Donnerstag, 19. Juli 2018
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Diskussion um Zuschüsse im Wellheimer Marktrat - Grünes Licht für Kommunalunternehmen

Geld für Fußballcamp und Bläserklasse

Wellheim
erstellt am 11.07.2018 um 18:01 Uhr
aktualisiert am 15.07.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Wellheim (tab) Zwei Tagesordnungspunkte der jüngsten Wellheimer Marktratssitzung hatten es in sich: Die Bezuschussung eines Fußballtrainingscamps der Spielvereinigung Wellheim-Konstein und die Förderung einer Bläserklasse an der Grundschule wurden kontrovers diskutiert. Die Beschlüsse dazu fielen schließlich jedoch eindeutig aus.
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Hier gab es einen dringenden Handlungsbedarf: Bevor die Bohrsäulen auf dem Netto-Gelände eintreffen, musste der Markt Wellheim unverzüglich das Strom- und Steuerkabel verlegen. Daher wurde die Auftragsvergabe vom Marktrat erst hinterher genehmigt.
Hier gab es einen dringenden Handlungsbedarf: Bevor die Bohrsäulen auf dem Netto-Gelände eintreffen, musste der Markt Wellheim unverzüglich das Strom- und Steuerkabel verlegen. Daher wurde die Auftragsvergabe vom Marktrat erst hinterher genehmigt.
Foto: Asbach-Beringer
Wellheim
So wird die Gemeinde die Bläserklasse in den kommenden zwei Jahren mit 1300 Euro unterstützen und das Fußballcamp gemäß den Vereinsförderrichtlinien mit zehn Prozent der Gesamtkosten bezuschussen, auch im Hinblick darauf, dass die Gemeinde zu Beginn des Jahres die Jugendförderung für Vereine um rund 67 Prozent erhöht hat.

Zunächst war der Antrag der Spielvereinigung Wellheim-Konstein an der Reihe. Der Leiter der Fußballabteilung, Alexander Rathei, und Beisitzer Josef Maile erläuterten, dass die Spielvereinigung einen Zuschuss zu den Gesamtkosten von 2300 Euro beantragt habe, um die Teilnahmegebühr für die Kinder möglichst niedrig zu halten.

In der Vergangenheit sei in Zusammenarbeit mit einer Fußballschule ein dreitägiges Camp für 120 Euro angeboten worden. Diese Kosten wollten die Verantwortlichen diesmal deutlich reduzieren, um möglichst allen Kindern eine Teilnahme zu ermöglichen, und so hat die Spielvereinigung heuer selbst ein Fußballtrainingscamp auf die Beine gestellt, das vom 20. bis 22. Juli stattfinden wird.

Nach längerer Diskussion einigten sich die Markträte darauf, fünf Euro pro Kind und 30 Euro für die Betreuer zu zahlen, was ungefähr den in den Zuschussrichtlinien festgelegten zehn Prozent der Gesamtkosten entspricht. Der Rest könne über die deutlich aufgestockte Jugendförderung, die der Gesamtverein von der Gemeinde erhält und den betreffenden Sparten zuführen sollte, finanziert werden, hieß es.

Die geplante Bläserklasse an der Grundschule sei anders zu bewerten, so das Gremium, da es nicht um die Förderung eines bestimmten Vereins gehe, sondern alle Musikvereine in der Gemeinde von der Ausbildung der Schüler profitieren können. Daher entschied man sich letztendlich für einen zweijährigen Zuschuss von 1300 Euro pro Jahr.

Grünes Licht gab es auch für die Gründung eines gemeinsamen Kommunalunternehmens. Der Marktgemeinderat beschloss die endgültige Unternehmenssatzung des "IKommZ Mittlere Donau gKU", nachdem noch verschiedene Änderungswünsche - darunter die Vorgaben, dass der Vorstand kein Handelsgewerbe betreiben und lediglich über Anlagevermögen unter 25000 Euro verfügen darf - eingearbeitet worden waren. Wie bereits mehrfach berichtet umfasst das Kommunalunternehmen die Märkte Burgheim, Rennertshofen und Wellheim sowie die Gemeinden Bergheim, Ehekirchen, Oberhausen und Rohrenfels und soll sowohl auf dem Gebiet des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung als auch bei gemeinsamen Beschaffungen zum Einsatz kommen. Voraussetzung ist stets eine Beauftragung durch die Gemeinderäte der Trägerkommunen.

