Donnerstag, 18. Oktober 2018
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Einweihung der neuen Kinderkrippe in Pietenfeld - Kosten in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro

"Erobert das Haus"

Pietenfeld
erstellt am 10.10.2018 um 16:13 Uhr
aktualisiert am 14.10.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Pietenfeld (EK) "Man braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen". Mit diesem afrikanischen Sprichwort, das verdeutlicht, dass Kinder nicht nur ihre Eltern, sondern daneben auch eine Gemeinschaft benötigen um gut aufzuwachsen, eröffnete Bürgermeister Andreas Birzer seine Rede anlässlich der Einweihung der gemeindlichen Kinderkrippe in Pietenfeld.
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Einer der Gruppenräume der neuen Kinderkrippe in Pietenfeld.
Einer der Gruppenräume der neuen Kinderkrippe in Pietenfeld.
Kleinhans
Pietenfeld
Als Kinderhaus St. Michael Pietenfeld sind nun Kinderkrippe und der bestehende Kindergarten unter einem Dach vereint. Zu Beginn des Einweihungsfestes stand ein Familiengottesdienst in der Pfarrkirche St. Michael. Die Kinder gestalteten mit ihren Erzieherinnen die Messe mit, indem sie in Liedern, Fürbitten und der Geschichte der Feldmaus Frederik verdeutlichten, wie wichtig es ist für alles, was unser Leben wertvoll macht, zu danken. Pfarrer Bernhard Kroll, der den Gottesdienst zum Erntedankfest zelebrierte, bezeichnete das im Kinderhaus Gelehrte als Segen.

Im Anschluss zogen die Kinder angeführt von der Pietenfelder Dorfmusi zum Kinderhaus St. Michael an der Hauptstraße. Nach einem musikalischen Beitrag durch den Kinderchor, stellte Pfarrer Kroll die neue Einrichtung unter den schützenden Segen Gottes.
Vor der Einweihung gab es einen Gottesdienst, den die Kinder mitgestalteten.
Vor der Einweihung gab es einen Gottesdienst, den die Kinder mitgestalteten.
Kleinhans
Pietenfeld



Bürgermeister Birzer hielt einen Rückblick und erläuterte die Rahmenbedingungen, unter denen die Kinderkrippe entstanden ist. Nach Bedarfserhebung und Diskussionen im Gemeinderat, wurde 2016 klar: "Wir brauchen eine eigene Kinderkrippe", sagte der Bürgermeister. Die Zeit zwischen dem Beschluss, eine Krippe zu bauen bis zur endgültigen Planfassung brachte zahlreiche Diskussionen und viele Termine mit sich. Vor allem die Entscheidung über den Standort war für den Gemeinderat "eine schwere Geburt", wie der zuständige Architekt Josef Böhm verdeutlichte. Doch im Februar 2017 waren alle Grundlagen geklärt. Als "Punktlandung" bezeichnete das Gemeindeoberhaupt die Einhaltung der Baukosten. Die Berechnung ging von 1,4 Millionen Euro aus, die trotz noch fehlender Schlussrechnung und Prüfung, wohl zutreffen werden. Die Förderquote für den Neubau liegt bei knapp unter 50 Prozent. Die Kommune erhielt 395000 Euro aus FAG Mitteln und 283000 Euro aus dem Investitionsprogramm des Freistaats Bayern.

Hierfür galt sein Lob der Leitung des Kinderhauses, die von Anfang an die Gesamteinrichtung im Blick gehabt hatte. "Es ist viel Zeit, Arbeit und Geld in dieses Projekt geflossen, aber es hat sich gelohnt. Die Kinder lieben diese Einrichtung und für die Kinder haben wir sie gebaut.", so der Bürgermeister. Hinsichtlich des Altbaus, der ebenfalls seit Beginn der Planungen im Blick ist, sei es das Ziel der Gemeinde, Ende 2019 sagen zu können: Wir haben eine Einrichtung, ein Kinderhaus auf dem Stand des Jahres 2019.
Pfarrer Bernhard Kroll segnete die Räume und das Kreuz. Bei einem breit gefächerten Programm gab es Gelegenheit, die neuen Räume zu begutachten.
Pfarrer Bernhard Kroll segnete die Räume und das Kreuz. Bei einem breit gefächerten Programm gab es Gelegenheit, die neuen Räume zu begutachten.
Kleinhans
Pietenfeld



