Freitag, 16. November 2018
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Schüler des Gabrieli-Gymnasiums gedenken der Opfer der Pogromnacht vor 80 Jahren am Stolperstein in der Marktgasse

"Ein starkes Zeichen wider das Vergessen"

Eichstätt
erstellt am 09.11.2018 um 19:30 Uhr
aktualisiert am 14.11.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Eichstätt (tsl) Mit einem Gedicht und Musikstücken haben Schüler des Gabrieli-Gymnasiums Freitagabend an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus erinnert - vor 80 Jahren begannen die Novemberpogrome.
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In der Marktgasse verliest Thomas Henke vom Gesprächskreis Christentum-Judentum die Namen der von den Nationalsozialisten verfolgten jüdischen Bürger Eichstätts. Die Bläsergruppe des Gabrieli-Gymnasiums umrahmt das Gedenken mit Musikstücken.
In der Marktgasse verliest Thomas Henke vom Gesprächskreis Christentum-Judentum die Namen der von den Nationalsozialisten verfolgten jüdischen Bürger Eichstätts. Die Bläsergruppe des Gabrieli-Gymnasiums umrahmt das Gedenken mit Musikstücken.
Steimle
Eichstätt
In ganz Deutschland brannten am 9. November 1938 Synagogen, viele Juden wurden verhaftet, misshandelt oder in den Tod getrieben. Das öffentliche Gedenken am Stolperstein für Rosa Löw in der Marktgasse 3 wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt Eichstätt und dem Gesprächskreis Christentum-Judentum organisiert.

"Für viele bedeutete dieser Tag das Ende ihres Lebens, ihrer Kultur, ihrer Arbeit, und für die Kinder das Ende ihrer Kindheit", sagte stellvertretende Bürgermeisterin Claudia Grund in ihrer Begrüßung.

In Eichstätt, so Grund vor etwa 50 Zuhörern, hatten 1933 noch 27 jüdische Familien gelebt, 1938 verließ die letzte Familie die Stadt, "nachdem SA-Angehörige Türen und Fenster ihres Hauses eingeschlagen hatten". Die Namen der Opfer verlas Thomas Henke vom Gesprächskreis Christentum-Judentum. Zwischendurch umrahmte die Bläsergruppe des Gymnasiums die Beiträge mit vier Musikstücken. Schülerin Ann-Kathrin Seidel las das "Poem" der jüdischen Dichterin Selma Meerbaum-Eisinger, die in einem Konzentrationslager starb. "Ich möchte leben", heißt es darin, "und möchte frei sein und atmen und schrein". Gemeinsam müsse man "allen Anfechtungen der Demokratie die Stirn bieten", betonte Grund, und bedankte sich bei den Teilnehmern, die mit ihrer Anwesenheit "ein starkes Zeichen wider das Vergessen" setzten.
 
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