Montag, 19. November 2018
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Frühschoppen mit Wolfgang Krebs und den Bayerischen Löwen

Begnadeter Imitator

Nassenfels
erstellt am 12.08.2012 um 19:29 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 17:04 Uhr | x gelesen
Nassenfels (buk) Egal, ob Edmund Stoiber im aufgekratzten Stakkato stammelt und stottert, Günther Beckstein schwer schnauft und asthmatisch atmet, Horst Seehofer guttural gurgelt und seufzt: Stets stammt die Stimme aus derselben Kabarettisten-Kehle, nämlich von Wolfgang Krebs. Gestern lud er zusammen mit den Bayerischen Löwen zum Frühschoppen in die Burg Nassenfels.
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Nassenfels: Begnadeter Imitator
Stehen einander in nichts nach: die bayerischen Löwen (links) und Wolfgang Krebs. - Fotos: buk
Nassenfels
Rund 250 Besucher waren gekommen und amüsierten sich prächtig.

In seinem neuen Programm „Drei Mann in einem Dings“ brilliert Krebs als grandioser Imitator, dem ja inzwischen auch schon die von ihm dargestellten „Originale“ Respekt zollen. Dass ihm die Agentur die Bayerischen Löwen beigesellt hat, mit denen er seit einem Jahr über die Bühnen tourt, ist ein Gewinn: Im Witz ihrer musikalischen Parodien und Persiflagen stehen die Musiker ihm keineswegs nach. Wenn Christian Striegel und Dominik Glöbl (beide Trompete), Franz Eisenschink und Michael Wallner (beide Posaune) sowie Sepp Haslinger (Tuba) bekannte Lieder umdichten und neu arrangieren, ergänzt sich das wunderbar mit den Krebs-Darbietungen, von Mozart („Figaros Hochzeit“) über den „König der Löwen“ (hier vermixt mit „The lion sleeps tonight“) bis hin zu einem „Queen“-Potpourri: Da steht dann nicht Freddy Mercury auf der Bühne, sondern der Posaunist als „Kini“ Ludwig II., statt „Under Pressure“ schmachtet die Band, die neben ihren instrumentalen Leistungen auch mit schönem A-Capella-Gesang besticht, ein leises „Er ist dasuffa...!“.

 

Fotostrecke: Wolfgang Krebs

Wolfgang Krebs schlüpft in diesem neuen Programm in mehr als ein halbes Dutzend Rollen. Auf dieser „Wa(h)lfangfahrt“ schießt er Pointen ab auf die FDP (jetzt die Abkürzung von „Für den Papierkorb“) und ihren Minister Martin Zeil („der Erfinder der Zeitlupe, der Zen-Buddhist der Staatsregierung, der nie in einem Bierzelt sprechen wird – es ist abgebaut, bevor er mit seiner Rede beginnt!“), auf die FW und ihren Frontmann Hubert Aiwanger („der hätte doch auch andere Möglichkeiten gehabt berühmt zu werden – etwa bei ,Bauer sucht Frau’!“), oder auf Christian Ude, den er als Puppe mit auf die Bühne bringt.

Und ähnlich wie die „Bayerischen Löwen“ eine musikalische Hommage an das Gutmann-Bier dargeboten hatten („mit einer Halben Gutmann, da ist man ziemlich gut dran!“), reagiert auch Krebs höchst schlagfertig: Als ein Hund kläfft, meint er, gerade als Günther Beckstein auf der Bühne: „Oh, wenigstens noch ein Hund, der nach mir bellt!“ In seiner Rolle als Edmund Stoiber zeigt er, wie man mit vielen Worten nichts sagen kann („Sie wissen ja, das Fundament ist die Basis aller Grundlagen!“). Und als Zugabe gibt es den Seehofer-Song vom Nockherberg („I hob den Söder satt, i will hoam nach Ingolstadt“). Das Mitklatschen des Publikums geht in anhaltenden Applaus über. Ein gelungener Frühschoppen!


 

Von Walter Buckl
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