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Das Musikfest Eichstätt bietet am 10 . Mai mit mehreren Konzerten Einblicke in verschiedene Epochen

Geschichte hörbar gemacht

Eichstätt
erstellt am 09.04.2018 um 18:08 Uhr
aktualisiert am 13.04.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK) Von 9. bis 13. Mai ist wieder Musikfest - der zweite Festivaltag am Donnerstag bietet Orgelmusik am Vormittag, ein Kinderkonzert mit Theater am Nachmittag und am Abend Saitenklänge bei Wein und Kerzenschein.
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Nach dem Auftakt am Mittwochabend soll das Musikfest Eichstätt am Donnerstag richtig in Schwung kommen. Gleich mehrere Konzerte entführen in die Zeit der Barock- und Renaissance-Musik.

Matinee mit Orgelmusik

 
privat/Foppe Schut/Armonico Tributo
Eichstätt



Nicht nur die Musikinteressierten in Eichstätt können dem Organisten Ton Koopman lauschen - weil der Bayerische Rundfunk zu Gast ist, sind Teile des Festivals für Alte Musik im ganzen Freistaat zu hören. Für die Zuhörer in der Eichstätter Schutzengelkirche spielt der niederländische Musiker ab 11.30 Uhr Werke von seinem Landsmann, dem Komponisten Jan Pieterszoon Sweelinck (1562-1621) sowie von Dieterich Buxtehude und Johann Sebastian Bach. Den beiden letztgenannten Meistern des Barock hat sich Koopman, der schon lange als Organist, Cembalist, Dirigent und Musikwissenschaftler tätig ist, viele Jahre lang gewidmet. Gleich im Anschluss an die Matinée an der Mathis-Orgel wird Thorsten Preuß, BR-Redakteur für Alte Musik, ein Künstlergespräch mit Ton Koopman moderieren. Dabei soll es um Fragen rund um die Historische Aufführungspraxis gehen. Mitgeschnitten wird das Programm für die Hörfunkwelle BR-Klassik. Der Eintritt zu Konzert und Gespräch ist frei. Das Programm am Donnerstagvormittag dauert insgesamt etwa eine Stunde.


Musiktheater

 
privat/Foppe Schut/Armonico Tributo
Eichstätt



An Kinder ab vier Jahre und älter richtet sich das Konzert "Caecilia" um 16 Uhr in der Maria-Ward-Fachakademie. Marieke Koopman, Tochter des Organisten Ton Koopman, wird zusammen mit ihrem Vater und ihrem Mitstreiter Jonas Furrer eine Geschichte über Freundschaft und die Macht der Musik erzählen. Dabei wird nebenbei und spielerisch die Orgel als Instrument vorgestellt. Die Handlung des Musiktheater-Stückes wird in der Ankündigung folgendermaßen beschrieben: "Caecilia ist eine recht einsame Statue. Ihr Freund Bortus liegt seit einer Ewigkeit in Stücke zerbrochen am Boden herum. Eines Tages kommt zufällig jemand in die Kirche und spielt wieder einmal die Orgel. Wird das plötzlich alles ändern?" Mit Schauspiel, Tanz und viel Orgel-Musik wird diese Geschichte kindgerecht erzählt. Der Eintritt kostet zehn Euro, für Kinder, Schüler und Studierende ermäßigt fünf Euro inklusive Vorverkaufsgebühren.


Die Welt der Gamben


Mehrere für die heutigen Gewohnheiten recht ungewöhnliche Musikinstrumente hat Lorenz Duftschmid dabei, wenn er für sein Publikum in der Johanniskirche um 21 Uhr ein Abendkonzert spielt. "Gambenmusik ohne Grenzen" lautet das Thema des Abends. Mit den Grenzen sind zum Beispiel die zwischen den Epochen gemeint. Denn der Musiker Lorenz Duftschmid wird zeigen, wie die historischen Saiteninstrumente über 500 Jahre Musikgeschichte verwendet worden sind. Typisch für einige dieser Zeiten ist, dass die Stücke sich zwischen Komposition und Improvisation bewegen, also teils vorher geschrieben sind, teils spontan aus dem Moment heraus entstehen. So wandert der Abend von der späten Renaissance weiter in den Barock - unter anderem mit den Follia-Variationen von Marin Marais - und dann schließlich mit dem Instrument "Viola da Bordone" oder Baryton in die Wiener Klassik. Die Gamben, die an diesem Abend gespielt werden, sind Originalinstrumente und stammen aus der Zeit zwischen 1580 und 1699. Von dem besonderen Klang und der speziellen Spielweise der Instrumente, die ein wenig an ein heutiges Cello erinnern, können sich die Zuhörer selbst überzeugen. Bei dem Konzert bei Kerzenschein sind Getränke inklusive. Der Eintritt kostet 20 Euro, ermäßigt für Kinder, Schüler und Studenten zehn Euro inklusive Vorverkaufsgebühren. Restkarten gibt es, sofern vorhanden, außerdem an der Abendkasse.
Katrin Poese
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