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Der Künstler Claudio Viscardi eröffnete Ausstellung - Brücke von Eichstätt nach Irland

Stiltreu auch in der Lithografie

Eichstätt
erstellt am 13.06.2018 um 18:00 Uhr
aktualisiert am 17.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK) Wieder dicht gedrängt, aber in gewohnt ungezwungenem Ambiente erlebten die Besucher die Vernissage am Samstagabend in der Lithographie-Werkstatt: Rund 60 Gäste, darunter Agnese Ciocco, Präsidentin a. D. der Stiftung Museo Moesano aus der Schweiz, Bürgermeisterin Claudia Grund und Stadträtin Maria Lechner kamen zur Ausstellungseröffnung von Claudio Viscardi.
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Kusche, Dagmar, Eichstätt
Eichstätt
Der bekannte Künstler hatte sich während seines knapp drei Wochen dauernden Gastkünstleraufenthaltes in Eichstätt einem ihm bisher völlig fremden Kunsthandwerk gewidmet: der Lithographie. Von den Resultaten seiner Arbeit zeigten sich die Gäste ausnahmslos begeistert, und auch er selbst betonte seine große Zufriedenheit über die interessante neue künstlerische Erfahrung.

"Es ist bemerkenswert, dass Claudio Viscardi die Einladung von Li Portenlänger akzeptiert hat", betonte Agnese Ciocco, Präsidentin a.D. der Stiftung Museo Moesano in San Vittore in der Schweiz, die den Künstler schon über 25 Jahre kennt. Schmunzelnd fügte sie in ihrer Einführungsrede hinzu, was sie damit meinte: "Li, die erfahrene Künstlerin und Lehrerin hat dem bekannten, neugierigen, gehorsamen Künstler die Geheimnisse der Lithographie gezeigt. Claudio, begabter, motivierter Lehrling, hat aufmerksam, zuverlässig, geduldig und fleißig Hinweise, Empfehlungen und Beispiele gehört."

Das sei nicht selbstverständlich: Denn zum einen sei der Lithographie-Prozess schließlich nicht einfach - man müsse präzise, pünktlich, künstlerisch begabt sein und dazu eine sehr gute Kondition besitzen; zum anderen gehöre dazu eine große Portion gegenseitiger Respekt sowie das Vertrauen zwischen den Künstlern, die gemeinsam arbeiten.
 
Kusche, Dagmar, Eichstätt
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Dass bei dem Gastaufenthalt von Viscardi so hervorragende Resultate erreicht wurden, sei vor allem durch die beiden starken und tüchtigen Persönlichkeiten Portenlängers und Viscardis möglich geworden, lobte die ehemalige Museumsleiterin, die eine lange Freundschaft mit Portenlänger verbindet.

Mit Bezug auf den in Irland lebenden Künstler Viscardi hob Ciocco das starke Band mit der klassischen Welt sowie seine Liebe und Bewunderung für die Architektur und die Werke seines berühmten Vorfahrens Giovanni Antonio Viscardi (1647-1713) hervor: "Der Künstler hat seinen Stil in den Bildern, die hier ausgestellt sind, nicht geändert. Die Landschaften sind nun diejenigen Irlands: Insel, See, Wasser, wilde Felsen", so Ciocco. So wie Viscardi und Portenlänger vor einigen Jahren der Brückenschlag zwischen Eichstätt und dem Misoxtal in Graubünden gelungen sei, so sei nun durch die Zusammenarbeit zwischen beiden Künstlern eine neue Brücke - von Eichstätt nach Irland - gebaut worden: "Der Kreis schließt sich damit", betonte die ehemalige Graubündner Museumsleiterin in ihrer Rede.

Fasziniert konnten die Besucher beim Betrachten der neu gefertigten lithographischen Werke Viscardis erkennen, wie treu der Künstler "seinem" Stil tatsächlich geblieben ist. So ist die klassische Architektur auch in seinen neuen Werken stets präsent und imposant, ebenso wie die Liebe zu klassischen Details: Da finden sich Venus, die Göttin der Liebe, ebenso wie Mars, der Gott des Krieges, oder der phantastische Centaur mit Pfeil und Bogen versteckt in den frisch gedruckten Lithos von Viscardi. Sie sind auch unverzichtbare Elemente der einzigartigen leuchtend-farbigen Gemälde Viscardis, die er anlässlich seiner Vernissage in Eichstätt ebenfalls in ihrer faszinierenden Bandbreite präsentiert und die jeden Betrachter durch ihre Leuchtkraft, perspektivische Vielschichtigkeit und Detailfreude in den Bann ziehen.
?Eichstätt ? Revisited? ist die lithographisch von Viscardi umgesetzte historische Ansicht Eichstätts betitelt (oben). Lithographie-Werkstattleiterin Li Portenlänger (links) freute sich mit Gastkünstler Claudio Viscardi (2. von rechts) sowie Bürgermeisterin Claudia Grund, Agnese Ciocco, Präsidentin a. D. der Stiftung Museo Moesano aus der Schweiz und Harfenistin Tara Viscardi über eine gelungene Vernissage (Bild Mitte). Ein Viscardi-Klassiker ist ?Inspiration? (unten).
"Eichstätt ? Revisited" ist die lithographisch von Viscardi umgesetzte historische Ansicht Eichstätts betitelt (oben). Lithographie-Werkstattleiterin Li Portenlänger (links) freute sich mit Gastkünstler Claudio Viscardi (2. von rechts) sowie Bürgermeisterin Claudia Grund, Agnese Ciocco, Präsidentin a. D. der Stiftung Museo Moesano aus der Schweiz und Harfenistin Tara Viscardi über eine gelungene Vernissage (Bild Mitte). Ein Viscardi-Klassiker ist "Inspiration" (unten).
Foto: Kusche (Repros)
Eichstätt



Ein meisterhaftes Werk ist auch seine im Irisdruck entstandene Lithographie "Eichstätt - Labyrinth" geworden: Hier kombinierte Viscardi eine berühmte historische Ansicht Eichstätts mit labyrinthischen Elementen des italienischen Künstlers Piranesi, der durch seine "Gefängnisarchitektur" bekannt wurde. Musikalisch wurde die Vernissage virtuos von der studierten Harfenistin Tara Viscardi, der Tochter des Künstlers, umrahmt. Mit wunderschönen, auf einer böhmischen Harfe gespielten keltischen Weisen verzauberte sie das Publikum und nahm es mit in die geheimnisvolle musikalische Welt Irlands.



Die Ausstellung von Claudio Viscardi ist noch bis zum 24. Juni in der Lithographie-Werkstatt, Pfahlstraße 25, jeweils Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 16 bis 18 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 11 bis 13 Uhr zu sehen.
Dagmar Kusche
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