Donnerstag, 21. Juni 2018
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Delegierte küren den Neuburger zum Landtagskandidaten Abschiedsvorstellung von Horst Seehofer

CSU nominiert Matthias Enghuber

Schönesberg
erstellt am 11.03.2018 um 18:56 Uhr
aktualisiert am 15.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Schönesberg (DK) Der Landtagskandidat der CSU heißt Matthias Enghuber. Die Delegierten wählten den 33 Jahre alten Neuburger am Freitagabend in Schönesberg zum Nachfolger von Horst Seehofer, der den Stimmkreis fünf Jahre lang vertrat. Zugleich gab der Gerolfinger seine Abschiedsvorstellung.
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Schönesberg: CSU nominiert Matthias Enghuber
Foto: Stefan Janda
Schönesberg

Es sollte der Abend für Matthias Enghuber werden. Nach seinem ersten Anlauf vor fünf Jahren, als er als Listenkandidat seiner Partei noch knapp den Einzug ins Maximilianeum verpasst hatte, geht er nun bei der Wahl am 14. Oktober als Direktbewerber ins Rennen. Damit scheint der Neuburger CSU-Chef und Kreisrat, der in den vergangenen Jahren bereits als Stimmkreisreferent für Ministerpräsident Horst Seehofer in Neuburg-Schrobenhausen gearbeitet hat, seinem Traum von der großen Landespolitik einen entscheidenden Schritt näher gekommen zu sein. Immerhin gilt der Kandidat der Christsozialen als Favorit für das Direktmandat.

In der mit Spannung erwarteten Abstimmung in Schönesberg setzte sich Enghuber am Ende überraschend deutlich durch. Die 100 Delegierten der CSU-Ortsverbände aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen sowie aus den drei Pfaffenhofener Gemeinden Hohenwart, Gerolsbach und Scheyern, die gemeinsam einen Stimmkreis bilden, kürten den Neuburger mit satten 71 Stimmen zu ihrem Kandidaten. Sein Kreistagskollege Thomas Wagner aus Brunnen bekam zwölf Stimmen, die politische Neueinsteigerin Astrid Dengler aus Ehekirchen landete bei 16 Stimmen - wohl auch, weil sie sich in ihrer Vorstellungsrede einen verbalen Seitenhieb auf Enghuber nicht verkneifen konnte und sich damit selbst ins Abseits katapultierte. Der Aresinger Roland Gaßner (49), der erst vor vier Jahren als Landratskandidat der CSU ins Rennen gegangen war, hatte seine Bewerbung aus beruflichen Gründen kurzfristig zurückgezogen.

Zu den ersten Gratulanten des frischgebackenen Kandidaten zählte sein Vorgänger, für den der Wahlabend zugleich der letzte offizielle Auftritt als Stimmkreisabgeordneter in Neuburg-Schrobenhausen bedeutete. Bewegt zog der scheidende Ministerpräsident und designierte Bundesinnenminister sein persönliches Fazit zu den vergangenen fünf Jahren im Landtag. "Ich werde euch immer unterstützen, soweit mir das möglich ist", versprach Seehofer, der auch die gute Entwicklung des Stimmkreises in den Vordergrund stellte.

Vor dem Wahlgang hatten sich die drei Kandidaten den Delegierten vorgestellt. Der spätere Wahlsieger Enghuber zeigte sich dabei gewohnt souverän, rhetorisch stark und beinahe schon staatstragend und stellte damit erneut unter Beweis, dass er trotz seiner noch jungen Jahre auf der Politbühne sicher agiert. Im Landtag, so Enghuber, wolle er Politik für alle machen und die Menschen ernst nehmen. "Ich bin mir sicher, dass wir den Wahlkampf erfolgreich bestreiten", sagte der bald vierfache Familienvater, der für seine Rede lang anhaltenden Applaus bekam.

Astrid Dengler, die vor dem Wahlabend viele sogar als Favoritin auf dem Zettel hatten, agierte zwar sicher, kam aber nicht nur gut an. "Ich bin davon überzeugt, dass ich den Menschen der Region dienen kann", erklärte die Ehekirchenerin bei ihrem Heimspiel. Am Ende erwiesen sich die Ambitionen der 35-Jährigen jedoch als etwas zu groß. Immerhin war Dengler bis vor wenigen Wochen in Sachen großer Politik ein völlig unbeschriebenes Blatt.

Auch Thomas Wagner fühlt sich in der Rolle des Kandidaten sichtlich wohl, wie er bei seiner Rede unter Beweis stellte. Volksnah und bayerisch kam der Brunnener Bürgermeister rüber. "Ich will mich für unsere Heimat einsetzen", betonte der 45-Jährige, der den Ministerpräsidenten gleich noch zum Schafkopfen in seine Gemeinde einlud.

Das Kandidatentrio für den Landtag gab bei dem Auftritt in Schönesberg ein beinahe so harmonisches Bild ab wie in den vergangenen Wochen. Kaum eine Spur von parteiinternem Wahlkampf - mit einer Ausnahme -, stattdessen gab es mehr oder weniger Basisdemokratie in Reinform. Zuletzt hatten die hiesigen CSU-Granden ihren Delegierten bei der Wahl des Landratskandidaten 2008 die Entscheidung überlassen. Damals aber mit mäßigem Erfolg: Kandidat Josef Konrad hatte in der Stichwahl das Nachsehen gegen Roland Weigert von den Freien Wählern. Ob dessen jetzige Kandidatur für den Landtag ein schlechtes Vorzeichen für die CSU bedeutet? Das wird sich im Oktober zeigen.

Von Stefan Janda
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