Donnerstag, 17. Januar 2019
Lade Login-Box.

Zwei Minister verkünden gemeinsam Fristverlängerung für das Jura-Museum - Dennoch ab 31. Dezember geschlossen

Priesterseminar bleibt bis Ende März Träger

Eichstätt
erstellt am 21.12.2018 um 19:25 Uhr
aktualisiert am 26.12.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK) Immer noch keine Rettung, aber doch eine vorweihnachtliche Hoffnungsbotschaft verkündeten Wissenschaftsminister Bernd Sibler und Finanzminister Albert Füracker am Freitagmittag in einer gemeinsamen Erklärung zum Eichstätter Jura-Museum.
Textgröße
Drucken
Der Urvogel Archaeopteryx ist das bekannteste Exponat im Jura-Museum.
Der Urvogel Archaeopteryx ist das bekannteste Exponat im Jura-Museum.
Chloupek
Eichstätt
Dass beide Minister genannt sind, unterstreicht offenbar die Aussage, dass die Staatsregierung "intensiv an einer nachhaltigen Zukunftslösung" arbeite.

Sibler und Füracker danken dem Bischöflichen Priesterseminar darin "für die Fortführung der Trägerschaft bis 31. März 2019". Seit das Seminar im Juni die Trägerschaft zum Jahresende gekündigt hat, wird bekanntlich intensiv nach einem neuen Träger oder einer neuen Trägerin gesucht - ansonsten würde das das Ende des 1976 als Joint Venture von Kirche und Staat gegründeten weltbekannten Naturkundemuseums bedeuten. Wie der Pressesprecher der Katholischen Universität in Eichstätt, Constantin Schulte Strathaus am Freitag auf Anfrage bestätigte, gebe es auch weiterhin mit der KU Gespräche darüber.

Weil die Gespräche mit verschiedenen Stellen bisher aber noch zu keiner Lösung geführt haben, würdigen die Minister Sibler und Füracker nun, dass sie "Dank des Engagements des Priesterseminars und der Diözese Eichstätt die Möglichkeit" hätten, "in konstruktiven Dialog eine tragfähige und langfristige Zukunftslösung zu finalisieren". Von der Diözese war am Freitagnachmittag keine Stellungnahme zu erhalten. Finanzminister Füracker verweist außerdem auf die umfassenden Sanierungs- und Umbauarbeiten, die ab 2019 die Infrastruktur der Willibaldsburg insgesamt besucherfreundlicher gestalten sollen (wir berichteten).

Das Jura-Museum selbst ist bekanntlich ebenfalls dringend sanierungsbedürftig. Das Priesterseminar hatte seine Kündigung ja auch damit begründet, die Kosten dafür nicht stemmen zu können - ebenso wie die laufenden Kosten, die ein Defizit von rund 108000 Euro jährlich verursacht hätten. Nach der Zusage des Landkreises, sich mit einem Zuschuss zu beteiligen, hat nun auch die Stadt Eichstätt einen Zuschuss in Höhe des halben Landkreiszuschusses, höchstens 25000 Euro jährlich zugesagt. Oberbürgermeister Andreas Steppberger teilte das in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend mit.

Museumsdirektorin Martina Kölbl-Ebert zeigte sich angesichts der Erklärung der Staatsregierung auf Anfrage erleichtert. Sie bestätigte die Einschätzung, jetzt eine "Gnadenfrist" erhalten zu haben, die Hoffnung auf Rettung gebe und machte sich gleich noch am Freitagnachmittag daran, ihre Mitarbeiter und auch Forscherkollegen zu informieren. Denn angesichts der drohenden Schließung musste sie wie berichtet sämtliche Forschungsanfragen für 2019 vorerst absagen. Jetzt ist wieder gesichert, dass die Exponate, allesamt in Besitz des Seminars, ohne Unterbrechung für die Wissenschaft zumindest noch drei Monate zur Verfügung stehen: "Das ist eine freudige Nachricht und gibt Hoffnung auf eine dauerhafte Lösung. "

Allerdings ändert das nichts an der Ankündigung, dass das Jura-Museum am 31. Dezember vorübergehend bis auf weiteres geschlossen wird; nämlich bis Ende März, um "erste dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen durchzuführen", wie es in der Pressemitteilung heißt. Das Publikum hat also nur noch an diesem Wochenende sowie von 26. bis 30. Dezember Gelegenheit zum Besuch.
 
Eva Chloupek
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!