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Astronomiefreunde Ingolstadt ermöglichen in Eichstätt besondere Ausblicke auf das Himmelsschauspiel

Schattenspiele im All

Eichstätt
erstellt am 20.03.2015 um 18:29 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 17:27 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK) Aller Augen richteten sich am Freitag am Eichstätter Marktplatz nach oben. Von dort ließ sich die teilweise Sonnenfinsternis besonders gut beoachten – vor allem deshalb, weil die Astronomiefreunde Ingolstadt ihre Gerätschaften aufgebaut hatten. Jeder durfte durchschauen.
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Eichstätt: Schattenspiele im All
Auch am Willibald-Gymnasium beobachteten die Schüler die Sonnenfinsternis. Die Fachschaft Physik hatte schon vor vier Wochen ausreichend Schutzbrillen bestellt. - Foto: gfs
Eichstätt

Die Astronomiefreunde hatten fünf große Teleskope dabei, darunter ein Sechs-Zoll-Spiegelteleskop, das eine 50-fache Vergrößerung erlaubte oder ein „Fraunhofer“ mit einer Brennweite von 1200 Millimetern. Darin erschöpfte sich das Equipment jedoch nicht: Mittels Kamera und Computer fotografierten die Hobbyastronomen und bannten die seltene Himmelserscheinung auch auf Video. Eine einfache Lochkamera ermöglichte es den Zuschauern, die Sonnenfinsternis zu beobachten, ohne ständig den Hals recken zu müssen. Viele hatten natürlich eigene Sofi-Brillen auf der Nase, und alle kamen auf ihre Kosten: Kein Wölkchen trübte den Blick in den Himmel.

Fotostrecke: Sonnenfinsternis in Eichstätt

 

„Auf Publikum legen wir großen Wert“, sagte Holger Altmann, ein Mitglied der Astronomiefreunde: Tatsächlich bildeten sich Schlangen vor den Teleskopen, die etwas länger wurden, als noch mehrere Schulklassen auftauchten. Geduldig erklärte Alexander Geiss den Verlauf der Sonnenfinsternis. Zu seiner Freude war sogar ein Sonnenfleck sichtbar. „Der ist so groß wie die Erde“, sagt er. Sogar Mondgebirge ließen sich erkennen. „Schauen Sie nur genau hin.“ Langsam zogen sich die Zaungäste die Jacken enger um die Schultern. Auch das Licht veränderte sich; die Häuserwände leuchteten nicht mehr so intensiv. Gegen 10.40 Uhr war der Höhepunkt erreicht und die Sonne zu etwa 70 Prozent bedeckt. „Beeindruckend“, murmelt eine Frau. Ihr Nachbar ist anderer Ansicht: „So richtig sieht das nicht nach Weltuntergangsstimmung aus“, brummt er. In der Tat wird es schnell wieder heller und wärmer. Die Menschen zerstreuen sich aber nur langsam.

Von Josef Bartenschlager
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