Donnerstag, 18. Oktober 2018
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Figurenfeld als Kosmischer Raum

erstellt am 11.11.2005 um 20:30 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 14:26 Uhr | x gelesen
Eichstätt (klf) "Kommen sie nicht nur als Ausstellungsbesucher in unsere Universitätsbibliotheken, sondern auch als Benutzer unserer Bücher. Denn in unseren Büchern finden sie zweifelsohne viel Antworten auf Fragen, die das Figurenfeld von Eichstätt für sie aufwirft", so Bibliotheksdirektorin Dr. Angelika Reich werbend für das Universum der Bücher in Eichstätt und die Universen, die in den Büchern der Universitätsbibliothek von Eichstätt gespeichert sind.
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Die Ausstellung "Erfahren, Erinnern – das Figurenfeld in Eichstätt" von Angelo Evelyn, Luc Piron und Li Portenlänger in der ehemaligen Seminarbibliothek am Hofgarten eröffnete Reich am Donnerstagabend mit dieser herzlichen Einladung zum Sehen und zum Lesen, vor allem aber zum  Erkennen . Für die Universität selbst wies Präsident Professor Dr. Ruprecht Wimmer darauf hin, dass man über das Figurenfeld Alois Wünsche-Mittereckers im Hessental wohl nur emotional sprechen könne, wie dies Angelika Reich in ihrem Grußwort sehr treffend beobachtet habe. Er selbst habe von diesem "Bildfeld", das den Wahnsinn von Krieg und Gewalt so eindringlich still geißle, seine  tiefst gehenden  Eindrücke immer dann erfahren, so Wimmer weiter, wenn die Figuren in der Talmulde aus dem Nebel aufragen. Dann reiche das Landschaftskunstwerk des Alois Wünsche-Mitterecker weit über die irdischen Konotationen hinaus, so Wimmer.

"Wir nehmen ein solches Projekt, wie die Ausstellung zum Figurenfeld außerordentlich gerne an und wir schätzen das vor uns stehende Ergebnis ausgesprochen hoch", so Wimmer schließlich. Es würden von beiden Ereignissen Botschaften ausgehen, die den Menschen herausfordern. Und Alois Wünsche-Mitterecker habe es geschafft, dass aufgrund seines einmaligen Landschaftskunstwerkes, die Welt nach Eichstätt schaue und nach Eichstätt komme. Das sei besonders begrüßenswert an einer Katholischen Universität mit ihren Bibliotheken und ihrer graphischen Sammlung. Denn "katholisch" spreche als Begriff und Idee von Offenheit und davon alle Welt hereinnehmen, aber eben nicht vereinnahmen zu wollen. Wir erhalten durch das Figurenfeld und die Ausstellungen in der Unibibliothek eine regionale Mondänität, so Wimmer schließlich, und auch die sei für die Uni Eichstätt-Ingolstadt nur wünschenswert.

Zur Eröffnung der in Zusammenarbeit mit der Städtischen Lithographie-Werkstatt initiierten und eingerichteten Ausstellung von Angelo Evelyn Luc Piron und Li Portenlänger sprach schließlich mit Clemens Jöckle ein profunder Kenner zeitgenössischer Kunst und ein Museumsleiter, der die Bestände der Graphischen Sammlung an der Uni Eichstätt wohl zu schätzen weiß. Jöckle hatte Anfang des Jahres in der Städtischen Galerie Speyer eine exzellente Ausstellung mit Lithographien aus der Sammlung der Stadt Eichstätt gezeigt, die ja treuhänderisch in der Graphischen Sammlung der Universität gesammelt und publiziert wird. Alle drei Künstler, so Jöcke, stellten sich mit dieser ganz hervorragenden Ausstellung der Erinnerungskultur mit je ganz einmaligem Blick auf Vorgefundenes und Geschehnisse.

Bei Luc Piron fasziniere die konkrete Verfremdung und Neuinterpretation der fotografierten Figuren-Vorgaben, bei Li Portenlänger würden die Kunstsetzungen Alois Wünsche-Mittereckers neue Kreise ziehen und Angelo Evelyn setze mit seinen großformatigen Welt- und Sternkarten, die er über seine ausdruckstarken Zeichnungen vom Figurenfeld lege, dieses in einen Kontext zum kosmischen Raum. Das Figurenfeld als galaktische Sternenkonfiguration: Das ist eine atemberaubende Sicht auf das Werk Alois Wünsche-Mittereckers. Und es ist womöglich die beste Lithographienserie, die Angelo Evelyn für Eichstätt je geschaffen hat. Die sensationelle Ausstellung ist damit aber auch Ausweis dafür, dass die Stadt, die Universität und ihre Bibliothek mit dem unschätzbar wertvollen Ausstellungswesen darin von einer ungebrochenen Anziehung auf die internationale Welt sind.Eine Ausstellungsbesprechung folgt.

 

Ruediger Klein
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