Dienstag, 20. November 2018
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Wer sich im Sommer mehr bewegen will, kann in der eigenen Region Tourist spielen

Zu Fuß in den Kurzurlaub

Eichstätt
erstellt am 05.06.2018 um 17:41 Uhr
aktualisiert am 09.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK) Frühsommer ist Wanderzeit: Das trifft sich gut, wenn man den guten Vorsatz gefasst hat, 2018 besonders viel spazieren zu gehen. Praktisch ist es auch, wenn man dort wohnt, wo andere Urlaub machen - dann kann man die vorhandene Infrastruktur einfach mitnutzen. Zum Beispiel den Altmühltal-Panoramaweg.
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Sagenhafte Ausblicke über die Landschaft ? wie hier auf der Etappe zwischen Dollnstein und Eichstätt ? sind nicht nur für Urlauber da. Einige Teile des Altmühltal-Panoramawegs sind an den Nahverkehr angebunden und eignen sich auch für Tagesausflüge ? perfekt für Wanderlustige aus der Region.
Sagenhafte Ausblicke über die Landschaft ? wie hier auf der Etappe zwischen Dollnstein und Eichstätt ? sind nicht nur für Urlauber da. Einige Teile des Altmühltal-Panoramawegs sind an den Nahverkehr angebunden und eignen sich auch für Tagesausflüge ? perfekt für Wanderlustige aus der Region.
Foto: Poese
Eichstätt
Für Heike Baumgärtner, die stellvertretende Geschäftsführerin des Naturparks Altmühltal, ist es gar kein großer Unterschied, ob ein Tourist oder ein Dollnsteiner, Wellheimer oder Kipfenberger sich für die Wanderwege in der Region interessiert. "Der Einheimische ist ja genauso unser Gast", sagt sie. Das heißt: Auch, wenn man seinen Alltag ohnehin im Altmühltal verbringt, darf man sich zwischendurch gerne mal wie ein Urlauber verhalten, also auf die Suche gehen nach schönen Touren, sehenswerten Ausblicken, sportlicher Herausforderung oder Entspannung im Grünen. Viele Touristen kommen wegen des Altmühltal-Panoramaweges in die Region. Die insgesamt 200 Kilometer lange Strecke bewältigen die Wanderer in Etappen mit mehreren Übernachtungen.

Doch es geht auch anders, wie Heike Baumgärtner weiß: Mit ein paar Tricks eignen sich Abschnitte des Weges auch für Tagesausflüge oder eine Wochenend-Auszeit. Und zwar besonders dann, wenn man in der Region wohnt, so wie ich. An meinem Vorsatz, in diesem Jahr besonders viel zu Fuß zu gehen, arbeite ich nun seit fast einem halben Jahr. Neben dem Mittagspausen-Spaziergang und veränderten Gewohnheiten im Alltag darf es zwischendurch auch gerne mal eine größere Tour sein. Heike Baumgärtner hat da einige Tipps parat.
 

ZUM EINSTIEG

Ein Klassiker für Einheimische , findet die Naturpark-Expertin, ist die Teilstrecke des Altmühltal-Panoramaweges zwischen Dollnstein und Eichstätt. Die etwa 14 Kilometer kann man gut als Tagesausflug bewältigen. "Da muss ich nicht gleich mit den Hühnern aufstehen", meint Baumgärtner. Gerade dieser Teil des Weges, der malerische Landschaft mit Kalkfelsen und Wacholderheiden und eine gute Aussicht auf die Eichstätter Willibaldsburg bietet, ist besonders gut an den Nahverkehr angebunden. Der Organisationsaufwand hält sich in Grenzen. Das Auto kann man in Eichstätt auf dem Freiwasser-Parkplatz an Wochenenden und Feiertagen kostenlos abstellen. Wenige Hundert Meter weiter geht es von Eichstätt-Stadt mit dem Zug - mit Umsteigen an Eichstätt-Bahnhof - nach Dollnstein. Vom dortigen Bahnhof läuft man zu Fuß in den Ortskern, am nördlichen Stadttor trifft man dann auf den Panoramaweg (markiert mit seinem Symbol, siehe Grafik in der Mitte). Die Tour kann beginnen. Wer die Etappe ein wenig abkürzen möchte, kann auf den letzten Aufstieg in Eichstätt zum Restaurant Schönblick verzichten und stattdessen in der Straße Zum Tiefen Tal bleiben, Am Herzogkeller weiterlaufen und über die Schlagbrücke. Dort kann man neben der Brücke nach unten ins Grüne und an Altwasser und Altmühl entlang zurück zum Parkplatz oder Stadtbahnhof gehen.
 

