Dienstag, 16. Oktober 2018
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Gruselstunde im Jura-Bauernhofmuseum bei Kerzenschein und Honigkuchen

Gespenster im Schlafanzug

Hofstetten
erstellt am 11.10.2018 um 14:17 Uhr
aktualisiert am 15.10.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK) Sie ist schon gute Tradition und zieht nach wie vor sehr viele Kinder in ihren Bann: Die Gruselstunde für Kinder, die alljährlich im Oktober im Jura-Bauernhofmuseum des Landkreises Eichstätt in Hofstetten angeboten wird.
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Wohliges Gruseln: Schauergeschichten im Jura-Bauernhofmuseum.
Wohliges Gruseln: Schauergeschichten im Jura-Bauernhofmuseum.
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Hofstetten
Auch heuer waren Gänsehaut und sanfte Schrecken wieder garantiert, und das sogar sechs Stunden vor der traditionellen Geisterstunde um Mitternacht. In der gut geheizten Wohnstube des Museums saßen Buben und Mädchen zwischen fünf und 14 Jahren dicht gedrängt und hingen dem Erzähltrio Herbert F. Mayer, Susanne Tratz und Marianne Grund regelrecht an den Lippen.

Eingehüllt in flackernden Kerzenschein gelang es den erfahrenen "Gruselexperten" auch im 18. Jahr des Bestehens dieser Veranstaltung, eine gute Stunde lang die Aufmerksamkeit aller Zuhörer zu gewinnen. "Wir kommen jedes Jahr hierher und tragen uns den Termin immer in den Kalender ein, damit wir ihn nicht vergessen. Nicht nur meine Kinder freuen sich darauf, Gruselgeschichten erzählt zu bekommen - ich tu es selbst auch", gesteht eine Mutter aus Eichstätt schmunzelnd.

Eingeleitet von einem Horn-Ruf durch Herbert F. Mayer, mit dem die Geister "herbeigerufen" wurden, ging es in den Gruselgeschichten beispielsweise um ein fremdes Kind, das bei einem Kindergeburtstag mitfeiern wollte, um ein Skelett auf der Toilette, um einen verirrten Wanderer, der nachts das Gruseln lernte, um einen verstorbenen Grafen und dessen Silberbein, um eine kindliche Anhalterin, um ein Gespenst im Schlafanzug und um eine Magd und deren Vorliebe für Musik und Mundharmonika.

Bei einer kleinen Zwischenpause konnten die Kinder zusammen mit Herbert F. Mayer den dunklen Museumsdachboden besteigen und nachschauen, ob es dort Museumsgeister gibt. Entsprechende Tritte registrierten die Zuhörer mit sanftem Schauder. "Das können natürlich nur die mutigen unter euch", meinte der erfahrene Erzähler schmunzelnd, und mutig erwiesen sich dann natürlich alle. Gestärkt mit den verteilten lachenden Honigkuchengespenstern aus Marianne Grunds Backstube ging es dann wieder in die warme Stube, um weiteren Geschichten zu lauschen.

Der fulminante Schlusspunkt war "die gruseligste aller Gruselgeschichten" mit drei bayerischen Burschen und ihrem Erlebnis in New York - ein gelungener Abschluss, auf den erfahrene "Altgrusler" schon sehnsüchtig warteten, bevor die Erzähler dann ihr Gespensterbuch schlossen. Bevor die Kinder nach gebanntem Zuhören bei Kerzenschein nach Hause gingen, gab ihnen Herbert F. Mayer mit auf den Weg, dass es wohl vieles gäbe, was unglaublich, unerklärlich oder gar unheimlich sei, aber deswegen müsse man sich nicht fürchten.

"Wir möchten die Kinder weder über- noch unterfordern, deshalb gibt es keine Horror- und Schockgeschichten. Die Buben und Mädchen sollen sich aber auch nicht langweilen und immer etwas Neues mit nach Hause nehmen. Ich glaube, es war wieder eine interessante Stunde, die alle Teilnehmer begeistert hat", resümiert auch Marianne Grund vom Museumsvorstand. Zusammen mit ihren beiden Kollegen ist sie das ganze Jahr über auf der Suche nach passenden Geschichten, durchforstet moderne Jugendliteratur sowie alte Sagen und ist auf der Suche nach mündlicher Überlieferung von Geschichten aus unserer Region. Grund freut sich immer sehr darüber, dass sich auch heutige Kinder von mündlichen Erzählungen und Gruselgeschichten begeistern lassen - "man soll so etwas auch unbedingt pflegen, denn es hinterlässt oft nachhaltigeren Eindruck als eine Fernsehsendung". Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass die Gruselstunde inzwischen eine treue Fangemeinde hat - Besucher kommen aus der gesamten Region, um einmal einen etwas ungewöhnlicheren Termin im Museum zu erleben.

Petra Preis
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