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Nach Finanzskandal: "Strikte Trennung von Operative und Kontrollinstanzen"

Bischof Hanke setzt neue Diözesangesetze in Kraft

Eichstätt
erstellt am 17.04.2018 um 13:43 Uhr
aktualisiert am 21.04.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK/pde) Bischof Gregor Maria Hanke stülpt die Strukturen im Ordinariat um: Er zieht damit die Konsequenzen aus der 2015 begonnenen "Transparenzoffensive". Unter anderem hat Hanke (63) die Ordinariatskonferenz neu organisiert. Und: Generalvikar Isidor Vollnhals bekommt einen Amtschef zur Seite gestellt.
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Hat eine Strukturreform im Ordinariat in Kraft gesetzt: Bischof Gregor Maria Hanke.
Hat eine Strukturreform im Ordinariat in Kraft gesetzt: Bischof Gregor Maria Hanke.
Taiber-Groh/pde
Eichstätt
Wie das Bistum in einer Erklärung bekanntgab, wolle der Bischof damit "eine klare Trennung zwischen operativem Geschäft und Kontrollinstanzen" herbeiführen "sowie die Diözesanverwaltung effizienter und transparenter" gestalten. Einfach ausgedrückt: Der Bischof will die Verwaltung seiner Diözese an Standards eines weltlichen Unternehmens anpassen und damit auch verhindern, dass sich Dinge wie die millionenschwere Finanzaffäre wiederholen. Man brauche eine "klare Zuordnung und Abgrenzung der Aufgaben und Verantwortlichkeiten", heißt es in der Präambel der im Amtsblatt veröffentlichten Gesetze.

Deswegen hat der Bischof auch alle Domkapitulare, die in keiner Verantwortung für eine Abteilung stehen, aus der Ordinariatskonferenz ausgeschlossen - eben durch jenes Gesetz. Der EICHSTÄTTER KURIER hatte von diesen Plänen bereits vor mehr als einem Jahr berichtet.

Zwei große deutsche Tageszeitungen sprachen in diesem Zusammenhang von einer "Entmachtung des Domkapitels": Dieser Darstellung widerspricht Bischof Hanke im Gespräch mit unserer Zeitung. Man habe alles gemäß den Vorgaben des Kirchenrechts umgesetzt. Und: "Wer in wichtigen Fragen gehört wird, leitet doch mit", sagt der Bischof.

Die Umsetzung dieser Strukturreform habe er bereits 2015 in die Wege geleitet. Sie sind "ein Ergebnis des seitdem angestoßenen Prozesses, der wie in solchen Fällen allgemein üblich, umfangreiche Vorarbeiten erfordert", schreibt der Bischof im Amtsblatt des Bistums.

Der zutage geförderte Finanzskandal habe ihm letztlich "noch einmal einen Schub" gegeben, die Bestimmungen möglichst schnell umzusetzen - offenbar auch zur Überraschung einiger Domherrn. Es gehe aber letztlich, so sagt der Bischof, "nicht um die Bewahrung historischer Überlieferungen", sondern um "Klarheit und Transparenz". Und Klarheit sei auch ein "Element guter Führung".

Ausführlicher Bericht folgt.
Marco Schneider
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