Sonntag, 23. September 2018
Lade Login-Box.

 

Trauer um Professor Müller-Beck

Meilenhofen
erstellt am 11.09.2018 um 17:54 Uhr
aktualisiert am 14.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Meilenhofen/Zell (EK) Wie erst jetzt bekannt wurde, ist am 2. August der Ausgräber des Speckbergs bei Zell-Meilenhofen, Professor em.
Textgröße
Drucken
Hansjürgen Müller-Beck, kurz vor seinem 91. Geburtstag verstorben. Müller-Beck hatte sich Anfang der 1950-er Jahre im Rahmen seiner Dissertation mit den Fundplätzen auch des Altmühltales beschäftigt. In der 1955 abgeschlossenen Arbeit mit dem Titel "Das obere Altpaläolithikum in Süddeutschland" ging er auf Fundplätze wie die Höhle Steinerner Rosenkranz bei Altendorf/ Mörnsheim, die Breitenfurter Höhle, den Hohlen Stein bei Schambach und die Weinberghöhlen bei Mauern ein. Als Spezialist auf diesem Gebiet wurden ihm die Ausgrabungen auf dem Speckberg bei Zell an der Speck angetragen, deren Leitung er 1966 und 1967 innehatte. Zuvor war er Dozent an der Universität Freiburg und zur Zeit der Speckberggrabungen mit der Gründung und dem Aufbau des Institutes für Urgeschichte/Jägerische Archäologie an der Universität Tübingen betraut.
Die Ausgrabungen auf dem Speckberg gingen auf die Entdeckung des altsteinzeitlichen Jagdplatzes im offenen Gelände durch den Nassenfelser Lehrer Oswald Böhme zurück. Im Auftrag der damaligen Prähistorischen Staatssammlung und mit finanzieller Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft beschäftigte er sich nach neuesten Methoden der Altsteinzeitforschung mit den Funden auf dem Juraplateau.
Eine internationale Grabungsmannschaft wandte dabei verschiedene naturwissenschaftliche Methoden an. Zu dieser Zeit führte er auch Nachgrabungen in den Weinberghöhlen bei Mauern am Eingang des Wellheimer Tales durch. Während seiner Lehrtätigkeit in Tübingen hat er stets Kontakt mit dem Altmühltal gepflegt und führte seine Studenten regelmäßig auf Exkursionen hierher.

Müller-Beck hatte in seinem Forscherleben die Menschheitsgeschichte global im Blick. So war er in Süd-, Mittel und Nordamerika tätig, ebenso wie in Südostasien und dem Vorderen Orient. Er besaß das große Talent durch seine interdisziplinäre Ausrichtung viele Wissenschaftler zu begeistern, viele Projekte zu initiieren und zu fördern. Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte er 2011, als er die Festansprache bei der Buchvorstellung zum Speckberg in der Schule Nassenfels hielt (Foto). Karl Heinz Rieder

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!