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Krieger- und Soldatenverein freut sich über Aufklärung des Schicksals eines Eitensheimer Kameraden

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Eitensheim
erstellt am 12.03.2018 um 18:00 Uhr
aktualisiert am 15.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Eitensheim (EK) Nach über 70 Jahren ist ein seit 1945 vermisster Soldat aus Eitensheim aus einem Kameradengrab in Polen geborgen worden. Die Mitglieder des hiesigen Krieger- und Soldatenvereins freuen sich mit den Angehörigen - sehen darin aber auch eine Bestätigung ihrer Arbeit.
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Eitensheim: Die Hoffnung stirbt zuletzt
Das Schicksal von Paulus Mayer konnte nach über 70 Jahren geklärt werden. - Foto: privat
Eitensheim

Wenn Werner Mogl (kleines Foto) vom Schicksal des Eitensheimer Soldaten Paulus Mayer (siehe eigener Artikel) erzählt, wirkt er gerührt. "Man hofft immer wieder, dass man einen vermissten Kameraden findet", sagt er. "Es ist fast unglaublich, dass Paulus Mayer nach über 70 Jahren einwandfrei identifiziert werden konnte." Die Bergung des 1945 gefallenen Soldaten bewege die Mitglieder des Eitensheimer Krieger- und Soldatenvereins, die sich in ihrer Arbeit bekräftigt fühlten: "Wenn jemand aus dem Dorf gefunden wird, dann ist das ein Erfolgserlebnis."

Der Verein wurde 1876 zur Pflege der Kameradschaft von Kriegsteilnehmern, zur Unterstützung von Familien, deren Angehörige im Krieg ihr Leben ließen, sowie zur Aufrechterhaltung der Erinnerung an gefallene Kameraden gegründet. Diese Grundsätze gelten bis heute, ist der Homepage des Vereins zu entnehmen. Mogl unterstützt diesen seit 25 Jahren als Kassier. Er war nicht nur selbst als Sanitäter bei der Bundeswehr in Murnau, sondern ist auch aus familiärer Hinsicht mit der deutschen Kriegsgeschichte verbunden. "Zwei Brüder meines Vaters werden in Russland vermisst", sagt Mogl. Der Vater selbst sei aus dem Zweiten Weltkrieg wieder heimgekehrt. "Es gibt viele Feldpostbriefe aus dieser Zeit", erzählt Mogl. "Wenn man die liest, läuft es einem kalt den Rücken runter." Gerade die Weihnachtszeit habe der Vater - wie Paulus Mayers Tochter - in Trauer über die Kameraden verbracht. "Das nimmt einen mit."

Umso wichtiger sei die Arbeit der Krieger- und Soldatenvereine, die die Aufklärung der Schicksale vermisster Kameraden unterstützen - wie es vor einigen Jahren zum Beispiel in Ochsenfeld der Fall war. "Wir haben es uns auch auf die Fahne geschrieben, den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (humanitäre Organisation, die im Auftrag der Bundesregierung die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland erfasst und pflegt, Anm. d. Red.) mit Sammlungen zu fördern", sagt Mogl, der seit 2008 Sammlungsleiter ist. So gehen die Vorstandsmitglieder jedes Jahr um den Volkstrauertag herum von Haus zu Haus, um die Eitensheimer um eine Spende zu bitten. "Die Leute warten immer auf uns, die meisten Bürger geben wirklich gerne."

Der hiesige Verein sammelt laut Mogl in der Regel rund 3000 Euro im Jahr. "Im Schnitt ist das ein Euro pro Einwohner, das ist ein Spitzenwert im gesamten Volksbund", sagt Mogl stolz über den Beitrag zur Sammlung des Bezirksverbands Oberbayern, der regelmäßig mit Abstand das beste Ergebnis bundesweit erziele. Für seine Leistungen habe der Eitensheimer Krieger- und Soldatenverein 2011 das Fahnenehrenband des Volksbunds erhalten mit der Aufschrift "Mortui viventes obligant - Die Toten verpflichten die Lebenden".

Die Freude über den Erfolg wird durch die Nachwuchssorgen des Vereins getrübt. "Ohne ehrenamtliche Sammler wäre die Arbeit des Volksbunds nicht möglich", sagt Mogl. Etwa 70 Prozent des Gelds, das dieser für seine Arbeit benötigt, kämen durch Spenden und Nachlässe zusammen, nur 30 Prozent aus öffentlicher Hand. "Das Ehrenamt ist wichtiger denn je, Kriegstote werden nach wie vor geborgen und umgebettet." Der Generationenwechsel erschweá †re dies: "Immer weniger junge Leute haben Berührungspunkte zum Krieg, weil es oft keinen Opa mehr gibt, der erzählen kann", sagt Mogl. Deshalb sei es erforderlich, Aufklärungsarbeit zu leisten. In Eitensheim zu sammeln, sei unkompliziert. "Das ist auf dem Dorf noch einfach, da kennen sich alle", macht Mogl Mut, sich zu beteiligen.

Warum dies so wichtig ist, zeige sich am Fall Paulus Mayer. Dessen Tochter Johanna Frontzek habe einen Suchantrag über die Homepage des Volksbunds ausgefüllt, sodass die Nachricht über die Bergung schnell die richtige Adresse erreicht habe. Um einen Beitrag zum endgültigen Abschied von Paulus Mayer zu leisten, möchte der Krieger- und Soldatenverein Mogl zufolge nun die im Rathaus hängende Gedenktafel ändern: Mayers Foto soll von den Vermissten zu den Gefallen verschoben werden. "Um abzuschließen."

Von Tanja Stephan
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