentmárton, im südlichen Ungarn, tätigen Pfarrers.

Die dortige ländliche Region, seit jeher ärmlich und strukturschwach, erlebte nach der Wende eine starke Abwanderungswelle. Die Ärmsten der Bevölkerung, allen voran die Roma, blieben in der Region zurück - ohne Arbeit, ohne Lebensperspektiven, ohne Bildung. Im Umkreis des Dorfes Alsószentmárton blieben einzig Roma-Familien in für uns unvorstellbaren Wohn- und Lebensbedingungen zurück. "Für Pfarrer Lankó stand damals schon fest, dass er aus seiner christlichen Überzeugung heraus an der Seite dieser sozial benachteiligten Menschen leben wollte", so Hägele.

Es ist genau diese bewundernswerte Konsequenz, mit der der Roma-Pastoralbeauftragte und zukünftige Shalom-Preisträger Lankó seit nunmehr knapp 40 Jahren auf Augenhöhe mit den Roma lebt, die den Shalom-Arbeitskreis überzeugt hat. Denn Alsószentmárton habe sich unglaublich viel zum Positiven verändert. In Zusammenarbeit mit dem deutschen Partnerschaftsverein Caritas Sankt Martin e.V. sind im ganzen Umkreis neun Gemeinschaftshäuser entstanden, die allen Menschen offen stehen und wo verlässliche professionelle Ansprechpartner und Hilfe für jede Lebenslage zu finden sind.

Dort hat Lankó auch eine Nachmittagsbetreuung für knapp 100 Kinder und Jugendliche eingerichtet, in der individuelle schulische Förderung, Theater Tanz und Musik, Werken, Sport, Ausflüge und Sommerlager stattfinden. Aus den verschiedenen Elementen, die Lankó in seiner Diözese Pécs über die Jahre einführte, habe sich ein ungarnweit praktiziertes Modell herausgebildet, erläuterte Hägele. Es umfasst unter anderem einen durchgehenden Bildungsweg vom bilingualen Kindergarten (ungarisch und romanes) bis zum Abitur, der Roma-Kindern zu besseren Chancen verhilft und sie ihre Identität bewahren lässt.

Dem Arbeitskreis Shalom, der derzeit aus zehn aktiven Eichstätter Bürgerinnen und Bürger sowie Studierenden der KU Eichstätt-Ingolstadt besteht, fiel die Wahl des rührigen ungarischen Pfarrers leicht. Sein unermüdlicher Einsatz für die mit einem Bevölkerungsanteil von 10 Prozent größte ethnische, aber stark diskriminierte Minderheit Ungarns überzeugte: "Lankó hat in seiner tiefen christlichen Überzeugung seine Stimme gegen jede Art von Ausgrenzung, Demütigung und Leid und für die Würde und Rechte der Roma erhoben. Wir freuen uns darauf, ihm dem Eichstätter Shalompreis im Mai überreichen zu dürfen."

Musikalisch wurde die Feierstunde virtuos von Mirjam Thissen (Klavier), Lukas Hanauska (Violine), Karina Berwolf (Querflöte) und Andrea Strasser (Harfe) sowie vom Kammerchor der KU unter Leitung von Nico Schneidereit umrahmt.
 
Dagmar Kusche
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