FRÄNKISCHE ETAPPE

Für Einheimische, die die Strecke zwischen Dollnstein und Eichstätt schon kennen, empfiehlt Heike Baumgärtner das Teilstück "im benachbarten Fränkischen" zwischen Treuchtlingen und Solnhofen. "Das ist eine ganz herrliche Etappe", schwärmt die stellvertretende Naturpark-Geschäftsführerin. Und mit einem Trick ist diese Tour nicht nur gut an den Nahverkehr angebunden, sondern enthält eine doppelte Aussicht. Nach dem Start am Treuchtlinger Bahnhof geht es über die Bahnhofstraße Richtung Innenstadt. Der Panoramaweg führt am Rathausplatz vorbei und dann weiter über Hauptstraße und Kirchenstraße, dann geht es langsam hinaus aus der Stadt. Den Trick wendet man dann 16 Kilometer weiter in Solnhofen an: Statt den Panoramaweg in der Ortsmitte Richtung Bahnhof zu verlassen, kann man noch ein besonders schönes Stück des Weges anhängen. Wer auf dem Weg bleibt, läuft noch etwa zwei Kilometer weiter, oberhalb der Felsformation "Zwölf Apostel" entlang und gelangt nach Eßlingen. Dort bietet sich eine Einkehr beim "Dreizehnten Apostel" an, das ist der Gasthof. Dann kann man entweder auf dem Altmühltal-Radweg zurück nach Solnhofen hinein und zum Bahnhof laufen. Oder man wählt die für Wanderer attraktivere Route und sucht sich das etwas oberhalb am Fuß des Hanges gelegene Teilstück des Rundwegs "Teufel trifft Apostel" (mit der Nummer drei gekennzeichnet). Von dort kann man die "Zwölf Apostel" noch einmal von unten sehen und gelangt nach etwa 1,5 Kilometern zurück zum Bahnhof.
 

DER TRICK MIT DEM BUS

Wer sich als Einheimischer andere Etappen des Altmühltal-Panoramaweges erschließen will, stößt schnell auf ein Problem: Die Etappen ab Eichstätt in Richtung Beilngries und Kelheim sind nicht mehr mit einer Zugstrecke miteinander verbunden. Abhilfe schaffen können Busse: der Freizeitbus von Eichstätt nach Riedenburg und zurück oder die Linie 9232 zwischen Eichstätt und Beilngries. Die Abfahrtszeiten sind allerdings teils aufs Wochenende beschränkt und in den Ferien anders als an Schultagen. Wegen dieser Tücken empfiehlt Heike Baumgärtner, sich einfach im Naturpark-Infozentrum beraten zu lassen, damit man sich sicher sein kann und nichts schief geht. Und als Tourismus-Expertin kennt sie den wichtigsten Bus-Trick: Zuerst in der Früh dahin fahren, wo man hin muss, und dann zurückwandern, nicht umgekehrt. Denn: "Die schönste Wanderung ist schnell verdorben, wenn ich die letzten drei Kilometer zum Bus hetzen muss", weiß sie.
 

WOCHENENDTOUR

Heike Baumgärtner kennt sich aus: Die stellvertretende Geschäftsführerin des Naturparks Altmühltal hat viele Wander-Tipps parat ? auch für Einheimische.
Heike Baumgärtner kennt sich aus: Die stellvertretende Geschäftsführerin des Naturparks Altmühltal hat viele Wander-Tipps parat ? auch für Einheimische.
Foto: Poese
Eichstätt
Wer nach all diesen Abenteuern mit Bahn und Bus auf den Geschmack gekommen ist, kann sich auch einen richtigen Kurzurlaub gönnen. "Was natürlich der Traum für uns Touristiker ist, wenn Einheimische sich auch mal eine Auszeit mit Übernachtung nehmen", meint Baumgärtner schmunzelnd. Dafür bietet sich beispielsweise die Etappe Pappenheim-Eichstätt auf dem Panoramaweg an, mit Übernachtung in Mörnsheim.
 

DIE RUNDE FÜR SPONTANE

Es muss nicht immer gleich der Panoramaweg sein. Der Naturpark als touristische Region bietet auch Möglichkeiten für Kurzentschlossene, die einfach nur einen Sonntagnachmittag-Spaziergang suchen. Auf vielen örtlichen Rundwegen kann man die Landschaft genießen - "egal ob Tal, Seitental oder Jurahöhe", wie Naturpark-Expertin Heike Baumgärtner meint. Ein paar ausgewählte Routen:
 
  • "Der Siebener": Der Eichstätter Rundweg mit der Nummer Sieben führt in zehn Kilometern "Rund um die Bischofsstadt".
  • Jägersteig Dollnstein: Der sechs Kilometer lange Weg mit Felsformationen sei "nicht irre lang, aber hat einen so alpinen Charakter", findet Heike Baumgärtner.
  • Schmetterlingsweg bei Kipfenberg: Der elf Kilometer lange Rundweg führt zum Teil über Wacholderheiden.
  • Rundtouren bietet auch der Altmühltal-Panoramaweg mit seinen Schlaufenwegen, die oft in Seitentäler führen. Die Schlaufe 6 "Altmühlblick" mit einer Länge von 17 Kilometern beginnt und endet in Treuchtlingen. Neun Kilometer rund um Pappenheim führt die Schlaufe 8, Attraktionen sind die Weidenkirche und die Aussicht auf Burg Pappenheim. Rund 17 Kilometer durchs Urdonautal bewegt man sich in der Schlaufe 11 zwischen Dollnstein und Wellheim.

All diese Möglichkeiten zeigen: Wer wanderwillig ist, der ist im Naturpark Altmühltal gut aufgehoben. Das meint auch Heike Baumgärtner, die selbst in ihrer Freizeit gern Ausflüge in der Region macht: "Es ist jahresfüllend, was man da vor der Haustür alles ablaufen kann", sagt sie. Das trifft sich gut - schließlich will der Vorsatz "viel zu Fuß gehen" noch mindestens ein halbes Jahr lang verfolgt werden.
 
Katrin Poese
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