Ferner genehmigte der Marktrat den Haushaltsplan 2018 für die Kindertagesstätte St. Andreas, nachdem eine Ausgabenreduzierung in Höhe von 6000 Euro vorgenommen worden war. Somit beläuft sich das von der Gemeinde zu tragende Betriebsdefizit auf voraussichtlich rund 70000 Euro. Man bat die Kasse, bis zur Sitzung Ende Juli die gemeindlichen Gesamtaufwendungen für die Kindertagesstätte zu ermitteln, schließlich sollten diese "grundsätzlich im KiTa-Haushalt mit dargestellt werden".

Aus der Sitzung

 
  • Straßenzustand: Bereits in der Mai-Sitzung hatte der Wellheimer Marktrat die Zustandserfassung und -bewertung der gemeindlichen Ortsstraßen für 26031,25 Euro brutto sowie die Integration der Daten in das neue Gis-Modul für 2879,80 Euro in Auftrag gegeben. Bauingenieur Alexander Gumnior stellte nun die Art der Kamerabefahrung vor: Alle fünf Meter machten dabei zehn Kameras zwanzig Aufnahmen von der Straßenoberfläche. Anschließend wird das 32 Kilometer lange Straßennetz in acht Kategorien eingeteilt. "Ziel ist es, durch Kleinmaßnahmen die Erneuerung der Straße so weit wie möglich hinauszuschieben. " Gleichzeitig soll auf dieselbe Art und Weise für rund 900 Euro eine Baumerfassung für ein neues Baumkataster durchgeführt werden.
  • Einvernehmen: Das gemeindliche Einvernehmen erteilte das Gremium für die Errichtung eines zweiten Wohnhauses auf einem bereits bebauten Grundstück am Hünenring in Konstein, nachdem nun die Stellplätze nachgewiesen werden konnten, sowie für den Bau eines Carports in der Waldstraße in Wellheim.
  • Aufträge genehmigt: Zwei Auftragsvergaben wurden nachträglich genehmigt. Zum einen ging es dabei um eine dringliche Anordnung zur Verlegung von gemeindlichen Strom- und Steuerkabeln. Diese mussten aus dem Netto-Grundstück entfernt werden, weil sie den geplanten Bohrsäulen zur Stabilisierung des Areals im Weg waren. Die Kabel verlaufen nun entlang des Gehweges. Insgesamt betrugen die Kosten der Maßnahme 19777,19 Euro brutto. Zum anderen wurde der Gehweg zwischen der Harder Straße und der Sudetenstraße nach dem Verlegen von Telekom-Leitungen komplett neu asphaltiert, was rund 11 000 Euro brutto ausmacht.
  • Festplatz: Des Weiteren sicherte das Gremium zu, dass Teilbereiche des Dohlenfelsenparkplatzes in Konstein sowie des alten Sportplatzes in Wellheim künftig weiterhin als Festplatz genutzt werden können. Allerdings müssten sich die Vereine anderweitig um Parkmöglichkeiten kümmern, räumte Bürgermeister Husterer ein. Sowohl der Heimat- und Trachtenverein Konstein als auch die Freiwillige Feuerwehr Wellheim-Konstein hatten nachgefragt, weil Jubiläen anstehen und beide Areale mittels Leader-Förderung neu gestaltet werden sollen.
  • Wallfahrerweg: Marktrat Stefan Meyer wies darauf hin, dass seit der Verlegung des Wallfahrerwegs am Galgenberg die Beschilderung auf der neuen Strecke mutwillig entfernt oder gar zerstört werde.
  • Termine: Auf Nachfrage erklärte der Bürgermeister, dass sich der Leader-Arbeitskreis zusammen mit dem Tourismusausschuss noch im Juli treffe und der nächste Jugendstammtisch im Juli oder August stattfinden werde.
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