Donnerstag, 16. August 2018
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Beim Honigfest des Eichstätter Imkervereins gab es allerlei Spannendes und Wissenswertes

Für ein Glas dreimal um die Erde

Eichstätt
erstellt am 14.06.2018 um 17:49 Uhr
aktualisiert am 18.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK) Gold schürfen ist ein Knochenjob. Das weiß jeder, der jemals einen Western gesehen hat. Dass das jedoch auch für das "flüssige Gold", den waben-frischen Bienenhonig, gilt, erfuhren die zahlreichen Besucher, die zum jährlichen Honigfest des Eichstätter Imkervereins in den Lehrbienenstand gekommen waren.
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Wie der Honig in die Wabe und dann wieder aus der Wabe kommt, erfuhren die Gäste beim Honigfest des Imkervereins im Lehrbienenstand in Rebdorf.
Wie der Honig in die Wabe und dann wieder aus der Wabe kommt, erfuhren die Gäste beim Honigfest des Imkervereins im Lehrbienenstand in Rebdorf.
Foto: Frohnert
Eichstätt
Unter der Leitung des Vorstandes Jürgen Naumann konnten sich Neugierige selbst an der Schleuder versuchen und dabei herausfinden, dass auch die Honiggötter vor den süßen Lohn jede Menge Arbeit gesetzt haben.

Vorm Schleudern musste jede Wabe in mühsamer Handarbeit erst einmal entdeckelt werden. Hierfür hebelt man mit einer speziellen Gabel die Wachsplättchen ab, die die einzelnen Zellen verschließen. Erst dann kann die Wabe in die Schleuder. Kräftig gekurbelt - und kurz darauf fließt der Honig aus dem Hahn durch eine Siebvorrichtung in den Abfülleimer. Und erst von dort kann er ins Glas. Dies war der Moment, in dem sämtliche Kinder - und so manche stolzen Eltern und Großeltern - leuchtende Augen bekamen und zwei Gläser "Selbstgeschleuderten" ergattern konnten.

Doch natürlich war das "Beutemachen" nur einer der Höhepunkte beim Honigfest. Im Rahmen der Führungen übers Vereinsgelände zeigten zahlreiche Mitglieder den Gästen anschaulich, wie viel Arbeit im Honig steckt. Arbeit auf Seiten der Bienen, die für ein einziges 500-Gramm-Glas umgerechnet dreimal um die Erde fliegen müssen, aber auch Arbeit der Imker, die ihre Völker pflegen, versorgen, gegen Schädlinge behandeln und ihnen einen möglichst guten Lebensraum bereitstellen.

Besonders erfreulich war, dass gerade die Kinder sich extra fürs Honigfest jede Menge interessante Aktivitäten überlegt hatten, die weit über das übliche Kinderschminken hinausgingen. Schon die Kleinsten vom Waldkindergarten stellten fleißig Bienchen aus Filz und Brot zum Knuddeln und Knabbern her. Und auch die etwas Älteren von der Dollnsteiner Grundschule und der Schule an der Altmühl bewiesen handwerkliches Geschick: Damit die Bienen auch nächstes Jahr ordentlich arbeiten können, bauten die Kinder "Saatbomben" für eine reiche Blütenpracht beziehungsweise handliche Dosenhotels für Wildbienen. Denn, wie Johann Bauch von der Initiative "Eichstätt summt" betonte, gibt es ja nicht nur die Honigbienen. Deren wilde Schwestern, etwa 570 Arten in Deutschland, brauchen besondere Hilfe, denn sie leiden natürlich noch stärker in einer Welt, in der ihr Lebensraum mehr und mehr verloren gehe. Deshalb konnte, wer wollte, auch gleich zur Tat schreiten und sich mit geeigneten Stauden für den eigenen Garten eindecken - in der Hoffnung, vielleicht demnächst sogar selbst Besuch von einer seltenen Seidenbiene, einer Schwarzen Düstersandbiene oder gar einer munteren Maskenbiene im Batmanlook zu bekommen.
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