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Shalom-Preis: Die Organisation "Justice et Paix" im Kongo bekommt 24 500 Euro

So hoch dotiert wie nie

Eichstätt
erstellt am 01.11.2015 um 21:39 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 17:33 Uhr | x gelesen
Eichstätt (baj) Der Shalom-Preis, einer der rennomiertesten Menschenrechtspreise in Deutschland, ist heuer mit 24 500 Euro dotiert – und damit so hoch wie noch nie. Das gab jetzt der Arbeitskreis „Shalom für Gerechtigkeit und Frieden“ an der Katholischen Universität bekannt.
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Eichstätt: So hoch dotiert wie nie
Thérèse Mema nahm heuer im Juni den Preis entgegen. Sie und ihre Mitstreiterinnen helfen Frauen und ihren Familien, die durch den Bürgerkrieg im Kongo und damit einhergehenden Vergewaltigungen traumatisiert wurden. - Foto: EK-Archiv/Bartenschlager
Eichstätt

Dieser Preis war schon immer sehr hoch ausgestattet: 2011 waren es 18 000 Euro, voriges Jahr bekam die Organisation ICON auf den Philippinen 20 000 Euro. Aber fast 25 000 Euro war nie zuvor gespendet worden.

Den Preis hat in diesem Jahr die kongolesische Einrichtung „Justice et Paix“ erhalten. Die Verleihung fand bereits im Juni statt. Dazu war die Gründerin und Mitarbeiterin von „Justice et Paix“, Thérèse Mema, nach Eichstätt gekommen.

Im Kongo tobt ein blutiger Bürgerkrieg. Seit 1996 kamen vermutlich fast fünf Millionen Menschen um. Im Osten des Landes gibt es reiche Vorkommen an seltenen Erzen, die zur Herstellung von Halbleitern notwendig sind. Das weiterverarbeitete Roherz befindet sich in Smartphones, Laptops, Tablets oder Fotoapparaten.

Rebellengruppen wie Regierungstruppen missbrauchen die Bevölkerung, um die Erze aus der Erde zu holen. Sie halten die Menschen wie Sklaven und missbrauchen sie sexuell. Für das unter Lebensgefahr geschürfte Erz erpressen sie „Zölle“. Mit dem Geld werden neue Waffen gekauft.

Für Frauen gilt der Ost-Kongo als die gefährlichste Region weltweit. In sogenannten „Centre d’Ecoute“ (Zentren des Zuhörens), von denen es mittlerweile 16 gibt, betreuen Thérèse Mema und weitere Sozialarbeiter – unterstützt von Missio/Aachen – die missbrauchten Menschen. Sie bringen sie zu Ärzten, führen therapeutische Gespräche und versuchen zu ermöglichen, dass die Gequälten wieder in ihrer Dorfgemeinschaft integriert leben können. Die Lage im Kongo scheint schlimmer denn je. In einer aktuellen E-Mail habe Thérèse Mema geschrieben, dass erschreckend viele Kinder Opfer von Vergewaltigungen würden und die Gewalt weiter zunehme, teilt der AK Shalom mit. Der Shalom-Preis, der bereits seit 1982 verliehen wird, ist einer der höchstdotierten Menschenrechtspreise in der Bundesrepublik. Die Arbeit der Mitglieder des AK Shalom – Studierende an der KU und Eichstätter Bürgerinnen – geschieht rein ehrenamtlich. Alle gesammelten Spenden kommen den Projekten direkt zugute. Von Beginn an war einer der Hauptsponsoren das Referat Weltkirche des Bistums Eichstätt, seit fünf Jahren sind als weitere Großsponsoren die Oswald-Stiftung und der Rotary Club Eichstätt dazugekommen. Möglich machen das hohe Preisgeld aber auch all die Spenden von Privatleuten, Freunden, Verwandten der Mitglieder, auch häufig der Ehemaligen sowie derjenigen, die über die Öffentlichkeitsarbeit und die Verleihung selbst von den Projekten erfahren.

Von Josef Bartenschlager
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