Dienstag, 13. November 2018
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130 Buben und Mädchen feierten gestern an den Eichstätter Grundschulen ihren 1. Schultag

"Aufregend für alle Beteiligten"

Eichstätt
erstellt am 11.09.2018 um 17:45 Uhr
aktualisiert am 15.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK) Kleine Leute, große Schultüten - gestern hat für viele Kinder der sogenannte Ernst des Lebens begonnen. Auch in Eichstätt: An der Montessori-Schule erlebten 18 Kinder ihren ersten Schultag, an der Schule an der Altmühl 16, im Förderzentrum emotionale und soziale Entwicklung im Kinderdorf Marienstein 5, in der Grundschule Am Graben 47 und in der Grundschule St. Walburg 44.
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Erst melden, dann sprechen: Das wissen die frischgebackenen Erstklässler der Grundschulen Am Graben und St. Walburg schon an ihrem ersten Schultag.
Erst melden, dann sprechen: Das wissen die frischgebackenen Erstklässler der Grundschulen Am Graben und St. Walburg schon an ihrem ersten Schultag.
Straßer, Umbach
Eichstätt
Um 8.30 Uhr hat sich vor der Grundschule St. Walburg bereits eine große Traube Menschen gebildet. Viele herausgeputzte Kinder mit ihren Schultüten und aufgeregte Eltern drängen sich auf dem Hof vor dem Eingang, um in die Sporthalle zu gelangen. Dort findet die offizielle Begrüßung der neuen Erstklässler statt. Wie ein summender Bienenstock schiebt sich die Menge die Treppe hinauf. Die Sporthalle ist mit bunten Papierblumen und Blättern geschmückt, als wäre sie ein Urwald. Schnell haben die neuen Erstklässler auf den Bänken Platz genommen und rutschen unruhig hin und her. Die Eltern stehen dahinter, schießen noch ein Foto und beobachten stolz ihre Kinder. Dann tritt die Rektorin Bettina Funk ans Mikrofon: "Liebe Kinder, liebe Eltern, herzlich willkommen an der Grundschule St. Walburg!" Nach ihrer kurzen Begrüßung kommen die Kinder der zweiten Klasse an die Reihe: Zu dem Song "The Lion sleeps tonight" tanzen sie für die Neuen einen Löwentanz.

Dann geht es in die Klassenzimmer. Die Kinder teilen sich in zwei Klassen und folgen gemeinsam mit ihren Eltern ihrer neuen Lehrerin. In der Klasse 1b suchen sich die Kinder noch etwas vorsichtig einen Platz, Eltern ordnen Mappen und Hefte. Die riesigen Schultüten liegen auf den Tischen.
 
Straßer, Umbach
Eichstätt



Auch vor Osama Jawi liegt eine blau-rote Schultüte. Seine Eltern stehen bei den anderen Erwachsenen und lächeln stolz. Osamas Vater Abdullah Jawi floh aus Syrien und kam 2015 nach Eichstätt. Vor einem Jahr und drei Monaten holte er seine Frau und seinen Sohn Osama nach. Heute wird er eingeschult. "Wir freuen uns sehr. Osama war schon im Kinderhaus der Dompfarrei und spricht sehr gut Deutsch. Jetzt kommt er in die Schule." Als die Lehrerin Schwester Edith Franzke nach vorne tritt, heißt es für die Eltern, den Raum zu verlassen. Schließlich geht es am ersten Schultag ja um die Kinder. Aber nach nur einer Schulstunde dürfen sie ihre neuen Schulkinder dann wieder abholen.

An der Grundschule Am Graben ist die Anspannung, aber auch die Freude fast greifbar: "Das ist immer aufregend, für alle Beteiligten", schmunzelt Dagmar Besch, die Lehrerin der neuen Klasse 1b, während nach und nach alle eintrudeln. Manche Kinder plappern direkt angeregt mit den Sitznachbarn, andere sitzen ganz still und schauen mit großen Augen ins Klassenzimmer, in dem sich Eltern und Großeltern am Rand drängen, die meisten mindestens genauso nervös wie die Erstklässler.
 
Straßer, Umbach
Eichstätt



Diese sind aber natürlich trotzdem die Hauptpersonen, wie Schulleiter Florian Rieß in seiner kurzen Begrüßungsrede hervorhebt: "Für Euch beginnt heute ein ganz neuer Abschnitt." Er bemüht sich, alle Anwesenden gleichermaßen zu beruhigen - auch indem er betont, dass seine Tür für die Kinder immer offen steht, etwa wenn sie den Bus verpasst oder andere Sorgen haben. Schließlich verteilt Rieß noch Radiergummis und heißt jedes Kind persönlich willkommen.

Klassenlehrerin Dagmar Besch betont: "Wir werden in den nächsten zwei Jahren viel zusammen lernen, aber auch viel zusammen lachen." Sie bricht das Eis, indem sie erzählt, wie ihre Grundschulzeit aussah: "Ich war in einer richtigen Dorfschule, da waren wir insgesamt nur 29 Kinder, alle in einem Klassenzimmer - und mein Papa war der Lehrer." Das können sich die Kinder in der 1b so gar nicht vorstellen. Sie sind vielmehr froh, als nach einigen organisatorischen Ausführungen die Eltern rausgeschickt werden aus dem Klassenraum: "Jaaaa, endlich!", ruft Luzinda, ihre Sitznachbarin lacht - und dann beginnt er erst so richtig, der erste Schultag in Eichstätt.
Johanna Umbach, Katrin Straßer
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