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Matthias Schlüter zeigt "Bemaltes und Unbemaltes"

erstellt am 10.10.2005 um 19:13 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 14:20 Uhr | x gelesen
Eichstätt (chl) Matthias Schlüter ist zurück. Alle zwei Jahre ungefähr kommt der gebürtige Berliner, der seit 1980 in der Region eine zweite künstlerische Heimat gefunden hat, mit neuen Arbeiten nach Eichstätt. Seine aktuelle Ausstellung trägt den Titel "Bemaltes und Unbemaltes" · und zeigt einen außergewöhnlichen farbenfrohen Schlüter. "Mir war danach, das musste sein", meint Schlüter angesichts der neuen Farbigkeit in seinen Arbeiten. Der 53-jährige Maler ist nicht nur für jeden Spaß zu haben, wie er zuletzt auch bei einer künstlerischen Donald-Duck-Hommage in Hundszell bewiesen hatte, er fühlt sich noch lange nicht zu alt für neue Spannungsfelder. Und mit "Bemaltes und Unbemaltes" hat er sich ein besonders spannungsreiches Feld eröffnet.
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"Die unbemalte Fläche ist für mich eine große Katastrophe. Ich würde sie so gern bemalen", sagt Schlüter. Doch die Spannung lebt ja vom "Loch" im Bild, vom Wechselspiel zwischen bemalter und eben unbemalter Fläche. Bei der Vernissage am Samstagabend, zu der der junge Saxofonist Marco Podobnik passenderweise auch die "Pink Panther"-Melodie beisteuerte, drängte sich dann auch Kurt Tucholskis Betrachtungen "zur soziologischen Psychologie der Löcher" geradezu auf: "Ein Loch ist da, wo etwas nicht ist. Das Loch ist ein ewiger Kompagnon des Nicht-Lochs: Loch allein kommt nicht vor, so leid es mir tut. . . . Wenn der Mensch ein Loch sieht, hat er das Bestreben es auszufüllen, dabei fällt er meist hinein." Viel Spannung und Wechselwirkung, die sich auch in Schlüters neuen Arbeiten wiederfinden. Sehr kräftig und sehr dynamisch wirken seine bemalten Häuser und Fassaden, fast schon organisch die Straßenschluchten, die den Betrachter förmlich einzusaugen scheinen, leuchtend orange und sonnig ziehen Schlüters Boote und Hafen-Szenen den Blick nicht nur jener nun schon treuer Schlüter-Sammler aus dem Regensburger Raum auf sich, die zur Vernissage geeilt waren, um das eine oder andere neue Original zu begutachten und vielleicht auch ihrer Sammlung einzuverleiben.

Matthias Schlüter in Eichstätt · auch diesmal wieder eine unbedingt sehenswerte Ausstellung, die noch bis zum Sonntag, 16. Oktober, wochentags von 15 bis 18 Uhr, am Samstag von 14 bis 17 und am Sonntag von 14 bis 18 Uhr in der ehemaligen Johanniskirche am Domplatz geöffnet ist.

Eva Chloupek
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