Architekt Josef Böhm erläuterte den zahlreichen Besuchern die Planungen für das 2020 Quadratmeter große Grundstück. "Aufgrund des trapezförmigen Grundstücks planten wir bereits in den ersten Vorentwürfen einem vom Kindergarten abgesetzten Erweiterungsbau mit Teilunterkellerung", so Böhm. Die Verbindung zum Kindergarten bildet ein gemeinsamer Eingangsbaukörper. Da sich die Leitung des Kindergartens in der kritischen Phase der Entwurfsplanung änderte, war es laut Böhm, "ein Glück, dass durch die neue versierte Leiterin Christina Frohne neue Impulse in die Planung einflossen". Ursprünglich als Holzbau geplant, wurde auf Wunsch des Gemeinderats begonnen, ein Gebäude mit Außenwänden in Ziegelbauweise zu errichten. Bei den Planungen des ebenerdigen Gebäudes wurde nicht nur großen Wert auf wertige Baustoffe gelegt, sondern auch ein ausgeklügeltes Raumkonzept angewandt. Als letzte offizielle Handlung übergab Böhm anstatt eines Schlüssels ein handwerklich gefertigtes Edelstahlkreuz mit der Bitte um Gottes Segen für die Kinderkrippe. Den Kindern gab er mit auf den Weg: "Diese Kinderkrippe ist nun euer Haus. Erobert euch das Haus, nutzt und verändert es. Dafür ist es gebaut."

Am Ende des offiziellen Teils ergriff die Leiterin des Kinderhauses Christina Frohne das Wort. Ihr besonderer Dank galt ihrem Team, das kein einfaches Jahr hinter sich habe. "Wir sind oft an unsere Grenzen gestoßen, doch haben wir alle Höhen und Tiefen gut gemeistert und sind meist in eine Richtung gerudert." Abschließend waren alle Besucher, die vom Elternbeirat verköstigt wurden, eingeladen, die hellen, großzügigen Räume zu besichtigen und mit dem Personal ins Gespräch zu kommen. Vor allem die Spielgeräte im Bewegungsraum und Gruppenraum sorgten bei Klein und Groß für Begeisterung.

Neben einer Fotoausstellung - vom Baubeginn bis zur Fertigstellung - stand am Nachmittag Kinderschminken auf dem Programm. Zudem gab es die Möglichkeit, Wünsche für das Kinderhaus in den Himmel steigen zu lassen, so dass ein gelungener Tag bunt zu Ende ging.
 

Kinderkrippe

Das neu errichtete Gebäude der Kinderkrippe hat einen umbauten Raum von 2026 Kubikmetern bei einer Nutzfläche von 495 Quadratmetern. 

In das in Ziegelbauweise errichtete Gebäude wurde im Keller eine Pelletsheizung eingebaut, die in Zukunft auch das alte Kindergartengebäude beheizen wird. Neben zwei Gruppenräumen, einem Schlaf- und Bewegungsraum verfügt das Gebäude über ein großzügiges Bistro und ein Büro für die Leiterin. Zudem hat die Krippe einen großen Wickel- und Sanitärraum zwischen den beiden Gruppenräumen.

Durch den Anbau an das Altgebäude ist ein geschützter Innenhof entstanden, der sich zum Garten hin fortsetzt. Die Freifläche des Kinderhauses im Gesamten beträgt derzeit 830 Quadratmeter, kann nunmehr aber vermutlich nach Osten hin erweitert werden.
 
Kerstin Kleinhans
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